Montag, 19. Oktober 2009

Raucherhusten - Radio Sendung

Der Raucherhusten

Die Weltgesundheits-Organisation WHO schätzt, dass COPD bis 2020 die dritthäufigste Todesursache sein wird.

Ausgelöst wird die Krankheit durch Rauchen oder durch grosse Staubbelastung. Heilbar ist die Krankheit nicht. Durch Beseitigen der Ursachen lässt sich der Verlauf allerdings stoppen.

Für die Prophylaxe empfiehlt sich im weiteren eine Frühdiagnose beim Arzt mittels Lungenfunktionstest.

Hören hier. oder machen Sie ein rechten Klick zum herunterladen.

Dienstag, 6. Oktober 2009

die 100% Silikonnasenbrille

Sonntag, 27. September 2009

COPD Symposium 3. Okt. in Hattingen


Mitte September 2008 fand in Hattingen/Ruhr das Symposium Lunge 2008 statt. Die von den Patientenorganisationen COPD-Deutschland e.V., SHG Lungenemphysem-COPD Deutschland und Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V. organisierte Veranstaltung stand unter dem Motto: „COPD und Lungenemphysem – Leben mit der Krankheit – Was kann man tun?“

Das Symposium wurde von Patienten für Patienten veranstaltet. Die knapp 1.700 Besucher, die aus dem gesamten Bundesgebiet nach Hattingen gekommen waren, sprechen für die Notwendigkeit solcher Veranstaltungen zum Thema „Volkskrankheit COPD“.

Aufgrund der Erfolge der bisherigen Veranstaltungen wird am 3. Oktober 2009 das 3. Symposium Lunge stattfinden.

Die chronisch obstruktive, d.h. die Atemwege einengende Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem – im Englischen „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“ genannt – ist auch in Deutschland eine Volkskrankheit. Das Wissen über diese Erkrankung, ihre Ursachen, den Verlauf, die Diagnose und die Behandlung ist allerdings sowohl bei den Patienten als auch bei den künftig evtl. Betroffenen nicht sehr groß. Dies gilt zum Teil auch für die Träger der ärztlichen Versorgung und die Kostenträger im Gesundheitswesen.

Die COPD tritt sowohl bei Männern – meist im Alter von 45 bis 60 Jahren –, aber auch bei Frauen – evtl. sogar schon in einem jüngeren Lebensalter als bei Männern - auf.

Die Anzahl der Betroffenen wird auf 4 bis 7 % der Bevölkerung geschätzt; das wären rd. 4 bis 5 Millionen Bundesbürger. Als Hauptursache für die COPD gilt das Rauchen. Neuere Studien zeigen aber, dass auch Nichtraucher betroffen sein können. Als die Erkrankung auslösende Risikofaktoren werden in solchen Fällen genetische Vordispositionen, Störungen des Lungenwachstums, berufsbedingte Belastungen durch Stäube, die allgemeine Luftverschmutzung sowie häufige Atemwegsinfektionen in der Kindheit genannt.

Sowohl eine COPD als auch ein Lungenemphysem können nicht geheilt werden. Sobald die Diagnose feststeht, muss mit einer auf das jeweilige Stadium der Krankheit abgestellten medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapie begonnen werden. Ziel der Therapie sind eine Milderung der Symptome – Auswurf, Husten, Atemnot – und der Versuch, ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, mindestens aber zu verlangsamen. Der Verzicht auf das inhalative Rauchen ist zwingend erforderlich.

Je nach dem Ausmaß eines Lungenemphysems entsteht eine Atemnot schon bei leichter körperlicher Belastung. Häufig hilft dann nur noch eine Langzeit-Sauerstofftherapie.

Die Behandlung einer COPD oder eines Lungenemphysems kann auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn es zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Arzt

und Patient kommt. Der Patient muss aber auch selbst bereit sein, eine Mitverantwortung für den Erfolg seiner Behandlung zu übernehmen. Dies setzt allerdings ein angemessenes Wissen über den Umgang mit der Erkrankung seitens des Patienten voraus.

Im Mittelpunkt des Symposiums Lunge 2009 stehen die entscheidenden Therapiesäulen, angefangen von der Prophylaxe und den möglichen Ursachen bis zur medikamentösen Behandlung (einschließlich Langzeit-Sauerstofftherapie), zu operativen Maßnahmen und zum Lungensport. Und zwar sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor (Praxis und Klinik); hier bestehen in Deutschland noch erhebliche Versorgungsmängel bei der Betreuung der Patienten mit einer COPD; so Jens Lingemann Initiator und Organisator des 3. Symposiums-Lunge.

Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, ist also wieder das wesentliche Ziel des Symposiums Lunge 2009.

Das Symposium Lunge 2009 ist – wie schon im Vorjahr – eine gemeinsame Veranstaltung der drei Patientenorganisationen

- COPD-Deutschland e.V.
- Selbsthilfegruppe Lungenemphysem – COPD Deutschland
- Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Diese Patientenorganisationen sehen den Schwerpunkt ihrer Arbeit in einem breiten Angebot von Informationen für Patienten mit einer COPD oder einem Lungenemphysem. Sie unterhalten zurzeit über 70 lokale und regionale Selbsthilfegruppen, in denen ein regelmäßiger Informations- und Erfahrungsaustausch stattfindet.

Die Referenten sind namhafte Lungenfachärzte aus Kliniken und Praxen sowie Vertreter der Patientenorganisation, die das Symposium veranstalten.

Themen, die auf dem Symposium Lunge 2009 behandelt werden:

- Die Krankheitsbilder COPD und Lungenemphysem
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Prof. Dr. med. Teschler

- Hauptursache von COPD und Emphysem ist das Rauchen
Nichtraucherprävention und Tabakentwöhnung bei COPD
Dr. med. Thomas Hering

- Alpha – 1 – Antitrypsinmangel als mögliche Ursache des Emphysems
Prof. Dr. med. Claus Franz Vogelmeier

- Der COPD/Emphysem-Patient in der ambulanten pneumologischen Praxis
Norbert K. Mülleneisen

- Der COPD/Emphysem-Patient in fachstationärer Behandlung
Prof. Dr. med. Kurt Rasche

- Notwendigkeit der Verordnung der Sauerstoff-Langzeittherapie und Umsetzung der Therapie durch den Patienten
Prof. Dr. med. Susanne Lang

- Die nichtinvasive Beatmung; welche Patienten profitieren davon?
Prof. Dr. med. Dieter Köhler

- Bronchoskopische Lungenvolumenreduktion bei verschiedenen Formen des Lungenemphysems
Prof. Dr. med. Helgo Magnussen

- LVR vor LTX? Lungentransplantation ultima ratio?
Prof. Dr. med. Georgios Stamatis

- Lungensport bei schwerer COPD – welche Möglichkeiten gibt es?
Prof. Dr. med. Heinrich Worth

Tagungspräsident des 3. Symposiums Lunge ist in bewährter Weise Prof. Dr. med. Teschler von der Ruhrlandklinik in Essen.

Im Rahmen des Symposiums Lunge 2009 werden außerdem zwei Workshops zum Erfahrungsaustausch für Angehörige von (schwer kranken) COPD- und Lungenemphysem-Patienten angeboten. In dem einen Workshop lautet das Thema: „Ratschläge zur Bewältigung der Alltagsprobleme eines COPD-Patienten“, in dem anderen Workshop soll über das Thema: „Der psychologische Umgang mit einem COPD-Patienten“ referiert und diskutiert werden.

Moderator in den beiden Workshops ist Dr. rer. pol. Helmut Berck, Vorsitzender der Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Die Besucher des Symposiums haben die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Ausstellung umfassend über gerätetechnische Innovationen, insbesondere über Sauerstoffversorgung, nichtinvasive Beatmung sowie über Atemtrainingsgeräte zu informieren. Es stellen sich außerdem einige Rehabilitationskliniken vor.

Im Rahmen des Symposiums wird interessierten Besuchern unserer Veranstaltung außerdem die Möglichkeit geboten, umfassende Gesundheitschecks kostenlos in Anspruch zu nehmen.

Tagesaktuelle Veranstaltungsinformationen können sie abrufen unter:
http://www.lungenemphysem-copd.de/pages/oeffentlich/pages/symposium-lunge-2009/symposium-lunge-2009.php

3. Symposium-Lunge
„COPD und Lungenemphysem“
Welches sind die entscheidenden Therapiesäulen?
Von der Prophylaxe bis zur operativen Behandlung


Samstag, 3. Oktober 2009
09.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Westfälisches Industriemuseum
Henrichshütte – Gebläsehalle –
Werksstraße 31-33
45527 Hattingen/Ruhr


Veranstalter:
COPD – Deutschland e.V.
Selbsthilfegruppe Lungenemphysem – COPD Deutschland
Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Anfragen bezüglich des Symposiums Lunge 2009
richten Sie bitte an die Organisationsleitung
Koordinationsstelle der Selbsthilfegruppen
Lungenemphysem-COPD Deutschland
Jens Lingemann
Lindstockstraße 30
45527 Hattingen
Telefon: 02324 – 999 959
symposium-org@lungenemphysem-copd.de

Freitag, 25. September 2009

Geld für COPD Forschung

Die Revotar Biopharmaceuticals AG gab heute bekannt, dass das Unternehmen vom Bundesland Brandenburg Forschungsmittel in Höhe von 2.5 Millionen Euro für die Entwicklung seiner Pipeline von Selektin-Antagonisten zur Behandlung von Atemwegserkrankungen erhalten wird.

Die Finanzierung erstreckt sich auf einen Zeitraum von 2 Jahren und stammt aus einem Programm des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung. "Wir sind sehr zufrieden, dass das Land Brandenburg die Bedeutung unserer Forschung anerkannt hat", sagte Dr. Martin Pöhlchen, Vorstandsvorsitzender von Revotar. "Wir sind ebenfalls sehr erfreut über die professionelle Unterstützung und das hervorragende wissenschaftliche Umfeld in Brandenburg und in Berlin."

"Wir werden die Mittel vor allem für die vorklinische und klinische Entwicklung unserer entzündungshemmenden Medikamente für die Behandlung der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) einsetzen", fügte Prof. Wolfgang Meyer-Sabellek, CMO von Revotar, hinzu. "Pan-Selektin-Antagonisten dämpfen die überschießende entzündliche Reaktion des Körpers."

Revotars am weitesten fortgeschrittener Produktkandidat Bimosiamose ist zugleich weltweit der klinisch am weitesten entwickelte Pan-Selektin-Antagonist. Bimosiamose hat bereits mehrere klinische Studien der Phase I und Phase IIa in den Indikationen Asthma, COPD und Schuppenflechte erfolgreich absolviert und dabei hervorragende Verträglichkeit und Wirksamkeit gezeigt. Eine weitere Phase IIa Studie für Bimosiamose bei COPD soll 2010 beginnen.

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ist COPD eine ernstzunehmende und zu selten erkannte lebensbedrohliche entzündliche Lungenkrankheit, die im fortgeschrittenen Stadium zum Tod führen kann. "Es gibt zurzeit auf dem Markt kein sicheres und wirksames entzündungshemmendes Medikament für die Behandlung der COPD", sagte Dr. Daniel Bock, Director Preclinical & Clinical R&D bei Revotar. "Anders als bei Asthma wird der Einsatz von Kortikosterioden bei COPD sehr kontrovers diskutiert "

Donnerstag, 13. August 2009

Heliox für COPD Patienten

Helium ist farb- und geruchlos, nicht brennbar, biologisch inert und nicht löslich im Gewebe. Die Nutzung einer Helium/Sauerstoff-Mischung (Heliox) wurde erstmals 1934 bei Asthmatikern und Kindern mit Obstruktion der oberen Atemwege beschrieben. Sie führte zu einer raschen symptomatischen Besserung der Dyspnoe. Seit den 1970er/80er-Jahren mehren sich die Berichte über Heliox-Therapien, vor allem aufgrund des dramatischen Anstiegs der Mortalität durch Asthma und COPD [23]. Eine Zulassung besteht zur Zeit nur außerhalb Deutschlands, z.B. in England.

Wirkungsweise: Helium hat eine geringere Dichte als Luft und kann deswegen und wegen des vergleichsweise weniger turbulenten und eher laminaren Gasstroms leichter eine Obstruktion passieren. Die Mischung aus Sauerstoff und Helium resultiert in einem Gas mit ähnlicher Viskosität wie Luft bei deutlich geringerer Dichte. Folglich sinkt der Atemwegswiderstand und die Atemarbeit wird erleichtert (Abb. 4) [24]. Die verminderte Hyperinflation der Lunge bewirkt einen effektiveren Einsatz der Atemhilfsmuskulatur. Das Abatmen von Kohlendioxid wird erleichtert. Helium hat keine bronchodilatatorischen oder antientzündlichen Effekte.

Abbildung 4

Anwendung: Heliox, beispielsweise in einer Mischung von 79% Helium und 21% Sauerstoff, kann zur symptomatischen Therapie bei schweren Atemstörungen wie der Exazerbation von COPD oder beim akuten Asthmaanfall angewendet werden.

Der Inspirations- und Expirationsfluss lässt sich verbessern, die Hyperinflation der Lunge vermindern, bis andere Behandlungsmaßnahmen greifen [25]. Man gewinnt also Zeit, bis die Effekte einer Bronchodilatator-Therapie einsetzen und verbessert bereits den Gasaustausch in der Lunge.

Bei Asthma-Exazerbationen kann die Intubation verhindert werden. Bei beatmeten Patienten mit schwerer COPD im Zustand des akuten Lungenversagens ist beobachtet worden, dass sie unter Heliox-Therapie hämodynamisch vergleichsweise stabiler sind [26]. Bei Kindern mit leichter bis moderater Bronchiolitis sind ebenfalls positive Effekte beschrieben worden [27]. Zudem scheint Heliox die Aufnahme inhalierbarer Bronchodilatatoren zu fördern, indem der Transport von Aerosolen in die unteren Atemwege erleichtert wird [28].

Hinweis

Fazit: Helium/Sauerstoff-Mischungen sind ein symptomatisches Mittel bei Zuständen obstruktiver Atemwegsbeschwerden mit positiven pulmonalen und hämodynamischen Effekten. Insgesamt liegen für eine Zulassung in Deutschland zu wenig relevante klinische Studien vor.

Samstag, 8. August 2009

Pseudomonas-Konferenz in der Medizinischen Hochschule Hannover

Hannover, 07.08.2009, Pseudomonas ist eine Bakteriengattung, die bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährliche Infektionen auslösen kann: dazu gehören Lungenentzündungen, Blutvergiftung oder die Infektion von Wunden. Besonders gefährdet sind Patienten auf Intensivstationen, Verbrennungsopfer oder Krebspatienten.

Bei Patienten mit Mukoviszidose ist eine durch Pseudomonas verursachte Lungenentzündung die häufigste Todesursache.

Patienten mit COPD (Chronisch-obstrukitve Lungenerkrankung, "Raucherhusten") tragen ebenfalls ein hohes Risiko, sich lebensgefährlich mit diesem Keim zu infizieren – nach WHO-Schätzungen könnte die COPD in zwanzig Jahren die dritthäufigste Todesursache sein.

Die zwölfte internationale Pseudomonas-Konferenz in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) versammelt vom 13. bis zum 17. August 2009 die weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Pseudomonas-Forschung.

Die Tagung findet zum ersten Mal in Deutschland statt. "Die MHH hat sich gemeinsam mit dem HZI und der TU in Braunschweig in den vergangenen Jahren zu Europas führendem Zentrum in der Pseudomonasforschung entwickelt", betont Professor Dr. Burkhard Tümmler, MHH-Klinik für Kinderheilkunde, Pädiatrische Pneumologie und Neonatologie und Organisator des Kongresses.

Pseudomonaden sind allgegenwärtig in der Umwelt – im Boden, im Wasser, aber auch auf oder in Pflanzen und Tieren. Und obwohl sie hier ebenfalls Krankheiten auslösen können, gibt es auch Arten, die zum Beispiel Pflanzen schützen, indem sie andere Mikroorganismen verdrängen. Auf der Tagung diskutieren deshalb nicht nur Mediziner, sondern auch Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen wie zum Beispiel Biotechnologen, Mikrobiologen, Ökologen oder Agrarwissenschaftler über dieses physiologisch hochflexible Bakterium.

Die Tagung ist gleichzeitig die Abschlussveranstaltung des Europäischen Graduiertenkollegs "Pseudomonas: Pathogenicity and Biotechnology", das seit dem Jahr 2000 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurde. Insgesamt fünf Institutionen forschten unter anderem an der Entstehung und Therapie des Erregers: die MHH, das Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI), das Rigshospitalet der Universität Kopenhagen, die TU Braunschweig sowie die Technical University of Denmark. Die Kooperation zwischen MHH und HZI wird mit weiteren europäischen Partnern in Projekten zur Systembiologie von Pseudomonaden fortgeführt.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Burkhard Tümmler unter Telefon (0511) 532- 2920.

Freitag, 7. August 2009

OxyMask

eine Maske liefert 24-90% Sauerstoff



OxyMask zeichnet sich aus durch:

* Weniger Verlust an Sauerstoff, hohe Kostenersparnis
* Vereinfacht Ihren Bestand von Instrumenten zur Sauerstoffzufuhr
* Erlaubt eine offene Kommunikation
* Keine Platzangst, aufgrund grosser Öffnungen
* Ausgeatmetes CO2 verfliegt komplett
* Grosse Zeitersparnis - da Umrüstvorgang entfällt (Klinken)
* Keine Berührung der Nasenschleimhäute - weniger Irritationen
* Pneumologische Untersuchungen,wie z.B. Bronchoskopien möglich (Kliniken)
* Gleichzeitige Absaugung möglich (Kliniken)
* Alle Varianten mit RTM-Anschlussschlauch erhältlich




OxyMask - Modelle:



















Testbericht OxyMask von Herrn H. Dirmeier, Ehrenvorstand der deutschen Selbsthilfe LOT e.V.

Bitte auf diesen Link klicken zum Herunterladen.

Samstag, 1. August 2009

Wie viel Training braucht die Lunge?

Schwere COPD kann zur Pflegebedürftigkeit führen. Mit optimaler Therapie und gezieltem Training kann das verhindert werden.

Wer körperlich fit ist, wird seltener krank. Training nutzt aber nicht nur Gesunden, sondern noch mehr Patienten mit chronischen Krankheiten. Wie sehr Menschen mit Asthma oder COPD von einem Training profitieren, weiß der Sportmediziner Professor Dr. Paul Haber: "Bei schwerer COPD kann regelmäßiges Ausdauer- und Krafttraining den Unterschied machen zwischen Pflegebedürftigkeit und einem unabhängigen Leben."

Bei COPD nimmt die Lungenfunktion immer weiter ab. Zu Beginn fällt die Atemnot nur bei körperlicher Anstrengung auf, und Menschen, die den Tag größtenteils im Sitzen verbringen, bemerken erst etwas davon, wenn schon ein beträchtlicher Teil der Lunge geschädigt ist. Daher sollten alle Menschen über 40 Jahre ihren Lungenfunktionswert kennen, der mit einem ganz einfachen Test beim Lungenfacharzt oder auch bei vielen Hausärzten gemessen werden kann.

Die Lungenfunktionsmessung, auch Spirometrie genannt, ist die einzige Methode, mit der die COPD schon ganz früh entdeckt werden kann. Und Zeit ist Lunge. Denn das durch Tabakrauch oder andere Luftschadstoffe zerstörte Lungengewebe ist für immer verloren.

Die Information über die gefährliche Krankheit ist ein großes Anliegen der European Respiratory Society (ERS). Sie macht Interessierten rund um den größten Europäischen Lungenkongresses im September in Wien ein Angebot: Während sich 20.000 Medizinerinnen und Mediziner über Lungenerkrankungen informieren, steht am Freitag, dem 11.9. (10.00 bis 19.00 Uhr) und am Samstag, dem 12.9. (10.00 bis 20.00 Uhr) der Bevölkerung ein "Spirometrie-Zelt" vor der Oper zur Verfügung, in dem jeder kostenlos seine Lungenfunktion testen kann. Denn nur wer von seiner Erkrankung weiß, kann rechtzeitig etwas dagegen tun. Je früher, desto besser.

Training macht auch Lungenkranke fit

Ist der Atem schon knapp, dann wird Bewegung immer mühevoller und wird vermieden. Das ist für den Körper genau verkehrt. "Selbst Menschen, die schon die Hälfte ihrer Lungenfunktion durch eine chronische obstruktive Lungenerkrankung verloren haben, können noch ein ganz normales Leben führen - wenn sie regelmäßig trainieren", macht Professor Haber Mut. Das Konzept ist einfach, erfordert aber Konsequenz. Begonnen wird mit 20 Minuten Ausdauertraining dreimal pro Woche. Und zwar im persönlichen Pulsbereich, der mit einer Ergometeruntersuchung bestimmt wird. Alle sechs Wochen wird das Training um jeweils 5 Minuten verlängert, bis jede Trainingseinheit 40-60 Minuten dauert. Jeder Ausdauersport ist geeignet, sei es Radfahren, Nordic Walking oder Joggen. Dazu kommt zweimal pro Woche ein Krafttraining, am besten an Geräten im Fitnesscenter, empfiehlt Professor Haber: "Ausdauertraining und Krafttraining können auch an einem Tag kombiniert werden. Wer nicht ins Fitnesscenter gehen will, kann daheim z.B. mit kleinen Hanteln trainieren. Die Übungen für alle wichtigen Muskelgruppen müssen nur richtig ausgeführt werden."

Durch das Training wird der Kreislauf gestärkt und das Blut ist in der Lage, mehr Sauerstoff aus der Lunge aufnehmen. Die gekräftigte Muskulatur kann den Sauerstoff anschließend besser verarbeiten. "Bei COPD wirkt sich die eingeschränkte Lungenfunktion viel weniger stark aus, wenn der Körper gut trainiert ist", erklärt Professor Haber. Wie schnell COPD-Patienten von einem Training profitieren, weiß Dr. Sylvia Hartl ERS- Generalsekretärin und Lungenfachärztin am Otto-Wagner-Spital in Wien: "Wer regelmäßig trainiert, bemerkt schon nach wenigen Wochen einen deutlichen Erfolg und gewinnt an Lebensqualität."

Was bei Asthma zu beachten ist

Auch Asthma-Patienten profitieren von einem konsequenten Training. Professor Haber empfiehlt Asthmapatienten, sich mit 1 oder 2 Hüben aus dem Inhalator vor jedem Training vor Asthmaanfällen bei Belastung zu schützen. Hobbysportler, die keine eingetragenen Mitglieder eines Vereins sind, müssen sich als Asthmapatienten auch nicht vor Dopingkontrollen bei kleinen Wettkämpfen fürchten. Sie werden nicht überprüft. Spitzensportler, bei denen Asthma diagnostiziert wird, erhalten eine Ausnahmegenehmigung und können ihre Medikamente auch beim Wettkampf einnehmen.

"Ein trainierter 60-jähriger deutlich fitter als ein untrainierter 25-jähriger"

Regelmäßiges Training ist eine Investition in eine Zukunft, in der die Luft nicht wegbleibt. Wer nach dem von Professor Haber beschriebenen Konzept trainiert, kann mit 60 Jahren noch um 10-15% fitter sein als ein untrainierter 25-Jähriger. Wenn das keine guter Grund dafür ist, sofort damit zu beginnen!

Mittwoch, 29. Juli 2009

Soja gut für die Lunge

Menschen, die sich sojareich ernähren, haben weniger häufig Atemnot. Das erklären die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS) in Hannover und berufen sich dabei auf eine aktuelle Untersuchung, welche in der Fachzeitschrift Respiratory Research (2009, Band 10, Seite 56 ) publiziert wurde.

„Wer viel und häufig Sojaprodukte wie Tofu, Natto (vergorene Sojabohnen), Miso-Suppe (vergorene Sojabohnenpaste), Sojasprossen oder Sojamilch zu sich nimmt, weist bessere Lungenfunktionswerte auf“, stellt Prof. Harald Morr fest, Vorstandsvorsitzender der DLS.

„Das hat eine Studie in Japan ergeben, die den Einfluss der Ernährungsweise auf die Lungenfunktion von über 600 COPD-Patienten und Gesunden untersucht hat. Die besten Ergebnisse erzielten diejenigen Personen, die pro Tag mehr als 75 Gramm reinen Sojas aßen. Doch auch schon mit mindestens 50 Gramm Soja auf dem täglichen Speisezettel lässt sich den Forschern zufolge das Risiko für eine Erkrankung an COPD und das Erleiden von Atemnot verringern.“

Sojaprodukte können fortschreitenden Lungenfunktionsverlust abbremsen

Unter Atemnot haben hauptsächlich Patienten mit einer schweren chronisch, obstruktiven Lungenerkrankung (COPD ) zu leiden. Das ist eine unheilbare, fortschreitende entzündliche Erkrankung der Lunge, die unter anderem mit einem krankhaft beschleunigten Lungenfunktionsverlust einhergeht und zu 90 Prozent durch Rauchen verursacht wird.

„Auf das Rauchen verzichten ist selbstverständlich der wichtigste Schritt, eine COPD zu vermeiden bzw. dem Fortschreiten dieser Erkrankung Einhalt zu bieten“, sagt Morr. „Darüber hinaus lässt sich offenbar aber auch mit einer sojareichen Ernährung der beschleunigte Verlust der Lungenfunktion abbremsen – und zwar auch bei Gesunden, deren Lungenfunktion altersbedingt ebenfalls (wenn auch sehr viel langsamer als bei COPD-Patienten) abnimmt.
Bereits an COPD erkrankte Patienten sollten insofern weniger Atemnot erleiden, wenn sie sich sojareich ernähren. Gesunden bietet diese Ernährungsweise eine Möglichkeit, ihre Lungenfunktion länger zu erhalten, und damit eine Art Anti-Aging-Mittel.“

Welche Inhaltsstoffe Soja so gesund machen, ist noch nicht genau bekannt. Vermutet wird jedoch eine antientzündliche Wirkung der in Sojaprodukten enthaltenen Flavonoide (Isoflavone) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren).

Quelle:
http://www.lungenaerzte-im-netz.de

Montag, 27. Juli 2009

„COPD und Lungenemphysem“ - 3. Symposium Lunge


Mitte September 2008 fand in Hattingen/Ruhr das Symposium Lunge 2008 statt. Die von den Patientenorganisationen COPD-Deutschland e.V., SHG Lungenemphysem-COPD Deutschland und Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V. organisierte Veranstaltung stand unter dem Motto: „COPD und Lungenemphysem – Leben mit der Krankheit – Was kann man tun?“

Das Symposium wurde von Patienten für Patienten veranstaltet. Die knapp 1.700 Besucher, die aus dem gesamten Bundesgebiet nach Hattingen gekommen waren, sprechen für die Notwendigkeit solcher Veranstaltungen zum Thema „Volkskrankheit COPD“.

Aufgrund der Erfolge der bisherigen Veranstaltungen wird am 3. Oktober 2009 das 3. Symposium Lunge stattfinden.

Die chronisch obstruktive, d.h. die Atemwege einengende Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem – im Englischen „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“ genannt – ist auch in Deutschland eine Volkskrankheit. Das Wissen über diese Erkrankung, ihre Ursachen, den Verlauf, die Diagnose und die Behandlung ist allerdings sowohl bei den Patienten als auch bei den künftig evtl. Betroffenen nicht sehr groß. Dies gilt zum Teil auch für die Träger der ärztlichen Versorgung und die Kostenträger im Gesundheitswesen.

Die COPD tritt sowohl bei Männern – meist im Alter von 45 bis 60 Jahren –, aber auch bei Frauen – evtl. sogar schon in einem jüngeren Lebensalter als bei Männern - auf.

Die Anzahl der Betroffenen wird auf 4 bis 7 % der Bevölkerung geschätzt; das wären rd. 4 bis 5 Millionen Bundesbürger. Als Hauptursache für die COPD gilt das Rauchen. Neuere Studien zeigen aber, dass auch Nichtraucher betroffen sein können. Als die Erkrankung auslösende Risikofaktoren werden in solchen Fällen genetische Vordispositionen, Störungen des Lungenwachstums, berufsbedingte Belastungen durch Stäube, die allgemeine Luftverschmutzung sowie häufige Atemwegsinfektionen in der Kindheit genannt.

Sowohl eine COPD als auch ein Lungenemphysem können nicht geheilt werden. Sobald die Diagnose feststeht, muss mit einer auf das jeweilige Stadium der Krankheit abgestellten medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapie begonnen werden. Ziel der Therapie sind eine Milderung der Symptome – Auswurf, Husten, Atemnot – und der Versuch, ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, mindestens aber zu verlangsamen. Der Verzicht auf das inhalative Rauchen ist zwingend erforderlich.

Je nach dem Ausmaß eines Lungenemphysems entsteht eine Atemnot schon bei leichter körperlicher Belastung. Häufig hilft dann nur noch eine Langzeit-Sauerstofftherapie.

Die Behandlung einer COPD oder eines Lungenemphysems kann auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn es zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Arzt

und Patient kommt. Der Patient muss aber auch selbst bereit sein, eine Mitverantwortung für den Erfolg seiner Behandlung zu übernehmen. Dies setzt allerdings ein angemessenes Wissen über den Umgang mit der Erkrankung seitens des Patienten voraus.

Im Mittelpunkt des Symposiums Lunge 2009 stehen die entscheidenden Therapiesäulen, angefangen von der Prophylaxe und den möglichen Ursachen bis zur medikamentösen Behandlung (einschließlich Langzeit-Sauerstofftherapie), zu operativen Maßnahmen und zum Lungensport. Und zwar sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor (Praxis und Klinik); hier bestehen in Deutschland noch erhebliche Versorgungsmängel bei der Betreuung der Patienten mit einer COPD; so Jens Lingemann Initiator und Organisator des 3. Symposiums-Lunge.

Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, ist also wieder das wesentliche Ziel des Symposiums Lunge 2009.

Das Symposium Lunge 2009 ist – wie schon im Vorjahr – eine gemeinsame Veranstaltung der drei Patientenorganisationen

- COPD-Deutschland e.V.
- Selbsthilfegruppe Lungenemphysem – COPD Deutschland
- Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Diese Patientenorganisationen sehen den Schwerpunkt ihrer Arbeit in einem breiten Angebot von Informationen für Patienten mit einer COPD oder einem Lungenemphysem. Sie unterhalten zurzeit über 70 lokale und regionale Selbsthilfegruppen, in denen ein regelmäßiger Informations- und Erfahrungsaustausch stattfindet.

Die Referenten sind namhafte Lungenfachärzte aus Kliniken und Praxen sowie Vertreter der Patientenorganisation, die das Symposium veranstalten.

Themen, die auf dem Symposium Lunge 2009 behandelt werden:

- Die Krankheitsbilder COPD und Lungenemphysem
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Prof. Dr. med. Teschler

- Hauptursache von COPD und Emphysem ist das Rauchen
Nichtraucherprävention und Tabakentwöhnung bei COPD
Dr. med. Thomas Hering

- Alpha – 1 – Antitrypsinmangel als mögliche Ursache des Emphysems
Prof. Dr. med. Claus Franz Vogelmeier

- Der COPD/Emphysem-Patient in der ambulanten pneumologischen Praxis
Norbert K. Mülleneisen

- Der COPD/Emphysem-Patient in fachstationärer Behandlung
Prof. Dr. med. Kurt Rasche

- Notwendigkeit der Verordnung der Sauerstoff-Langzeittherapie und Umsetzung der Therapie durch den Patienten
Prof. Dr. med. Susanne Lang

- Die nichtinvasive Beatmung; welche Patienten profitieren davon?
Prof. Dr. med. Dieter Köhler

- Bronchoskopische Lungenvolumenreduktion bei verschiedenen Formen des Lungenemphysems
Prof. Dr. med. Helgo Magnussen

- LVR vor LTX? Lungentransplantation ultima ratio?
Prof. Dr. med. Georgios Stamatis

- Lungensport bei schwerer COPD – welche Möglichkeiten gibt es?
Prof. Dr. med. Heinrich Worth

Tagungspräsident des 3. Symposiums Lunge ist in bewährter Weise Prof. Dr. med. Teschler von der Ruhrlandklinik in Essen.

Im Rahmen des Symposiums Lunge 2009 werden außerdem zwei Workshops zum Erfahrungsaustausch für Angehörige von (schwer kranken) COPD- und Lungenemphysem-Patienten angeboten. In dem einen Workshop lautet das Thema: „Ratschläge zur Bewältigung der Alltagsprobleme eines COPD-Patienten“, in dem anderen Workshop soll über das Thema: „Der psychologische Umgang mit einem COPD-Patienten“ referiert und diskutiert werden.

Moderator in den beiden Workshops ist Dr. rer. pol. Helmut Berck, Vorsitzender der Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Die Besucher des Symposiums haben die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Ausstellung umfassend über gerätetechnische Innovationen, insbesondere über Sauerstoffversorgung, nichtinvasive Beatmung sowie über Atemtrainingsgeräte zu informieren. Es stellen sich außerdem einige Rehabilitationskliniken vor.

Im Rahmen des Symposiums wird interessierten Besuchern unserer Veranstaltung außerdem die Möglichkeit geboten, umfassende Gesundheitschecks kostenlos in Anspruch zu nehmen.

Tagesaktuelle Veranstaltungsinformationen können sie abrufen unter:
http://www.lungenemphysem-copd.de/pages/oeffentlich/pages/symposium-lunge-2009/symposium-lunge-2009.php

3. Symposium-Lunge
„COPD und Lungenemphysem“
Welches sind die entscheidenden Therapiesäulen?
Von der Prophylaxe bis zur operativen Behandlung


Samstag, 3. Oktober 2009
09.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Westfälisches Industriemuseum
Henrichshütte – Gebläsehalle –
Werksstraße 31-33
45527 Hattingen/Ruhr


Veranstalter:
COPD – Deutschland e.V.
Selbsthilfegruppe Lungenemphysem – COPD Deutschland
Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Anfragen bezüglich des Symposiums Lunge 2009
richten Sie bitte an die Organisationsleitung
Koordinationsstelle der Selbsthilfegruppen
Lungenemphysem-COPD Deutschland
Jens Lingemann
Lindstockstraße 30
45527 Hattingen
Telefon: 02324 – 999 959
symposium-org@lungenemphysem-copd.de

Freitag, 24. Juli 2009

Links zur COPD Leitlinien

COPD-Leitlinie




COPD-Leitlinie 2007


Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD)

Guidelines for the Diagnosis and Therapy of COPD Issued by Deutsche Atemwegsliga and Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin


Erratum







Donnerstag, 9. Juli 2009

COPD beeinträchtigt kognitive Leistungen

Die COPD kann in schweren Fällen bei älteren Erwachsenen die kognitive Leistung beeinträchtigen. Das ergab eine Studie der Mount Sinai School of Medicine in New York, an der mehr als 4.150 Menschen mit oder ohne COPD teilnahmen. Die Ergebnisse werden im Fachmagazin "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" (Ausgabe vom 15. Juli) veröffentlicht.

Das Forscherteam um Dr. William W. Hung hatte die Daten der Health and Retirement Study ausgewertet, einer großen, nationalen Studie an Amerikanern der Altersgruppe 50plus. Die Teilnehmer hatten in den Jahren 1996, 1998, 2000 und 2002 an kognitiven Tests teilgenommen. Von den 4.150 Testpersonen hatten 492 COPD; bei etwa einem Drittel (153) zeigte die Erkrankung einen schweren Verlauf.

Die Datenauswertung brachte ein klares Ergebnis: Menschen mit schwerer COPD hatten bei den kognitiven Tests signifikant schlechter abgeschnitten als gesunde Studienteilnehmer. Dieser Zusammenhang war auch dann erkennbar, wenn die Forscher weitere Faktoren wie soziodemographische Parameter berücksichtigten. Eine stärkere kognitive Beeinträchtigung kann beispielsweise dazu führen, dass der Patient Probleme beim Umgang mit Geld oder Medikamenten hat.

Eine mögliche Erklärung für den entdeckten Zusammenhang: Bei COPD kann der Sauerstoffspiegel im Blut phasenweise erniedrigt sein (Hypoxie). Das könnte die Leistungsfähigkeit des Gehirns verschlechtern. Andererseits könnte der Sauerstoffmangel auch Krankheiten verursachen oder verschlimmern, die typischerweise mit kognitiven Beeinträchtigungen einhergehen, wie beispielsweise Alzheimer.

Dienstag, 7. Juli 2009

Eine gewisse Erfolg !

Erstmals zeigt eine Wirkstoffkombination Erfolge in der Therapie der Raucherkrankheit COPD: Sie soll den Verlust der Lungenfunktion aufhalten können.

Die chronisch obstruktive (verengende) Lungenerkrankung COPD stellt heute bereits weltweit die vierthäufigste Todesursache dar. Bisher gab es kein Medikament, das ein Fortschreiten der Krankheit verhindern konnte. Therapien konnten lediglich die Symptome lindern.

Die TORCH-Studie (Toward a Revolution in COPD Health) untersuchte die Wirkung der Kombination des ß-Agonisten Salmeterol mit einem inhalativen kortikoiden Steroid (Fluticasone Propionate). Es zeigte sich, dass die beiden Wirkstoffe im Zusammenspiel und jeweils auch allein einen positiven Einfluss hatten. Sie verringern die Sterblichkeit, verzögern das Voranschreiten der Krankheit, verbessern die Lebensqualität und erhalten die Lungenfunktion von COPD-Patienten.

Die Lungenfunktion bestimmen Wissenschaftler über das Volumen der ausgeatmeten Luft in einer Sekunde (FEV1 = forciertes exspiratorisches Volumen). „Eine Medikamententherapie mit Salmeterol plus Fluticasone Propionate oder deren Komponenten verbessert den Wert des FEV1 von Patienten mit mittelschwerem bis schwerem COPD und verlangsamt das Fortschreiten der Krankheit“, schreibt Studienleiter Bartolome R. Celli, Professor an der Tufts University School of Medicine. Damit sei dies die erste Medikamententherapie, die einen Effekt zeigte.

Langsameres Voranschreiten der Krankheit

Die TORCH-Studie ist eine randomisierte doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 6000 COPD-Patienten aus 42 Ländern. Nach dem Zufallsprinzip erhielten die Probanden entweder Salmeterol oder das inhalative kortikoide Steroid oder eine Kombination von beiden oder ein Placebo. Es zeigte sich, dass sich das Lungenvolumen der Versuchspersonen, die eine Kombination der beiden Wirkstoffe erhalten hatten, am wenigsten verschlechterte. „Zwar kann die Therapie die Verschlechterung der Lungenfunktion der COPD-Patienten nicht gänzlich aufhalten. Aber sie kann sie entscheidend verlangsamen“, sagt Bartolome R. Celli.

In Deutschland leiden rund fünf Millionen Menschen an COPD, weltweit etwa 600 Millionen. Von den zehn häufigsten tödlichen Krankheiten ist COPD die einzige, deren Verbreitung zunimmt. Das geht vor allem auf die wachsende Zahl der Raucherinnen zurück.

Die Studienergebnisse sind in der zweiten August-Ausgabe des American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine erschienen.

Freitag, 3. Juli 2009

Frage / Antwort Karten

Freitag, 26. Juni 2009

Soja & COPD

Soy consumption and risk of COPD and respiratory symptoms: a case-control study in Japan

Abstract

Background
To investigate the relationship between soy consumption, COPD risk and the prevalence of respiratory symptoms, a case-control study was conducted in Japan.

Methods
A total of 278 eligible patients (244 men and 34 women), aged 50-75 years with COPD diagnosed within the past four years, were referred by respiratory physicians, while 340 controls (272 men and 68 women) were recruited from the community. All participants underwent spirometric measurements of respiratory function. Information on demographics, lifestyle characteristics and habitual food consumption was obtained using a structured questionnaire.

Results
Total soy consumption was positively correlated with observed lung function measures. The mean soy intake was significantly higher among controls (59.98, SD 50.23 g/day) than cases (44.84, SD 28.5 g/day). A significant reduction in COPD risk was evident for highest versus lowest quartile of daily intake of total soybean products, with adjusted odds ratio (OR) 0.392, 95% CI 0.194-0.793, p for trend 0.001.

Similar decreases in COPD risk were associated with frequent and higher intake of soy foods such as tofu and bean sprouts, whereas respiratory symptoms were inversely associated with high consumption of soy foods, especially for breathlessness (OR 0.989, 95% CI 0.982-0.996).

Conclusions
Increasing soy consumption was associated with a decreased risk of COPD and breathlessness.


Click here for the study in English.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Roland Kaiser & COPD

Samstag, 20. Juni 2009

Tipps für den Umgang mit COPD

Hilfreiche Hinweise für Atmungspatienten, entwickelt von den Mitgliedern des Atem-Klubs am Gaylord Hospital, Wallingford, Connecticut. Geschrieben von Katherine Meek Romanik, illustriert von Natasha Lessnik. Gewidmet zu Charles Goodwin und Caroline Weiss. Übersetzt von Reiner Lüttel. Klick hier.

Samstag, 13. Juni 2009

WHO und EFA rufen zu weltweitem Handeln bei chronischen Atemwegserkrankungen auf

Rom - Aufruf zur Reduzierung der vier Millionen jährlichen Todesfälle, die von einem Leiden verursacht werden, das weltweit mehr Todesopfer fordert als AIDS[1]

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die European Federation of Allergy and Airways Diseases (EFA/ europäischer Verband der Patientenvereine für Allergien und Krankheiten der Atemwege) gaben bekannt, dass sie über 150 internationale Delegierte zusammenbringen werden, um gemeinsam über die wachsende Epidemie chronischer Atemwegserkrankungen (CRD/chronic respiratory disease) zu diskutieren. CRD betrifft weltweit mehr als eine Milliarde Menschen[1],[2],[3] und ist jährlich für mehr als 4 Millionen Todesfälle verantwortlich[1]. Die Konferenz wird eine fünfjährige Initiative diskutieren, deren Ziel es ist, Entscheidungsträger, Versorger und Patientengruppen zu vereinigen. Sie wird am 12. und 13. Juni im italienschen Gesundheitsministerium in Rom veranstaltet.

EFA und die WHO Globale Allianz gegen chronische Atemwegserkrankungen (GARD/Global Alliance against Chronic Respiratory Diseases) kämpfen für und mit den an Atemwegserkrankungen leidenden Patienten für eine Welt, in der jeder frei atmen kann. Die Konferenz wird die Rolle der Patientenorganisationen sowie die Implementierung des GARD Aktionsplans 2008-2013, innerhalb des Plans der WHO für die Globale Strategie zur Prävention und Kontrolle von nicht übertragbaren Krankheiten 2008-2013, untersuchen. Der Aktionsplan zeigt, dass ein klares Bedürfnis für die Zusammenarbeit zwischen Entscheidungsträgern, Anbietern und Patientenorganisationen besteht, um die Pflege und das Umfeld sowie die Integration von Gesundheitsfragen in allen Strategien zu verbessern[4]. Durch die Zusammenarbeit der europäischen Patientenvereinigungen (EFA) mit GARD, wurde diese wichtige Allianz auf allen fünf Kontinenten dank eines starken, geschlossenen Mitspracherechts aller Patienten zu einem globalen Einflussfaktor.

Jean Bousquet, Professor für Lungenheilkunde an der Universität von Montpellier und Vorsitzender der WHO GARD, ist einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Atemwegserkrankungen und wird auf der Konferenz einen Vortrag halten: "Die durch Allergien, Asthma und chronische obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) verursachte Belastung für Europa und den Rest der Welt ist so gross, dass die Kosten, die durch Untätigkeit entstehen, einfach unakzeptabel sind. Die WHO hat das durch Atemwegserkrankungen entstehende menschliche Leid erkannt und diese daher zwischen 2008 und 2013 zu einem ihrer Hauptanliegen erklärt."

Marianella Salapatas,amtierende Präsidentin der EFA: "Unsere globale Botschaft an Entscheidungsträger und das neue Europaparlament bzw. die Europakommission lautet, dass chronische Atemwegerkrankungen, wie z.B. Allergien, Asthma und COPD ein öffentliches Gesundheitsproblem darstellen und wir daher innovative und umfangreiche Strategien benötigen (u.a. die Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen), um dagegen zu kämpfen und die Pflege und Umwelt zu verbessern."

Cristina Muscardini, italienisches Mitglied des Europaparlaments, wird eine der Eingangsreden halten: "Trotz der bereits vorhandenen Behandlungsoptionen und vereinzelten Präventionsstrategien, stellen Atemwegserkrankungen ein ganz entscheidendes Gesundheitsproblem dar. Die Gesundheitsstrategien der EU müssen auch die durch Atemwegserkrankungen verursachte Belastung mit in Betracht ziehen."

Zurzeit sind weltweit eine Milliarde Menschen von chronischen Atemwegserkrankungen[1],[2],[3] betroffen und jedes Jahr sterben vier Millionen von ihnen als Folge daran. Diese Ziffer ist noch höher als andere zum Tode führenden Krankheiten, wie z.B. AIDS. Der Umstand, dass diese Epidemie am Zunehmen[4] ist und jeder Mensch weltweit den Risikofaktoren von CRD[5],[6],[7],[8] ausgesetzt ist, war eine der Hauptmotivatoren, Delegierte aus aller Welt zusammenzubringen, um an dieser wichtigen Konferenz teilzunehmen.

Über EFA

Die European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients' Associations (europäischer Verband der Patientenvereine für Allergien und Krankheiten der Atemwege /EFA) ist eine Allianz von 32 Mitgliedsorganisationen in über 21 Ländern, die 1991 gegründet wurde. EFA setzt sich dafür ein, die Gesundheit und Qualität der Pflege von Patienten, die von Allergien, Asthma und COPD betroffen sind zu verbessern und Patienten in ganz Europa bezüglich der Lobbyarbeit in der EU sowie am Aufbau von ausreichenden Versorgungskapazitäten und dem Austausch der geeignetsten Behandlungen zu ermutigen. Zu EFAs Prioritäten zählen u.a.: Die in diesem Zusammenhang stehenden Strategien der EU zu stärken, die medizinische und soziale Versorgung zu verbessern und auf grösserer Ebene zugänglich zu machen, sinnvolle Forschung - gezielt auf Patienten bezogen - zu betreiben, Gesundheitsdienstleistungen für die Patienten zu autorisieren, eine gemeinsame Stimme im Bereich der Gesundheitsförderung zu haben und die Atemluft in Gebäuden und im Freien zu verbessern. http://www.efanet.org

Über GARD
Die Globale Allianz gegen chronische Atemwegserkrankungen

(GARD)unterstützt die Weltgesundheitsorganisation bei ihrer weltweiten Arbeit, Atemwegserkrankungen zu verhindern und zu kontrollieren. GARD ist eine ehrenamtliche Allianz, die sich aus nationalen und internationalen Organisationen, Einrichtungen und Agenturen in verschiedenen Ländern zusammensetzt. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, die globale Last, die durch chronische Atemwegserkrankungen verursacht wird, zu reduzieren. Ihre Vision ist es, eine Welt zu schaffen, in der alle Menschen frei durchatmen können. GARD fördert einen ganzheitlichen Ansatz, der sich Synergien chronischer Atemwegserkrankungen mit anderen chronischen Krankheiten zu Nutze macht. Sie richtet ihr grösstes Augenmerk besonders auf die Bedürfnisse der Länder mit schwachem oder mittlerem Einkommen und einer krankheitsgefährdeten Bevölkerung. Sie unterstützt länderspezifische Initiativen, die auf die Bedürfnisse und medizinische Grundversorgung vor Ort zugeschnitten sind. Mehr Informationen erhalten Sie im Internet auf GARDs Webseite: http://www.who.int/gard/en/index.html

Über CRDs

Zu den chronischen Atemwegserkrankungen gehört eine Vielzahl von Atemwegserkrankungen, die behandelbar - und in einigen Fällen sogar vermeidbar sind: Von Asthma, Atemwegsallergien und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen bis hin zu berufsbedingten Lungenerkrankungen, dem Schlafapnoesyndrom und Lungenhochdruck.

Mehrere Hundert Millionen Menschen leiden täglich unter chronischen Atemwegserkrankungen. Laut neusten WHO-Schätzungen (2007) sind derzeit 300 Millionen Menschen an Asthma und 210 Millionen an COPD erkrankt, während Millionen von ihnen von allergischer Rhinitis und anderen, häufig falsch diagnostizierten Atemwegserkrankungen betroffen sind[9].

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[1] Bousquet J, Khaltaev N. Global surveillance, prevention and control of Chronic Respiratory Diseases. A comprehensive approach. Global Alliance against Chronic Respiratory Diseases. World Health Organisation. (= Globale Überwachung, Prävention und Kontrolle von chronischen Atemwegerkrankungen. Eine umfangreiche Methode. Globale Allianz gegen Atemwegserkrankungen. Weltgesundheitsorganisation)ISBN 978 924 156346 8. 2007:148 Seiten

[2] Bousquet PJ, Leynaert B, Neukirch F, Sunyer J, Janson CM, Anto J, et al. Geographical distribution of atopic rhinitis in the European Community Respiratory Health Survey I. Allergy (Geografische Verteilung atopischer Rhinitis in der europäischen Gemeinschaft. Respiratory Health Studie I. Allergie). 2008 Okt;63(10):1301-9

[3] Weinmayr G, Forastiere F, Weiland SK, Rzehak P, Abramidze T, Annesi-Maesano I, et al. International variation in prevalence of rhinitis and its relationship with sensitisation to perennial and seasonal allergens (Internationale Abweichungen bezüglich der Sensibilisierung in der Prävalenz von Rhinitis und ihre Beziehung zur Sensibilisierung von beständigen und zeitlich bedingten Allergenen). Eur Respir J. 2008 Nov;32(5):1250-61

[4] 2008-2013 Action plan for the global strategy for the prevention and control of non communicable diseases. Prevent and control cardiovascular diseases, cancers, chronic respiratory diseases, diabetes (Aktionsplan für die globale Strategie zur Prävention und Kontrolle von nicht-kommunizierbaren Krankheiten. Die Prävention und Kontrolle von kardiovaskulären Krankheiten, Krebs, chronischen Atemwegserkrankungen und Diabetes). http://www.who.int/nmh/Actionplan-PC-NCD-2008.pdf, letzter Zugriff am 20. Mai 2009

[5] United Nation Population Fund (UNFPA). State of the world population 2007 (Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen. Aktueller Stand der Weltbevölkerung 2007). http://www.unfpaorg. 2007.

[6] Torres-Duque C, Maldonado D, Perez-Padilla R, Ezzati M, Viegi G. Biomass Fuels and Respiratory Diseases: A Review of the Evidence (Biomassebrennstoffe und Atemwegserkrankungen: Eine kritische Betrachtung der Beweise). Proc Am Thorac Soc. 2008 Juli;5(5):577-90.

[7] Esson K, Leeder S. The Millennium Development Goals and Tobacco Control. An opportunity for global partnership (Die Millennium-Entwicklungsziele und Tabakkontrolle. Eine Chance zur globalen Partnerschaft). Genf, Schweiz: Weltgesundheitsorganisation, http://www.who.int/tobacco; 2003.

[8] Balmes J, Becklake M, Blanc P, Henneberger P, Kreiss K, Mapp C, et al. American Thoracic Society Statement: Occupational contribution to the burden of airway disease (Stellungnahme der American Thoracic Society: Berufsbedingter Anteil an der durch Atemwegserkrankungen bedingten Last). Am J Respir Crit Care Med. 2003 März 1;167(5) :787-97.

[9] World Health Organisation, Chronic Respiratory Diseases (Weltgesundheitsorganisation, chronische Atemwegserkrankungen), http://www.who.int/respiratory/en/index.html, letzter Zugriff am 20. Mai 2009

Mittwoch, 10. Juni 2009

Roland Kaiser - ZDF Interview

Um diese Video zu sehen - bitte klicken Sie hier.

Freitag, 5. Juni 2009

CE markierte Silikonnasenbrille

Hier ist die neueste Info über unsere 100% Silikonnasenbrille.

Die erste CE markierte Silikonnasenbrillen sind jetzt an Testpersonen ausgeliefert worden. Wir warten auf Feedback von diese Personen bevor wir es in algemein freigeben.

Mit freundlichen Grüsse

Carolyn Matherly
MIC GmbH

Sonntag, 24. Mai 2009

Novartis - Lungenmedikament QAB149 bei COPD wirksam

Zürich, 21. Mai (Reuters) - Das in der Entwicklung steckende Medikament QAB149 des Schweizer Pharmakonzerns Novartis hat in klinischen Tests vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) geliefert. Erste Resultate von drei spätklinischen Phase-III-Studien zeigten, dass die Behandlung mit dem Präparat die Lungenfunktion erheblich verbessert, teilte Novartis am Donnerstag mit. QAB149 sei gut vertragen worden und habe ein gutes Sicherheitsprofil aufgewiesen.

Novartis verglich das Medikament mit den COPD-Medikamenten Formoterol und Tiotropium. Die Studienergebnisse wurden beim Kongress der American Thoracic Society in San Diego veröffentlicht.

QAB149 hat nach Ansicht des Pharma-Entwicklungschefs von Novartis, Trevor Mundel, Blockbuster-Potenzial, also für einen Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar oder mehr. Novartis hat für das Medikament Zulassungsanträge in den USA und in Europa gestellt.

Formoterol wird unter verschiedenen Markennamen von Firmen von Novartis, Schering-Plough oder Astra vertrieben. Tiotropium ist der Wirkstoff des Medikaments Spiriva von Pfizer und Boehringer Ingelheim.

COPD ist der Sammelbegriff für verschiedene Lungeerkrankungen, die durch Husten, vermehrten Auswurf und Atemnot bei Belastung gekennzeichnet sind. Umgangssprachliche Bezeichnungen sind "Raucherlunge" und "Raucherhusten". Weltweit sind davon rund 210 Millionen Menschen betroffen.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Selbst Behandlung

ATS 2009, San Diego:

Personen leiden an chronischen obstruktiven pulmonalen Erkrankung (COPD) können erhebliche Einsparungen bei den Kosten für die medizinische Versorgung durch den Einsatz von selbst-Behandlung mit der gezielte Einsatz von Medikamenten, nach den Ergebnissen einer neuen study.

Das Selbst-Behandlung Programm erreicht diese Einsparungen durch die Reduzierung der Dauer der Anfälle.

Niederländische Forscher präsentierten ihre Ergebnisse am Sonntag, den 17. Mai an der American Thoracic Society's 105. Internationale Konferenz in San Diego. “Der Kurs der COPD ist charakterisiert durch Episoden von akuten Verschlechterungen in Gesundheit der Atemwege, der so genannte” Exazerbationen, “”, sagte führen Autor Tanja Effing, Ph.D., ein Forscher mit dem Department of Pulmonary Disease am Medisch Spectrum Twente in Enschede, Niederlande.

“Diese Exazerbationen für einen Großteil der Morbidität, Mortalität und Krankenhauseinweisungen bei COPD-Patienten.”

Die Ermittler verfolgen die Ergebnisse von 142 Patienten in zwei Gruppen eingeteilt. Die Teilnehmer der ersten Gruppe wurde beauftragt, in den einzelnen Drogen-Therapie und andere Reaktionen, die im Falle eines exacerbation. Patients in die zweite Gruppe erhielt keine Anweisung in der Selbst-Behandlung von Exazerbationen.

Exazerbationen wurden definiert als eine deutlich negative Veränderung in zwei wichtigen Symptome, oder einem Haupt-Symptom, und ein minderjähriges symptom. Major Symptome Atemnot und die Schleimhäute, die Produktion und Farbe, während kleinere, die Symptome Husten, keuchen, laufende Nase, Halsschmerzen und Fieber.

Die Patienten in beiden Gruppen wurden auch Anweisungen zur Aufrechterhaltung der Aufnahme Zeitschriften alle COPD-Veranstaltungen, sowie Medikamente Routinen. Im Vergleich der Ergebnisse der beiden Gruppen, die Forscher festgestellt, eine signifikante Abnahme der Praxis-Besuche während der Studie für die Gruppe, dass Selbst-Behandlung erhalten Ausbildung.

“Unsere Ergebnisse zeigten, dass die Selbst-Behandlung von Exazerbationen führt zu weniger Verschlimmerung Tage, in Kombination mit einem Anstieg bei der Verwendung von Medikamenten”, so Dr.Effing zur Kenntnis genommen.

“Darüber hinaus Analysen der Kosten-Nutzen-Verhältnis des Selbst-Behandlung Strategie angegeben dieser Gruppe erfahrener Kosteneinsparungen als Folge von weniger Krankenhausaufenthalte und Gesundheitswesen Kontakte.”

Forscher auch bemüht, um festzustellen, ob die Selbst-Therapie-Gruppe eher overmedicate, wenn sie die Option, aber Dr.Effing, sagte der Studie die Ergebnisse darauf hin, dass über-Medikation war kein Problem.

“Die Zahl der gemeldeten Kurse von Medikamenten in der Selbst-Behandlung wurde noch niedriger als die tatsächliche Anzahl der Exazerbationen in den Tagebüchern,” Dr.Effing zur Kenntnis genommen. “Angesichts der Zunahme der Prävalenz der COPD und die Kosten im Zusammenhang mit der Behandlung, schlagen wir vor, die Umsetzung von Programmen, die eine sorgfältige Anleitung in der Selbst-Behandlung als Teil der effektiven Selbst-Management-Programmen bei COPD-Patienten mit häufigen Exazerbationen.

Mittwoch, 8. April 2009

Roland Kaiser - COPD Patient

Hier ist ein Interview mit Roland Kaiser und seinen Umgang mit COPD. Klick Hier.

Freitag, 6. März 2009

COPD in Europa

Geht es nach aktuellen Daten der WHO, wird Europa immer atemloser: Insbesondere an schleichenden Lungenerkrankungen wie "Chronic Obstructive Pulmonary Disease" (COPD) und Emphysem leiden zwischen vier und zehn Prozent der Erwachsenen. Diese Lungenerkrankungen gehen mit einem Umbau des Lungengewebes einher, dessen zelluläre und molekulare Mechanismen in einer Woche erstmals Thema eines hochkarätigen Kongresses in Innsbruck (Tirol) sind.

Beim „International Congress Cellular and molecular biology of the pulmonary alveolar epithelium in health and disease“ treffen sich von 12. bis 15. März in der Tiroler Landeshauptstadt weltweit führende Experten der Lungenforschung.

Der Kongress ist eine wissenschaftliche Premiere, da nach Angaben der Organisatoren erstmals die Lungenbläschen (Alveolen) im Zentrum stehen. „Lungenerkrankungen haben eine steigende Tendenz und werden weltweit bald als dritthäufigste Todesursache eingestuft werden. Beispielsweise wird Husten bei COPD als normaler Raucherhusten hingenommen. Nikotinabhängige empfinden diesen sogar als Erleichterung, weil Schleim abgehustet wird. Was wirklich schon passiert ist, dass das Lungengewebe bereits abgebaut wurde, und das betrifft vor allem die Lungenbläschen“, betont Prof. Paul Dietl, Leiter der EU-Projektes Pulmo-Net. Dietl ist einer der Organisatoren der internationalen Tagung.

„Unsere Lunge ist der Umwelt stark exponiert, flächenmäßig wesentlich mehr als unsere Hautoberfläche, schließlich hat sie eine Fläche von rund hundert Quadratmetern. Der empfindlichste Teil unserer Lunge sind die 500 Millionen Alveolen. Die Lungenbläschen haben einen Durchmesser von ein bis zwei zehntel Millimetern. Das entspricht der ´Dicke` eines Blattes Papier. Diese empfindlichen Gebilde sorgen für den lebenswichtigen Austausch der Atemgase“, erklärt Dietl. Nach Angaben des Wissenschaftlers spielt das Epithel, also jene Zellschicht, die eine Barriere zwischen Luft und Gewebe bildet, eine Schlüsselrolle bei der Abwehr von schädigenden Einflüssen aus der Luft. Diese Zellen sind sozusagen die „Eintrittspforte“, damit schädigende Substanzen wie Zigarettenrauch ihre zerstörende Wirkung entfalten können. Dabei verliert die Lunge auch an Stabilität, kleine Atemwege können leichter kollabieren, und es entsteht das Gefühl von Asthma. „Eine Gefahr, die von vielen Nikotinabhängigen leider immer noch unterschätzt wird“, betont Dietl.

Einblicke in den Mikrokosmos unserer Lunge

Schädigungen der Lungenbläschen werden mit einer ganzen Reihe akuter und chronischer Erkrankungen in Verbindung gebracht. Ein Tagungsschwerpunkt sind daher Reaktionen der Alveolarzellen auf Umweltstoffe und Nanopartikel sowie auf mechanische Schädigungen (künstliche Beatmung), bestimmte Formen des Lungenödems (Atemnotsyndrom) und Lungenfibrose. Beim Kongress werden neueste physikalische, chemische und molekularbiologische Ergebnisse präsentiert. Gemeinsames Ziel der Experten aus Europa und den USA ist, zu zeigen, was in einzelnen Zellen oder Molekülen, die sich im Lungenbläschen befinden, bei der Entstehung von Krankheiten genau passiert. „Das wichtigste Medikament gegen Lungenerkrankungen wie zum Beispiel COPD ist es, einfach nicht zu rauchen. Durch ein präzises Verständnis der Vorgänge im Mikrokosmos unserer Lungen, den Alveolen, können wir als Experten zur Entwicklung neuer diagnostischer Parameter für die Früherkennung als auch spezifischer Pharmaka beitragen, die den Verlauf chronischer Lungenerkrankungen positiv beeinflussen können“, erklärt der Wissenschaftler.

Donnerstag, 19. Februar 2009

BODE Index, aussagekräftig zum Verlauf einer COPD


Die Einschätzung von Lebensqualität und Krankheitsverlauf mit Hilfe des BODE Index

Der Body-Mass Index, die Obstruktive Einschränkung der Lungenfunktion , Luftnot (Dyspnoe) und die körperliche Leistungsfähigkeit (Exercise capacity) sind im 4- dimensionalem Bewertungssystem zur Bewertung des Schweregrades einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD) im BODE Index zusammengeführt.

Im Gegensatz zu den Bewertungsmaßstäben der GOLD Guidelines, die im wesentlichen auf den Lungenfunktionswerten beruhen, basiert der BODE Index auf differenzierten Parametern, die besser die vielfältigen Erscheinungsformen der COPD abbilden können und somit eine genauere Schweregradeinteilung und Beurteilung des weiteren Krankheitsverlaufs erlauben

Die 4 folgenden einfach zu erhebenden Parameter gehen in die Berechnung des BODE Index ein:

- FEV1 (% Soll) als spirometrische Meßgröße
- Die Laufstrecke (in Metern) im 6 Minuten-Lauf-Test
- Luftnot in der Beurteilung durch die MMRC-Skala (Modified Medical Research Council).
- Der Body-Mass Index

Freitag, 2. Januar 2009

Ambulante Trainingskonzepte bei Patienten mit schwerer COPD

Kernkomponente im Reha-Prozess Gezieltes körperliches Training kann den Teufelskreis durchbrechen, Leistungsfähigkeit und ventilatorische Kapazität verbessern.

Vor dem Hintergrund eines multikausalen Geschehens zeigen Patienten mit schwergradiger chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) eine fortschreitende Limitierung ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit.

Hauptsymptome sind eine progrediente Atemnot unter Belastung sowie eine generelle körperliche Schwäche (,,fatigue"). In der Folge wird körperliche Anstrengung vermieden und damit einer weiteren Dekonditionierung der Muskulatur und des Herz-Kreislauf-Systems Vorschub geleistet. Die positiven Wirkungen körperlichen Trainings im Rahmen pulmonaler (stationärer und ambulanter) Rehabilitationsprogramme, besonders bei mittelgradiger COPD, finden sich umfassend dokumentiert. Wesentliche Effekte beinhalten eine Verbesserung der körperlichen Belastungsfähigkeit und der Lebensqualität, so dass körperliches Training als Kernkomponente des Rehabilitationsprozesses zum unerläßlichen Bestandteil der gängigen Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie chronisch-obstruktiver Lungenerkrankungen geworden ist.

Die bislang etablierten Trainingsprogramme nehmen in der Regel mehrere Wochen / Monate in Anspruch und sind für Patienten gedacht, die sich in einem stabilen Zustand befinden mit leichtem bis mittlerem Schweregrad ihrer Erkrankung. Eine im Krankenhaus Großhansdorf durchgeführte Untersuchung zeigte jedoch, dass auch Patienten mit schwergradiger COPD, die stationär aufgenommen wurden, im Rahmen ihrer Rekonvaleszenz von einem kurzen Gehtrainingsprogramm deutlich profitieren können (Kirsten 1998). Es zeigten sich signifikante Verbesserungen der körperlichen Leistungsfähigkeit, der ventilatorischen Kapazität und der Dyspnoe unter Belastung. Damit konnte belegt werden, dass bereits ein stationäres Kurzzeitprogramm (der sogenannten ,,Frührehabilitation" zugeordnet und lediglich eine einzige Facette der Rehabilitation (körperliches Training) die Erholung von schwergradig erkrankten Patienten positiv beeinflußt.

Ohne häusliches Training schwinden positive Effekte

Die Effekte körperlichen Trainings beginnen allerdings nach relativ kurzer Zeit zu schwinden, wenn keine kontinuierliche Weiterflirung des Trainings erfolgt. Die Aufrechterhaltung der Trainingseffekte ist gerade bei Patienten mit schwergradiger COPD problematisch, weil die Patienten in der häuslichen Umgebung meist wieder in ihren alten, bewegungsarmen Lebensstil zurückfallen und zudem körperliche Anstrengungen aus Angst vor der als bedrohlich erlebten Belastungsluftnot meiden.

Ziel einer Nachfolge-Untersuchung war es, die Wirkungen häuslichen Gehtrainings bei Patienten mit schwergradiger COPD in Hinblick auf die Aufrechterhaltung von Trainingseffekten zu evaluieren (Behnke 1998, 1999). Nach initialer Erholung von einer Exazerbation wurden 46 stationäre Patienten mit schwergradiger COPD randomisiert einer Trainings- und einer Kontrollgruppe zugeteilt. 26 Patienten beendeten die Studie nach 18 Monaten.

Die Patienten der Trainingsgruppe führten stationär ein zehntägiges Trainingsprogramm durch, bestehend aus einem 6-Minuten-Laufbandtest sowie fünf Gehtrainingseinheiten auf dem Flur mit 75 Prozent der erreichten Laufbandstrecke täglich. Über 18 Monate nach Entlassung aus der stationären Behandlung absolvierten diese Patienten ein individuelles häusliches Gehtraining, das sie in ihre Alltagsaktivitäten integrierten und schriftlich protokollierten. Regelmäßige Kontaktaufnahme erfolgte über Hausbesuche und Telefongespräche. Die Patienten der Kontrollgruppe nahmen weder während ihres stationären Aufenthaltes noch in den anschließenden 18 Monaten an keinem strukturierten Trainingsprogramm teil. Bei allen Patienten erfolgten regelmäßig ambulante Kontrolluntersuchungen.

Steigerung der Lebensqualität

In der Trainingsgruppe führte das ambulante Trainingsprogramm zu Stabilisierung und Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit (gemessen als 6-Minuten-Laufbandstrecke) sowie zur signifikanten Verbesserung der krankheitsbezogenen Lebensqualität. Sämtliche Lungenfunktionsparameter zeigten sich über 18 Monate stabil. Zudem gab es in der Trainingsgruppe im Vergleich zöm Kontrollkollektiv in der 18-monatigen Beobachtungszeit signifikant weniger exazerbationsbedingte Krankenhausaufenthalte; außerdem wurden inhalative Bronchodilatatoren signifikant weniger gebraucht. Die Patienten der Kontrollgruppe zeigten nach 18 Monaten eine signifikante Verminderung der körperlichen Leistungsfähigkeit in Verbindung mit einer deutlichen Zunahme der Beschwerdesymptomatik und des inhalativen Bronchodilatatoren-Gebrauches.

Die vorliegenden Daten belegen, dass unter Anwendung eines individuell dosierten, kontrollierten häuslichen Gehtrainings die während des stationären Kurzzeittrainingsprogrammes erzielten Effekte bei Patienten mit schwergradiger COPD aufrechterhalten und über einen längeren Zeitraum sogar gesteigert werden können. Den Patienten ist damit die Möglichkeit gegeben, die Anforderungen des Alltags leichter zu meistern, ihren Aktionsradius zu erweitern und dementsprechend mehr Lebensqualität zu' gewinnen. Eine übliche stationäre Therapie ohne stationäre Trainingsmaßnahmen und anschließende häusliche Betreuung führt hingegen zu einer nur vorübergehenden Verminderung der Dyspnoe, ohne die Progredienz des Krankheitsverlaufes beeinflussen zu können. Die Untersuchungsergebnisse lassen darüber hinaus auch erste Rückschlüsse auf mögliche positive sozioökonomische Wirkungen (Rückgang der krankheitsbedingten Komplikationen und Kosten) des angewendeten Trainingskonzeptes zu.

Freitag, 31. Oktober 2008

Erfolg mit Lungen-Op bei schwerer COPD

BOSTON (ikr). Patienten mit schwerer COPD (FEV1 unter 45 Prozent des Sollwertes) profitieren offenbar von einer operativen Behandlung zusätzlich zur Medikation.

In einer Studie erhielten 1204 Patienten mit schwerer COPD und ausgeprägtem Emphysem entweder nur eine optimale medikamentöse Therapie oder zusätzlich eine chirurgische Lungenvolumenreduktion (Am J Respir Crit Care Med 177, 2008, 164).

Die operierten Patienten hatten innerhalb von drei Jahren signifikant weniger Exazerbationen. Der positive Effekt könnte auf der postoperativ verbesserten Lungenfunktion beruhen, vermuten die Forscher um Dr. George R. Washko aus Boston.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Neues zu COPD: Moraxellen-Keime nisten sich trickreich in Atemwegen ein

BERLIN (eb). Wissenschaftler der Charité haben zusammen mit Kollegen die Rolle eines scheinbar unauffälligen Bakterienstamms bei der weiteren Entwicklung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) geklärt. Die Moraxellen besiedeln bei etwa 50 Prozent aller COPD-Kranken die unteren Atemwege und verändern das Zusammenspiel von Rezeptoren.

Dr. Hortense Slevogt von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie am Campus Virchow-Klinikum fanden jetzt gemeinsam mit ihren Kollegen aus Essen, München und dem schwedischen Malmö erstmals, wie die Moraxellen bei der COPD den Krankheitsverlauf beeinflussen: Sie aktivieren den Rezeptor CEACAM 1, ein Molekül, das Zellen miteinander kommunizieren lässt. So sind sie in der Lage, die Antwort des Immunsystems entscheidend zu schwächen (Nature Immunology 11, 2008, 1270).

Die Moraxellen ändern das Zusammenspiel zweier Rezeptoren zu ihren Gunsten

Rezeptoren sind als Empfangsstationen der Zellen chemisch für eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben ausgerüstet. Die Forscher um Slevogt fanden heraus, dass die Moraxellen das Zusammenspiel der beiden Rezeptoren CEACAM 1 und TLR 2 zu ihren Gunsten verändern können.

TLR 2 steht im Zentrum des körpereigenen Abwehrsystems. Aufgabe dieses Rezeptors ist es, eindringende Bakterien zu erkennen und zu bekämpfen. "Wir konnten zeigen, dass es den Moraxellen durch die Bindung an CEACAM 1 gelingt, die durch TLR 2 hervorgerufene Antwort des Immunsystems abzuschwächen. Die Bronchialschleimhaut reagiert zwar mit einer Entzündung, aber diese ist anscheinend zu schwach, um die Bakterien zu vernichten", erklärt Slevogt. Sie vermutet, dass es den Moraxellen so gelingt, längere Zeit in den Bronchien der COPD-Patienten zu bleiben und damit zu einer chronischen Belastung für die Lunge zu werden.

Die Wissenschaftler entnahmen menschliche Schleimhautzellen aus dem Bronchialtrakt und infizierten sie im Labor mit Moraxellen. Dann wiederholten sie den Vorgang mit genveränderten Moraxellen, denen die Fähigkeit, den Rezeptor CEACAM 1 zu aktivieren, genommen war. Ergebnis: Bei den veränderten Bakterien reagierte das Abwehrsystem der Zelle mit einer heftigen Entzündung, bei den "echten" Moraxellen verlief diese wesentlich schwächer. "Das könnte problematisch sein", erklärt Slevogt. "Denn die Entzündung soll eindringende Bakterien abtöten."

Die Berliner Wissenschaftler möchten weitere Untersuchungen zur Rolle der Moraxellen bei der COPD anschließen. Darüber hinaus hoffen sie auf positive Folgen ihrer Entdeckung: "Wenn es gelingt, die Wirkung der Moraxellen auf TLR 2 zu imitieren, dann wäre das vielleicht ein neuer Weg, um die Antwort des Immunsystems gezielt zu schwächen", meint Professor Norbert Suttorp, der Leiter der Klinik."Das wäre nützlich bei jeder Erkrankung, die mit einer zu starken Entzündung einhergeht."

AOK Info über COPD

Hier ist der Link - Klicken Sie Hier

Dr. Carolyn Matherly

Donnerstag, 23. Oktober 2008

COPD-Medikamente nicht absetzen


Berlin - Patienten, die zur Behandlung ihrer chronischen Bronchitis (COPD) die Anticholinergika Tiotropium (Spiriva, Boehringer Ingelheim/Pfizer) und Ipratropium (Atrovent, Boehringer Ingelheim) einnehmen, sollten sich nicht durch die jüngsten Meldungen über mögliche unerwünschte Nebenwirkung verunsichern lassen. Darauf weist die Deutsche Lungenstiftung (DLS) hin. Die beiden Wirkstoffe seien „in der ärztlich verschriebenen Dosis selbst für schwer kranke COPD-Patienten als sicher einzustufen und allen COPD-Patienten wegen ihrer guten Wirkung zu empfehlen“, sagt Professor Dr. Adrian Gillissen, stellvertretender Vorsitzender der DLS.

In den vergangenen Monaten hatten mehrere Studien auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle hingewiesen, das mit der Einnahme von Ipratropium oder Tiotropium verbunden sein könnte. „Nach genauerer Analyse dieser Publikationen kommen wir Lungenärzte von der DLS aber zu dem Schluss, dass die bisherigen Daten nicht aussagekräftig genug sind, weil deren Erhebung mit erheblichen methodischen Mängeln behaftet ist“, kritisiert Gillissen.

So sei das Ergebnis einer im Fachjournal JAMA (Journal of the American Medical Association) veröffentlichten Metaanalyse zu 50 Prozent durch eine einzige Studie beeinflusst, monieren die Lungenärzte. Da die gefundenen Unterschiede bei der Risikoberechnung sehr gering waren, erscheint es nach Ansicht der DLS nicht gerechtfertigt, diese Medikamente nicht mehr zu nehmen. Das Risikopotential der Anticholinergika sei „im Vergleich zu den erwünschten Wirkungen verschwindend gering und daher – insbesondere im Hinblick auf das tatsächlich lebensbedrohliche Risiko bei medikamentöser Nicht-Behandlung – vernachlässigbar“, so Gillissen.

Freitag, 19. September 2008

Nahrungsergänzungsmittel ?

Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, weil sich damit beim Trainieren die Muskelkraft noch weiter steigern lässt.

Das trifft allerdings nicht für Patienten zu, die unter der chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD leiden.

Darauf weisen britische Wissenschaftler um Michael Morgan vom Institute for Lung Health an den University Hospitals of Leicester in der Fachzeitschrift American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine (2008, Band 178, Seite 233-239) hin. Das zugeführte Kreatin wird zwar von COPD-Patienten ebenso wie bei Gesunden - verstärkt in die Skelettmuskeln eingebaut, erklärt Sarah Deacon, Erstautorin der Studie. Wir können aber bei den Patienten mit COPD keinen dadurch bedingten gesteigerten Trainingseffekt erkennen.

Als Teil des Krankheitsbildes der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD ist bei den Betroffenen unter anderem ein fortschreitender Muskelschwund mit zunehmendem Verlust der Masse und Kraft in den Skelettmuskeln zu beobachten. Wie sich bereits in vielen Untersuchungen gezeigt hat, können Lungensport, Ausdauer- und Krafttraining diesen Muskelschwund aber nachweislich abbremsen, dabei auch andere gesundheitliche Beschwerden der COPD abmildern und grundsätzlich die Lebensqualität der betroffenen Patienten deutlich verbessern. Die britischen Forscher in Leicester wollten nun untersuchen, ob eine zusätzliche Nahrungsergänzung mit Kreatin den COPD-Patienten dabei helfen könnte, diese Trainingseffekte schneller zu erreichen als durch körperliches Training allein.

Von hundert Studienteilnehmern, die alle unter COPD litten und ein siebenwöchiges Trainingsprogramm absolvierten, bekam die eine Hälfte Kreatin, die andere Hälfte ein Scheinmedikament (Plazebo). Wie zu erwarten, hatte sich die körperliche Leistungsfähigkeit nach den sieben Wochen Training bei allen Teilnehmern verbessert, berichtet Deacon. So fiel ein Gehtest, den wir am Ende des Trainingsprogramms durchführten, in der Kreatin-Gruppe um durchschnittlich 36,8 Meter besser aus und in der Pazebo-Gruppe um 24,3 Meter. Dieser scheinbare Unterscheid zwischen den beiden Gruppen war allerdings statistisch gesehen nicht relevant. Warum das Kreatin bei unseren COPD-Patienten offenbar keine messbaren Effekte bewirkte, können wir bisher nicht erklären. Möglicherweise haben die deutlicheren Effekte des körperlichen Trainings die geringeren Effekte des Kreatins überdeckt. Jedenfalls macht unsere Studie - wie viele andere Untersuchungen zuvor auch schon - noch einmal ganz deutlich, dass Lungensport, Ausdauer und Krafttraining einen wichtigen Teil der Therapie bei Lungenerkrankungen darstellen und den betroffenen Patienten enorme Vorteile bringen, betont Deacon.


Mittwoch, 17. September 2008

Broccoli & COPD

Eine in enthaltene Substanz dürfte die Schäden limitieren, die zu einer ernsthaften Lungenerkrankung führen können. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung () wird häufig durch verursacht.

Allein in Großbritannien sterben rund 30.000 jährlich an dieser Krankheit. der Johns Hopkins School of Medicine www.hopkinsmedicine.org haben nachgewiesen, dass die Aktivität des Gens NRF2 in menschlichen Lungenzellen erhöht. Dadurch werden die Zellen vor Schädigungen durch Toxine geschützt. Details der aktuellen wurden im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine ajrccm.atsjournals.org veröffentlicht.

Jetzt wurde eine deutlich geringere Aktivität des Gens NRF2 bei Rauchern mit einer fortgeschrittenen chronisch obstruktiven Lungenerkrankung nachgewiesen. Dieses Gen soll für das Auslösen verschiedener Mechanismen zur Entfernung von Toxinen und Schadstoffen verantwortlich sein, die die Zellen schädigen können. Frühere Studien mit Mäusen hatten gezeigt, dass eine Störung des Gens zu einem frühen Einsetzen von schweren führte. Dabei handelt es sich um einen Teil des Krankheitsbildes von , der den Betroffenen besonders zu schaffen macht. Die Erhöhung der Aktivität des Gens sollte zu wirksamen Behandlungsansätzen führen, die auch das Fortschreiten der Krankheit verhindern können.

Die aktuelle wies nach, dass in der Lage war, die verringerten NRF2-Werte in Zellen wiederherzustellen, die mit Zigarettenrauch in Kontakt gekommen waren. Der gleiche -Bestandteil schützt laut neuen Studien auch gegen die durch verursachte Schädigung der Blutgefäße. Kreuzblütengewächse wie wurden ebenfalls mit einem verringerten eines und eines Schlaganfalls in Zusammenhang gebracht.

Freitag, 12. September 2008

Handyprogramm verbessert Lungenfunktion

Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) profitieren von Ausdauersport. Ein speziell entwickeltes Handyprogramm kann die Patienten beim regelmäßigen Training zu Hause unterstützen.

Viele Studienergebnisse zeigen deutlich, dass sich Lungenfunktion und Lebensqualität von COPD-Patienten durch überwachtes Ausdauertraining verbessern lassen. Schwierig ist es allerdings, die betroffenen Menschen zu motivieren, regelmäßig an entsprechenden Übungsstunden teilzunehmen. Um dieses Problem zu lösen, führten Forscher aus Taiwan eine Pilotstudie mit 48 Betroffenen durch.

Jeder Patient wurde zu Beginn in ein Trainingsprogramm entsprechend seiner Leistungsfähigkeit eingewiesen. Dauer und Intensität des Trainings passten die Wissenschaftler im Laufe der Studie regelmäßig individuell an. Alle Teilnehmer wurden aufgefordert, ihr spezielles Trainingsprogramm zu Hause durchzuführen.

Ein individuelles Musikprogramm auf einem Handy unterstützte eine Hälfte der Studienteilnehmer während der ersten drei Monate. Das Tempo der Musik war dabei auf die Laufgeschwindigkeit des jeweiligen Patienten abgestimmt. Der Rest der Probanden sollte das Ausdauertraining ohne Überwachung selbstständig durchführen.

Die Ärzte überprüften regelmäßig Lungenfunktion und Trainingszustand der Studienteilnehmer. Dabei stellten sie fest, dass Patienten, deren Training per Mobiltelefon überwacht wurde, schon nach acht Wochen deutliche Verbesserungen hinsichtlich ihrer Ausdauer und ihrer Lungenfunktion zeigten. Diese positive Entwicklung ließ sich auch noch nach Ablauf eines Jahres feststellen. Teilnehmer, die ohne Handyüberwachung trainierten, wiesen diese Fortschritte nicht auf.

Die Forscher schließen aus ihren Ergebnissen, dass sich mit dem kontrollierten Ausdauertraining die Beschwerden von Patienten mit chronischer Lungenkrankheit optimal bessern lassen. Die Trainingsüberwachung durch Mobiltelefone sei einfach, zuverlässig und zeitsparend, betonten sie.

Sonntag, 7. September 2008

COPD und Fliegen

Fliegen stellt für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen eine erhöhte Belastung des Herzens dar und verursacht einen höheren Sauerstoffbedarf als bei Gesunden, was eine zusätzliche Sauerstoffgabe während der Flugreise erforderlich machen kann.

Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Werne hin. In der Flugzeugkabine herrscht ein ähnlicher Luftdruck wie im Hochgebirge im Airbus A380 zum Beispiel entspricht der Kabinendruck einer Höhe von etwa 2300 Metern über dem Meeresspiegel, erklärt Prof. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Rat der DGP und Leiter der Lungenklinik Kloster Grafschaft im nordrhein-westfälischen Schmallenberg.

Das ist für Gesunde unproblematisch, kann aber für Patienten mit einer Lungenfibrose oder Raucherbronchitis (COPD) zum Problem werden, da mit zunehmender Höhe die Sauerstoffsättigung in der Kabine abnimmt bei einer Flughöhe von zum Beispiel 2100 bis 2400 Metern sinkt sie um circa vier Prozent.

In der Folge reduziert sich sowohl bei den Patienten als auch bei Gesunden der Sauerstoffgehalt des Blutes. Um das auszugleichen, wird dann die Atemfrequenz gesteigert, um mehr Sauerstoff aufzunehmen. Dies allerdings verursacht für Lungenkranke viel mehr physiologischen Stress als für Gesunde, der mit einem zusätzlich erhöhten Sauerstoffbedarf einhergeht. Insgesamt müssen diese Patienten mehr Arbeit leisten und benötigen dazu mehr Sauerstoff, um ihre Herz-, Lungen- und Hirnfunktion unter Flugbedingungen aufrecht zu erhalten. Die Betroffenen sollten daher vor der Flugreise sicherstellen, dass für sie bei Bedarf ein Sauerstoffgerät im Flugzeug zur Verfügung steht.

Nicht im Flugzeug umherlaufen

Patienten mit chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sollten nicht im Flugzeug umherlaufen, weil körperliche Belastung den Sauerstoffverbrauch und damit den Abfall der Sauerstoffsättigung zusätzlich steigert, was bei diesen Patienten kritisch werden kann. Die Sauerstoffspannung, die beim Aufsteigen des Flugzeugs beträchtlich abnimmt, kann nach dem Erreichen der maximalen Flughöhe nur dann stabil bleiben, wenn der COPD-Patient keine unnötigen körperlichen Anstrengungen unternimmt, die den Sauerstoffverbrauch zusätzlich antreiben, erläutert Köhler. B

Betroffene sollten deshalb während des Fluges möglichst sitzen bleiben ganz entgegen der bekannten Ratschläge zur Vermeidung von Thrombosen. Schließlich lassen sich auch im Sitzen bestimmte Bewegungen durchführen, mit denen sich das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln in den Gefäßen verringern lässt, die für die Patienten aber weniger anstrengend sind.

Vor dem Abflug zum Lungenfacharzt gehen

Um besser abschätzen zu können, ob eine zusätzliche Sauerstoffgabe beim Fliegen erforderlich ist, sollten Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen sich vor der Reise lungenfachärztlich untersuchen lassen. Vor einer Flugreise sollte der betreffende Patient sich vorzugsweise in einem stabilen Zustand befinden, betont Köhler.

Das heißt, er sollte mindestens 50 Meter gehen können, ohne kurzatmig zu werden, und einen möglichst guten Lungenfunktionswert und Sauerstoffgehalt im Blut aufweisen. Wer demgegenüber am Flugtag eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands (eine so genannte Exazerbation) mit schwerer Atemnot erleidet, muss auf jeden Fall mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden.

Es gibt auch Lungenärzte, die vor dem Flug - mit dem so genannten hypoxia inhalation test - eine bestimmte Höhenexposition simulieren können, um festzustellen, wie stark der Sauerstoffdruckabfall beim Patienten ausfällt und welches Ausmaß insofern auch beim Flug zu erwarten sein dürfte. Dabei ist ab einem arteriellen Sauerstoffpartialdruck von weniger als 50 mm Hg bereits eine kontinuierliche Sauerstoffgabe zu empfehlen.

Samstag, 30. August 2008

Lungenemphysem

Das Lungenemphysem ist eine krankhafte Überblähung der Lunge. Man unterscheidet das plötzliche (akute), heilbare Lungenemphysem beim Asthmaanfall und das chronische Emphysem.

Letzteres tritt meist als Folge einer chronischen Bronchitis oder einer chronisch obstruktiven Bronchitis bei Rauchern ab dem 50. Lebensjahr auf. Sehr selten handelt es sich um einen angeborenen Enzymdefekt (Alpha-1-Proteinase-Inhibitor-Mangel), der bei Menschen unter 40 Jahren zum Emphysem führt.

Daneben gibt es aber auch berufsbedingte Ursachen. So können Staubbelastungen, eine Reihe von chemischen Substanzen sowie Druckbelastungen zu einem Emphysem führen. Zumindest bei Stäuben und chemischen Substanzen geht der Entstehung eines Emphysems eine chronische Bronchitis voraus, welche durch Fremdkörperreaktion (Stäube) oder den direkten Reiz (Chemikalien) ausgelöst wurde. Bei Druckbelastungen der Lunge werden die Lungenbläschen (Alveolen) überdehnt, bis sie platzen und ein Emphysem entsteht.

Ein Lungenemphysem zählt daher zu den so genannten COPD (chronic obstructive pulmonary disease = chronisch obstruktive Lungenerkrankungen). Außerdem gehören hierzu die chronisch obstruktive Bronchitis und das Asthma bronchale.

Lungenemphysem: Definition

Charakteristisch für das Lungenemphysem ist eine Überblähung des Lungengewebes infolge einer Überdehnung, die zum Platzen der Lungenbläschen (Alveolen) führen kann.

Bronchie
Aufbau der Lunge

Das Lungenemphysem gehört zu den so genannten COPD (chronic obstructive pulmonary disease = chronisch obstruktive Lungenerkrankungen). Als ihre Vorstufe gelten die einfache chronische Bronchitis und die chronisch obstruktive Bronchitis.

Lungenemphysem: Ursachen

Je nach Ursache können eine akute und eine chronische Form des Lungenemphysems unterschieden werden.

Das akute Lungenemphysem ist eine rückbildungsfähige Lungenblähung, die entsteht, wenn sich bei einem Asthmaanfall kleinere Bronchien verengt haben.

Als Ursache des chronischen Lungenemphysems wird ein Ungleichgewicht zwischen zerstörenden und schützenden Enzymen in den Alveolen angenommen. Bei entzündlichen Prozessen in der Lunge werden aus Granulozyten (der Abwehr dienenden weißen Blutkörperchen) Gewebe spaltende Enzyme freigesetzt. Überschießende Reaktionen werden durch ein im Blut zirkulierendes neutralisierendes Enzym, den α1-Proteinase-Inhibitor (früher als α1-Antitrypsin bezeichnet) verhindert. Menschen mit angeborenem α1- Proteinase-Inhibitor-Mangel entwickeln daher ein schweres Lungenemphysem. Dieser erbliche Enzymmangel ist jedoch sehr selten (ca. 1–2% aller Fälle).

Häufigste Ursache des chronischen Lungenemphysems ist Rauchen. Im Zigarettenrauch sind Substanzen enthalten, die den α1- Proteinase-Inhibitors inaktivieren. Hinzu kommt eine erhöhte Infektanfälligkeit bei Rauchern. Häufige Entzündungen der Bronchien führen zu chronischer Bronchitis. Typisch ist auch der morgendliche Husten nach dem Aufstehen, bei dem übelriechender Schleim abgesondert wird, der so genannte “Raucherhusten”. Als Folge der Erweiterung der Lufträume verringert sich über mehrere Jahre fortschreitend die Lungenelastizität, was zu einer Überdehnung der Lunge mit Minderdurchblutung und einem nicht rückbildungsfähigem Schwund von Lungengewebe führt.

Berufsbedingte Ursachen können ebenfalls zur Entstehung eines Lungenemphysems beitragen. So können Staubbelastungen, eine Reihe von chemischen Substanzen und Druckbelastungen zu einem Emphysem führen. Feinstäube treten u.a. im Steinkohlebergbau, in Steinbrüchen, Erzgruben oder als organische Mischstäube wie Futtermittel, Rohbaumwolle oder Flachs auf. Als chemische Ursachen für die Erkrankung zählen Aluminium, Beryllium, Cadmium, Lost, u.a.

Druckbelastungen der Lunge können durch eine Überdehnung der Alveolen ebenfalls zu einem Emphysem führen. Derartige Druckbelastungen treten z.B. bei Berufsmusikern (Bläser) oder Glasbläsern auf. Unter der besonderen Bedingung, dass ein Emphysem im Einzelfall nachweislich auf die Wirkung der genannten Ursachen zurückgeführt werden kann, ist eine Anerkennung als Berufskrankheit möglich.

Lungenemphysem: Symptome

Je nach Ausprägung der Veränderungen kommt es bei einem Lungenemphysem zu Leistungsminderung und schwerer Atemnot. Die Betroffenen leiden außerdem unter Husten und Auswurf. Der Brustkorb ist oft fassförmig gebläht. Die Ausatmungsphase ist deutlich verlängert. Meist setzen die Patienten die so genannte Lippenbremse ein, d.h. sie atmen gegen den gespitzten Mund aus, um ein Kollabieren der kleineren Bronchien zu vermeiden.

Nach dem äußeren Erscheinungsbild der Erkrankten können grob zwei Typen unterschieden werden, wobei zwischen beiden Typen fließende Übergänge möglich sind.

“pink puffer”: Unter dem so genannten “rosa Keucher” versteht man den reinen Emphysemtyp. Er ist eher mager, und leidet meist unter schwerer Atemnot mit niedrigem Sauerstoff-, aber normalem Kohlendioxidgehalt im Blut, jedoch ohne die Kennzeichen einer Zyanose (Blauverfärbung infolge einer Sauerstoffuntersättigung). Gelegentlich tritt Reizhusten auf. Diese Patienten versterben häufig, weil ihre Atmung versagt.

“blue bloater”: Der “blaue Huster” ist eher übergewichtig und zyanotisch, d.h. mit blauroter Verfärbung an Lippen und Nägeln aufgrund des Sauerstoffmangels. Er leidet unter geringerer Luftnot als der “pink puffer”, hat jedoch häufig Husten mit Auswurf. Tödlich kann hier eine Rechtsherzschwäche sein.

Lungenemphysem: Diagnose

Die Diagnose des Lungenemphysems beruht in erster Linie auf der Befragung des Erkrankten, d.h. der Anamnese (Rauchgewohnheiten, familiäre Häufung), sowie dem körperlichen Untersuchungsbefund. Beim Abhören der Lunge hört der Arzt z.B. ein Brummen. Das Atemgeräusch ist abgeschwächt, der “Klopfschall” laut und hohlklingend. Die Patienten atmen mit gespitztem Mund aus (”Lippenbremse”).

In der Röntgenaufnahme der Lunge finden sich indirekte Emphysemzeichen wie

  • horizontal verlaufende Rippen
  • verbreiterte Zwischenrippenräume
  • eine Abflachung des Zwerchfells mit verminderter Atembeweglichkeit
  • eine vermehrte Röntgenstrahlentransparenz der Lunge.

Im fortgeschrittenen Stadium erscheint das Lungengerüst durch Fibrose (krankhafte Bindegewebsvermehrung) verdickt. Außerdem können sich luftgefüllte Hohlräume bilden, so genannte Emphysemblasen.

Mit der Spirometrie (Bestimmung des geatmeten Gasvolumens) werden Lungenfunktionswerte bestimmt, welche die Diagnose festigen bzw. eine genaue Einteilung ermöglichen.

Lungenemphysem: Therapie

Bereits eingetretene Veränderungen des Lungengewebes aufgrund eines Lungenemphysems sind endgültig. Die Therapie beschränkt sich also darauf, den Krankheitsverlauf zu verzögern und die noch vorhandenen Reserven bestmöglich zu nutzen. Zunächst gilt es, die Inhalation krankmachender Substanzen zu vermeiden. Infekte der Luftwege müssen früh und konsequent behandelt werden. Physiotherapeutisch kann die Atemmuskulatur gestärkt werden. Bei schwerem Enzymmangel steht seit einiger Zeit ein humaner α1- Proteinase-Inhibitor zur Verfügung. Große Emphysemblasen können operativ entfernt werden.

In fortgeschrittenen Fällen ist eine ständige zusätzliche Sauerstoffzufuhr notwendig. Bei Erkrankten in einem sehr weit fortgeschrittenen Erkrankungsstadium bleibt als einzige Möglichkeit nur eine Lungentransplantation.

Lungenemphysem: Verlauf

Komplikationen

Bei einem Lungenemphysem können sowohl akute als auch chronische Komplikationen auftreten. Zu den akuten Komplikationen gehört die Ausbildung eines Spontanpneumothorax: Dabei kommt es zu einem Kollaps der Lunge, wenn Emphysemblasen platzen und Luft in den Pleuraspalt entweicht. Infekte der Luftwege können ein Lungenemphysem ebenfalls komplizieren, da sie die Leistungsreserve des Atemsystems schnell überfordern. Die chronischen Komplikationen führen über die Ausbildung eines Hochdrucks im Lungenkreislauf zu einer Überlastung der rechten Herzkammern (Cor pulmonale, Rechtsherzschwäche).

Prognose

Die Prognose eines Lungenemphysems ist schlecht, weil die Veränderungen der Lungenstruktur auch bei Behandlung nicht rückbildungsfähig sind. Menschen mit angeborenen α1- Proteinase-Inhibitor-Mangel entwickeln die Symptome eines Lungenemphysems meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Zusätzlich aufgetretene Erkrankungen wie das Cor pulmonale komplizieren die Erkrankung und verschlechtern die Prognose deutlich.

Lungenemphysem: Vorbeugen

Krankmachende Substanzen wie Tabakrauch zu vermeiden ist die beste Möglichkeit, einem Lungenemphysem vorzubeugen. Komplikationen während einer COPD können durch zwei Impfungen vermieden werden:

Grippe-Schutzimpfung

Diese Impfung wird jedes Jahr aufs Neue notwendig, weil die Grippeerreger jährlich wechseln. Sie ist ausschließlich gegen die Grippe (Influenza) wirksam und nicht gegen einfache Erkältungskrankheiten.

Pneumokokken-Schutzimpfung

Von gleicher Wichtigkeit wie die Impfung gegen Influenza ist die Impfung gegen Pneumokokken. Dies sind weit verbreitete Bakterien, die Lungenentzündungen hervorrufen können. Die Impfung sollte alle sechs Jahre aufgefrischt werden. Kürzere Abstände sind wegen der höheren Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen nicht zu empfehlen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut fordert in ihren aktuellen Impfempfehlungen explizit die Pneumokokken-Impfung für Asthmatiker und Menschen mit COPD.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Lungenemphysem”:

Selbsthilfegruppen / Beratungsstellen:

Deutsche Emphysemgruppe e.V.
Dipl.-Psych. Heide Schwick
1. Vorsitzende
Bundesgeschäftsstelle
Steinbrecherstr. 9
38106 Braunschweig
Telefon: 0531-234 90 45
http://www.emphysem.de

Emphysem-Mailingliste
http://www.emphysemliste.de/

Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.
Berliner Straße 84
D-55276 Dienheim
Telefon: +49 (6133) 35 43
Fax: +49 (6133) 92 45 57
http://www.patientenliga-atemwegserkrankungen.de/index.html

COPD - Deutschland e.V.
Fabrikstrasse 33
D-47119 Duisburg
Telefon: +49 (0203) - 71 88 742
Fax: +49 (0203) - 71 88 743
http://www.copd-deutschland.de

Koordinationsstelle der Selbsthilfegruppen Lungenemphysem-COPD
Lindstockstrasse 30
D-45527 Hattingen
Telefon: +49 (02324) - 99 90 00
Fax: +49 (02324) - 68 76 82
SHG-mailingliste@lungenemphysem-copd.de
http://www.lungenemphysem-copd.de

Linktipps:

www.emphysem-info.de
Dies ist eine umfangreiche Seite zum Thema Lungenemphysem und COPD. Sie finden u.a. Grundlagen zur Krankheit, aktuelle Informationen und FAQ´s.

www.deutsche-emphysemgruppe.de
Tipp: Liste nationaler wie internationaler Emphysem-Selbsthilfegruppen bzw. Vereinigungen

www.lungenemphysem-copd.de
Mailingliste für Lungenemphysem-Betroffene, um Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig Tipps zu geben

www.copd-deutschland.de
Der Verein COPD - Deutschland e.V. will Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Auf der Seite finden Sie u.a. Termine zu Informationsveranstaltungen des Vereins.

Montag, 4. August 2008

BODE Index

COPD - diese vier Buchstaben stehen für eine Krankheit, die aller Wahrscheinlichkeit nach in wenigen Jahren auf Platz 3 der häufigsten Todesursachen weltweit stehen wird. Im Jahr 1990 nahm sie noch Platz 6 ein. Weltweit beträgt die Prävalenz der COPD 18,5 Prozent. Wichtigste Ursachen sind Rauchen und Feinstaub.

Frauen holen stark auf: In manchen Ländern - zum Beispiel USA - übersteigt die Zahl von Frauen mit COPD bereits die der Männer.

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist sehr viel häufiger als bisher angenommen. Das belegen neue Daten aus der BOLD*-Studie. So konnte in Österreich bei über einem Viertel der zufällig ausgewählten über Vierzigjährigen eine COPD im Stadium I (FEV1 über 80 Prozent) oder höher nachgewiesen werden. Eine COPD im Stadium II - IV hatten 10,7 Prozent (II: FEV1 50 bis 80 Prozent; III / IV: FEV1 < 50 Prozent). Bereits diagnostiziert war die Erkrankung nur bei 5,6 Prozent der Teilnehmer (Chest 131, 2007, 29).

Dabei kann man einer COPD durchaus früh auf die Spur kommen. Nach Meinung von Professor Tobias Welte aus Hannover können drei einfache Fragen in der Hausarztpraxis klären, ob eine Spirometrie notwendig ist: Sind Sie über 40 Jahre alt? Sind Sie Raucher oder Exraucher? Haben sie Atemnot oder Husten?

In einem Pilotprojekt hatten 2200 von 13 000 Patienten alle drei Fragen mit "ja" beantwortet und wurden daher für eine Spirometrie ausgewählt. Bei 47 Prozent wurde eine COPD diagnostiziert. Das bedeutet: Nur zwei Patienten müssen untersucht werden, um eine COPD zu entdecken.
Für alle Patienten gilt: Risikofaktoren vermeiden

Die Therapie orientiert sich am Stufenschema der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. Für alle Patienten (Stadium I - IV) gilt: Risikofaktoren vermeiden, Grippe- und Pneumokokkenimpfung und bei Bedarf kurzwirksame Bronchodilatatoren. Hierzu zählen die Beta-2-Mimetika Fenoterol, Salbutamol und Terbutalin sowie das Anticholinergikum Ipratropium. Ipratropium gibt es auch als Fixkombi mit Fenoterol. Zugelassen für die Bedarfsmedikation bei COPD ist auch das rasch und zugleich lang wirksame Beta-2-Mimetikum Formoterol.

Ab Stadium II wird die zusätzliche Dauertherapie mit langwirksamen Bronchodilatatoren empfohlen. Zu ihnen zählen das Anticholinergikum Tiotropium (Spiriva®) und die beiden Beta-2-Mimetika Formoterol (etwa Foradil®) und Salmeterol (aeromax®, Serevent®). Ab Stadium III ist - bei wiederkehrenden Exazerbationen - die zusätzliche Dauertherapie mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS) indiziert.

Verfügbar sind ICS wie Beclometason (etwa Sanasthmyl®), Budesonid (etwa Pulmicort®) und Fluticason (etwa Flutide®). Fixkombinationen mit einem langwirksamen Beta-2-Mimetikum und einem ICS sind weitere Optionen. Es gibt die Kombinationen Formoterol / Budesonid (Symbicort®) und Salmeterol / Fluticason (Viani®, atmadisc®).

Bezüglich der Symptome und der Häufigkeit der Anwendung von Bedarfsmedikation waren in Studien die Fixkombinationen den Einzelsubstanzen überlegen.
BODE-Index erleichtert Einschätzung der Erkrankung

Um Patienten mit COPD künftig noch gezielter behandeln zu können, ist es notwendig, den Schweregrad so genau wie möglich zu bestimmen. Um sich hierbei nicht nur auf den FEV1-Wert - und damit auf den Grad der Obstruktion - verlassen zu müssen, wurde der BODE-Index entwickelt und in die aktuelle COPD-Leitlinie aufgenommen.

Das B in BODE steht für "Body Mass Index", das O für "Obstruction", das D für "Dys-pnoea" und das E für "Exercise Capacity". Bei dieser Schweregrad-Einteilung werden außer der Obstruktion das Körpergewicht, die Atemnot und die körperliche Belastbarkeit der Patienten berücksichtigt. Der BODE-Index trägt den Erkenntnissen Rechnung, dass es sich bei der COPD um eine Systemerkrankung handelt, die sich nicht nur in der Lunge manifestiert. Die chronischen Entzündungsvorgänge und die gesteigerte Atemarbeit führen zu einem erhöhten Energie- und Proteinumsatz mit Folgen für den gesamten Organismus. Hierzu zählen Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Osteoporose und kardiovaskuläre Erkrankungen. (otc)

*BOLD: Burden of Obstructive Lung Disease

COPD und Ernährung

Ungewollter Gewichtsverlust und die meist daraus resultierende Mangelernährung sind negative Prognosefaktoren bei COPD. Bei den betroffenen Patienten ist unter anderem sowohl die Lungenfunktion eingeschränkt als auch die maximale Sauerstoffaufnahme.

Angaben zur Häufigkeit eines ungewollten Gewichtsverlustes bei COPD- Patienten schwanken zwischen 22 und 52 Prozent. Charakterisiert ist der Gewichtsverlust vor allem durch die Abnahme der Magermasse, vorwiegend der Skelettmuskelmasse und der Fettmasse. In einer französischen Untersuchung mit etwa 300 COPD-Patienten war bei 38 Prozent die Körpermagermasse vermindert. Der BMI als Maß für die Fettmasse war dabei nur bei 17 Prozent der Patienten erniedrigt (< 20 kg/m2).

Die Abnahme der Skelettmuskelmasse führt zu verminderter peripherer Muskelfunktion und zu eingeschränkter Beweglichkeit. Zudem ist eine beeinträchtigte T-Zell-Immunität nachgewiesen, was die Anfälligkeit für Bakterien erhöht.

Ursachen für die Mangelernährung gibt es viele - erhöhter Energiebedarf, unzureichende Energie- und Nährstoffzufuhr sowie chronisch entzündliche Prozesse sind einige.

Mit einer Ernährungstherapie sollte bei chronischer Ateminsuffizienz früh begonnen werden, empfiehlt Dr. Gudrun Zürcher aus Freiburg. Sie rät zu häufigen kleinen Mahlzeiten. Der Eiweißbedarf sollte bei mindestens 1,5 g / kg / Tag liegen, der Fettanteil an der Gesamtenergiezufuhr zwischen 25 und 35 Prozent. Empfehlenswert sind auch mehrere kleine Portionen von Trinknahrung über den Tag verteilt zwischen den Mahlzeiten.

Kann die orale Ernährung nicht optimiert werden, ist eine enterale Ernährung indiziert. Diese kann als nächtliche Sondennahrung erfolgen.

Am effektivsten sind die Ernährungsmaßnahmen kombiniert mit körperlichem Training.

Samstag, 2. August 2008

COPD und Pneumonie: Moxifloxacin erfüllt die Anforderungen an ein schnell wirksames Antibiotikum

COPD und Pneumonie - Bei einer chronischen Bronchitis, einer ambulant erworbenen Pneumonie oder der Exazerbation einer diagnostizerten COPD ist eine schnelle und effiziente Antibiotikatherapie zur Hilfe des Patenten unabdingbar. Die Anforderungen an das Antibiotikum steigen mit der Dringlichkeit der Diagnose: hochwirksam und schnell in der Wirkung muß das Antibiotikum sein und zudem gut verträglich. Der Einsatz von Moxifloxacin hat sich bei diesen Patientengruppen in Klinik und Praxis als prognoseorientierte und wirtschaftliche Antibiotikatherapie bewährt.

Krankheitssituation in Deutschland bei bakteriell bedingten Atemwegsinfektionen
In Deutschland versterben jährlich nahezu 21.000 Menschen an einer akuten Exazerbation einer chronischen Bronchitis. 19.000 Todesfälle resultieren durch eine ambulant erworbene Pneumonie. Unter COPD leiden keineswegs nur Raucher. Rund 60 Prozent der Patienten haben früher einmal geraucht, jedoch nur 20 Prozent der Erkrankten rauchen noch aktuell. Leider gehen viele Patienten erst zu ihrem Arzt, wenn bereits ein hartnäckiger Infekt aufgetreten ist und die Diagnose COPD als Grunderkrankung gestellt werden muss.

Die bakteriell bedingten Atemwegsinfektionen stellen einen hohen Risikofaktor für die Patienten dar, da sie vor der Ersttherapie richtig erkannt und schnell therapiert werden müssen. Diese Aussage mag banal erscheinen. Wenn aber fast 50% aller COPD-Erkrankungen zunächst nicht richtig diagnostiziert und demnach auch falsch oder gar nicht therapiert werden, gewinnt die Aussage für jeden neuen Patienten mit einer Lungenerkrankung an Bedeutung. Bedingt durch unnötige Falschtherapien und vermeidbare Arbeitsunfähigkeiten stellt die Behandlung von ambulant erworbenen Pneumonien zudem einen wichtigen volkswirtschaftlichen Faktor dar.

Antibiotikum senkt Sterblichkeitsrate bei Pneumonie - Sterblichkeit ist abhängig von der Primärtherapie
'Bereits in den 30iger Jahren konnten Studien belegen, dass eine Behandlung mit Antibiotika die Prognose von Patienten mit Pneumonie nachhaltig bessert. Ohne eine Antibiotikatherapie verstarb nahezu jeder dritte Patient an Pneumonie. Durch die Verabreichung von Antibiotika lag die Letalität bei etwa zehn Prozent' so Professor Dr. Tobias Welte, Hannover.

Nach jüngsten Erkenntnissen hängt der Erfolg einer riskoorientierten Behandlung weniger von der Kenntnis des Erregers ab, weniger vom Alter oder Geschlecht des Patienten sondern vielmehr vom Status seines Immunsystems und vor allem von der Kürze der Zeit bis zur Diagnose und Primärtherapie.

Bei der Behandlung mit Antibiotika kommt es ferner auf das Risiko der ambulant erworbenen Pneumonie an. Liegt ein geringes Mortalitätsrisiko vor, kann ein Antibiotikum mit schmalem Wirkspektrum verordnet werden. Hingegen sollte bei älteren, multimorbiden Menschen und auch bei Patienten mit hoher Atemfrequenz ein breit wirksames hocheffektives Antibiotikum verabreicht werden. Besondere Risikofaktoren sind die chronische Herzinsuffizienz, chronische Leber- und/oder chronische Nierenerkrankungen sowie neurologische Erkrankungen. Laut Prof. Welte konnte die Sterblichkeit in Alten- und Pflegeheimen durch eine hochwirksame Antibiotikatherapie um etwa die Hälfte gesenkt werden.

Antibiotische Behandlung hat Sterblichkeit reduziert
Die antibiotische Behandlung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Sterblichkeit und ebenso auf die Langzeitprognose bei bakteriell bedingten Infektionen genommen. Sie gilt heute auch bei der bakteriellen Pneumonie als Standardtherapie. Die Überwindung von Infektionen hängt laut Prof. Welte wesentlich von der richtigen Antibiotikatherapie sowie von der Pathogenität der Erreger und der Abwehrfunktion des Wirtes ab.

Kombinationstherapie oder Monotherapie mit Atemwegs-Chinolon
Hierbei empfehlen sich nach Welte entweder ein Betalaktamantibiotikum in Kombination mit einem Makrolid oder eine Monotherapie mit einem Fluorchinolon wie Moxifloxacin.

'Chinolon ist eine effektive Behandlungsoption bei der Pneumonie', so Mitfessel. Zahlreiche Studien wie TARGET, MOXIRAPID oder CAPRIE, in denen Moxifloxacin mit Standardtherapien verglichen wurde, konnten dies belegen. Eine CAPNETZ-Analyse zeigte, dass insbesondere bei älteren Patienten mit ausgedehntem Erregerspektrum eine Sterblichkeitsreduktion bei einer Behandlung mit Moxifloxacin im Vergleich zu Betalaktamantibiotika einhergeht.

Länger exazerbationsfrei durch Moxifloxacin
Moxifloxacin kann ebenso effektiv bei der Therapie von COPD eingesetzt werden. Die exazerbationsfreien Intervalle werden deutlich verlängert. 'Die MOSAIC-Studie (Multicentre randOmised Study vs standard Antibiotic regimen In outpatients with acute exacerbation of Chronic bronchitis), an der sich 730 Patienten mit akuter Exazerbation einer chronischen Bronchitis (AECB) beteiligten, konnte dies belegen. Der klinische Heilungsprozess unter Moxifloxacin verlief signifikant besser und führte zu einer Keimeradikation, erklärte Dr. Mitfessel.

Hierbei fiel die Verlängerung der Zeit bis zur nächsten AECB von durchschnittlich 118 Tagen unter der Standardtherapie auf im Mittel 133 Tage unter Moxifloxacin als sehr herausragend auf. Das bedeutet für den Patienten 37 exazerbationsfreie Tage mehr pro Jahr, so Mitfessel.

Pharmaökonomie in der COPD - mit Antibiotika sparen
Die Prävalenz für COPD nimmt auf der Welt kontinuierlich zu. Besonders stark betroffen sind Frauen. Im Hinblick auf die Pharmaökonomie deutet Professor Dr. Dennis Nowak aus München anlässlich des 49. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. in Lübeck darauf hin, dass Patienten bei einer Verhinderung von akuten Exazerbationen, seltener stationär aufgenommen werden müssen. Den größten Kostenfaktor im Krankenhaus stellt die Pflege des Patienten dar. Nachgeordnet kommen die Medikamente. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf nahezu 12 Milliarden Euro pro Jahr.

Eine insgesamte Verlängerung des exazerbationsfreien Intervalls kann laut Prof. Nowak nur durch eine adäquate Behandlung der COPD erreicht werden. Eine effiziente Basistherapie der COPD muss vorausgesetzt werden und im Falle von Exazerbationen eine hocheffektive Antibiotikatherapie, wie sie z.B. mit Moxifloxacin, gewährleistet werden.

Samstag, 21. Juni 2008

Frauen und COPD

Frauen haben jetzt häufiger COPD als Männer

Zahl der rauchenden Frauen steigt stark / Ihre Atemwege reagieren empfindlicher und sie erkranken früher

HEIDELBERG (bd). Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist längst keine typische Männererkrankung mehr. Spezialisten empfehlen, auch bei Frauen an die Diagnose einer COPD denken.

Aufgrund ihres stärkeren Rauchkonsums war die Prävalenz von COPD bei Männern weltweit früher generell höher als bei Frauen. "Dieser Trend ist gerade einem raschen Wandel unterworfen", sagte die Lungenspezialistin Dr. Maria Cordina aus Malta beim Gender Medicine Congress in Heidelberg. Die Zahl der Raucherinnen, die bereits in jungen Jahren zur Zigarette greifen, steige weltweit beträchtlich. "Deshalb treten auch die Lungenerkrankungen bei ihnen in einer früheren Lebensphase auf", sagte Cordina bei der Veranstaltung des Deutschen Ärztinnenbundes - Regionalgruppe Baden-Württemberg und des Deutschen Pharmazeutinnenverbandes. Nach Berechnungen werde ein erheblicher Anstieg der COPD-Kranken zwischen 1994 und 2015 prognostiziert. Frauen seien wesentlich stärker betroffen als Männer.

Mit der Zunahme der Lungenerkrankung bei Frauen steigt auch die Zahl der Studien, die sich mit geschlechtsspezifischen Unterschieden beschäftigen.

Cordina verwies etwa auf eine US-amerikanische Untersuchung aus dem Jahre 2000, wonach die Zahl der Frauen mit COPD die der Männer in den USA sogar übersteigt. Der Schweregrad der COPD sei im Geschlechtervergleich bei den untersuchten Frauen und Männern vergleichbar gewesen, obwohl die Frauen nicht so lange geraucht hatten wie die Männer. Die Forscher gehen davon aus, dass die Lungenfunktion bei Frauen stärker durch das Rauchen beeinträchtigt wird als bei Männern, weil die Atemwege der Frauen wohl empfindlicher auf die Noxen reagierten, so Cordina. Keine Rolle scheinen indes das geringere Lungenvolumen oder der kleinere Durchmesser der Atemwege zu spielen.

Nach bislang verfügbaren Daten bedürfen Frauen mit einer COPD eher einer stationären Behandlung als Männer. Andererseits hätten sie eine höhere Überlebensrate. Die Wissenschaftlerin riet zu geschlechtsspezifischen Präventionsstrategien, um Frauen gezielt vom Rauchen abzuhalten.

Montag, 24. März 2008

Viagra für COPD ?


Was Viagra alles kann

Zufallsfund im Höhenrausch

Von Sonja Kastilan

23. März 2008 Wenn das Jahr 1998 eine Farbe hätte, wäre es Blau. Und zwar in jener Nuance, die jenseits von politischer Farbenlehre und Kunstdoktrin unmissverständlich verspricht, männliche Sehnsüchte mit Chemie zu erfüllen. Nicht die nach romantischer Liebe: Viagra-Blau bedient den Wunsch nach Sex. Im hohen Alter, wenn der Körper nicht mehr das nötige Stehvermögen besitzt. Oder wenn Krankheiten wie Diabetes, Arteriosklerose und Hormonstörungen die Leidenschaft in den Lenden zügeln.

Nicht nur im Penis wirkt Viagra, wie es sich bereits mehr als 35 Millionen Anwender ersehnten: „Wir setzen den Wirkstoff bei Lungenhochdruck ein und retten damit Leben“, sagt Friedrich Grimminger. Profitieren können Patienten mit Lungenfibrose, COPD und vermutlich mit Schistosomiasis, einer Parasitenkrankheit. Das Potenzmittel Viagra ist für den Direktor des Zentrums für Innere Medizin der Universität Gießen lediglich ein Türöffner: „Ein Schlüssel zum System des körpereigenen Botenstoffs Stickstoffmonoxid“, sagt Grimminger, „und ein Prototyp einer ganzen Substanzfamilie, die uns das Therapiekonzept einer intelligenten Gefäßweitung ermöglicht.“ Kurzum: Blut soll fließen, nach Bedarf und nicht überall.

Der „kleine blaue Diamant“ ersetzt Pumpen und Spritzen

Mit der Zulassung von Viagra am 27. März 1998 in den Vereinigten Staaten beginnt ein globaler Siegeszug, der sechs Monate später auch Deutschland erfasst und in Spam-E-Mails seither das Internet zur virtuellen Apotheke erklärt. Es ist die erste Pille, die Männer von Erektionsstörungen befreit und so von ihrer Urangst Impotenz. Wo vorher Vakuumpumpen und Spritzen zum Einsatz kamen, kann fortan ein kleiner „blauer Diamant“ - auf Rezept - rund vier Stunden lang wirken und eine erektile Dysfunktion beheben.

Diese Aufgabe übernimmt ein Wirkstoff namens Sildenafil, dessen Entwicklungsgeschichte Mitte der achtziger Jahre beginnt und heute als klassisches Beispiel eines Zufallsfunds gilt, entdeckt an der südostenglischen Küste im Pfizer-Forschungszentrum Sandwich. Dort suchten Chemiker eine Substanz, die ein bestimmtes Enzym, die Phosphodiesterase 5 (PDE5), blockieren sollte, um so die Herzkranzgefäße zu erweitern. Das von ihnen als UK-92480 entwickelte Sildenafil wurde nach vielversprechenden Tierversuchen schließlich klinisch getestet, im Jahr 1991 noch mit dem ursprünglichen Ziel, Angina pectoris zu behandeln. Eine dabei beobachtete Nebenwirkung bestimmt jedoch drei Jahre später das Testregime: Die Folgestudien konzentrieren sich auf das Erektionsvermögen der Probanden.

Es wirkt wie ein Restlichtverstärker

Sildenafil weckt kein Begehren, das nicht vorhanden ist, sondern unterstützt den natürlichen Blutfluss. Die Substanz wirkt, weil sie in das komplexe Geschehen im Schwellkörper des Mannes eingreift und für die nötige Entspannung sorgt. Bei sexueller Erregung wird hier im Unterkörper Stickstoffmonoxid freigesetzt: Dieses NO vermittelt lustvolle Botschaften des Gehirns an die Muskelzellen, die sich daraufhin entspannen und so zugleich die Arterien weiten - Blut kann einfließen und den Schwellkörper härten. Wie gut das gelingt, hängt außerdem von einem weiteren Botenstoff ab, dem cGMP. Werden davon zu wenig Signalmoleküle gebildet und schon enzymatisch abgebaut, bevor ihr NO-Auftrag erfüllt ist, bleibt es beim Wunsch nach praller Form.

Fülle kann jedoch entstehen, wenn schon etwa 30 Minuten zuvor Viagra eingenommen wurde. Der Inhaltsstoff Sildenafil blockiert das Enzym Phosphodiesterase 5 (PDE5), um den cGMP-Abbau zu verhindern, und wirkt auf diese Weise ähnlich einem Restlichtverstärker. „Eine Erektionsstörung ist meist eine Art Indikator, dass etwas im Gefäßsystem nicht stimmt“, sagt Friedrich Grimminger. Kranke können profitieren, müssen aber das Medikament wie vorgeschrieben und nicht in Kombination mit Blutdrucksenkern und Nitraten einnehmen, da sie sonst Komplikationen oder wie in einigen Fällen Herzinfarkte riskieren. Die amerikanische Zulassungsbehörde warnt auch vor seltenen Sehstörungen.

Ein Tabu wird zum Thema - und zum Geschäft

Gesunde Männer merken praktisch kaum Unterschiede. Das macht Sildenafil auch für Grimminger zum sicheren Medikament mit geringen Nebenwirkungen, weil es die Blutgefäße nur weiten kann, wo sein Angriffsziel in der Muskulatur vorhanden ist - in den Alveolen der Lunge zum Beispiel.

Das Problem der Impotenz ist durch Viagra keineswegs verschwunden, nur vertuscht. Manche Sexualmediziner wie Hartmut Bosinski von der Universität Kiel sprechen durchaus von Symptomkosmetik, aber nicht ohne Viagra und entsprechende Konkurrenzprodukte als „wichtige und geniale Medikamente“ zu würdigen. Die Potenzmittel erlösen viele Männer von ihren Versagensängsten und lassen sie nicht erst lange Jahre warten, bevor der Leidensdruck sie zum Arzt zwingt. Ihr neu erwachtes Sexualleben stärkt laut Studien das Selbstbewusstein und rettet nicht selten eine im Schweigen erstarrte Partnerschaft. Nach Schätzungen sind 190 Millionen Männer betroffen. Viagra macht ein Tabu zum Thema - und zum Geschäft.

Für den vom Jetlag gestressten Hamster

Aber lange bevor Pfizer die ersten Dollar mit den rautenförmigen Tabletten verdiente, legten drei Forscher den Grundstein für diese neuartige Therapie. Die amerikanischen Wissenschaftler Robert F. Furchgott, Ferid Murad und Louis J. Ignarro entdeckten, welche Rolle das Stickstoffmonoxid im Körper besitzt. Sie enttarnten das als Luftschadstoff geächtete Molekül NO als wichtigen Neurotransmitter im Herz-Kreislauf-System und zeigten dessen entspannende Wirkung auf die Gefäßmuskulatur. Im Jahr 1998 wurden Furchgott, Murad und Ignarro mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt.

Welches enorme Potential ihre Forschung besitzt, lässt bereits die Zulassung von Viagra ein halbes Jahr davor erahnen, das als Medikament in die von NO ausgelöste Signalkaskade eingreift. Gerade kuriose Untersuchungen zeigen, in welchem Ausmaß Sildenafil Einfluss nimmt: Bei Schnittblumen verlängert Viagra im Wasser die Haltbarkeit, und Hamster erholen sich schneller vom Jetlag. Letzteres veröffentlichte eine argentinische Forschungsgruppe 2007 in PNAS und erhielt dafür prompt den satirisch gemeinten Ig-Nobelpreis in der Kategorie Luftfahrt. Ein Spaß mit ernstem Kern, wenn Sildenafil, wie von den Forschern vermutet, die innere Uhr im Gehirn beeinflusst. Sicher ist, dass Viagra auch Hamstern zu Erektionen verhilft.

Ohne Not - aber mit roten Ohren

Von Anfang an hat das Medikament die Phantasie beflügelt. Auffallend koloriert und in Rautenform gepresst, gerät Viagra zum Inbegriff einer zweiten sexuellen Revolution. Gerüchte kursierten über wilde Orgien dank dieser modernen „Poppers“-Variante und einen neuen Leistungsdruck in der Pornoindustrie. Selbst in seriösen Studien finden sich Hinweise, dass der Wirkstoff den penilen Härtegrad erhöht, riskantes Sexualverhalten fördert, die Erholungsphase zwischen Erektionen verkürzt und dass zunehmend jüngere Männer zwischen 18 und 45 das Medikament schlucken. Ohne medizinische Not nehmen sie dabei Kopfschmerzen und rote Ohren als häufigste Nebenwirkung in Kauf.

Dass sich mit dieser Pille ein Milliardenmarkt erschließen lässt, erkannten nicht nur die Forscher und Produktmanager des Pharmaunternehmens Pfizer schnell. Neben Viagra konkurrieren heute vor allem die PDE5-hemmenden Pillen von Eli Lilly und Bayer um die Gunst der Patienten mit erektiler Dysfunktion, die nur in Ausnahmefällen finanzielle Beihilfen von den Krankenkassen erhalten. Je nach Dosis und Packungsgröße kostet sie das blaue Medikament durchschnittlich elf Euro - bei weltweitem Einsatz summierte sich das 2007 für Pfizer zum Jahresumsatz von 1,7 Milliarden Dollar. Cialis, das leuchtend orange Lilly-Präparat, erzielte im gleichen Jahr 346 Millionen Dollar und ist in Deutschland inzwischen gar Marktführer.

Zum Test auf den Mount Everest

Die Wirkung von „Le Weekender“, wie Cialis in den Vereinigten Staaten genannt wird, hält etwa 36 Stunden an. Wohl ein ebenso reizvoller wie beruhigender Gedanke, der den Wirkstoff Tadalafil in einer aktuellen Studie der Universität Cairo bei „Honeymoon“-Impotenz zur Anwendung bringt. Und das ist nur eines der zahlreichen Beispiele, in denen Männer von den bunten Potenzpillen profitieren. Die weibliche Lust scheint komplizierter, eine bessere Durchblutung der Genitalien genügt offenbar nicht. Pfizer hat nach einigen Studien entsprechende Tests abgebrochen.

Trotzdem schlucken Tausende Frauen regelmäßig den Wirkstoff Sildenafil. Dreimal täglich, jeden Tag. Am Lungenzentrum in Gießen werden auf diese Weise 2300 Patienten behandelt. „Die Therapie hält 420 von ihnen überhaupt am Leben“, sagt Direktor Friedrich Grimminger. Ihnen droht sonst Herzversagen. Statt Viagra schlucken sie meist runde Tabletten in unschuldigem Weiß: Revatio, für das Pfizer im Jahr 2005 die Zulassung erhalten hat. Im Eilverfahren, weil Sildenafil Leben rettete. Auch „blue babies“ mit angeborenem Herzfehler lassen sich damit stabilisieren bis zur nötigen Operation. Bevor das Unternehmen den Antrag für Revatio stellte, musste Grimminger allerdings erst den Mount Everest erklimmen.

„Bei einem längeren Aufenthalt in großen Höhen führt der Sauerstoffmangel bei Gesunden zum Lungenhochdruck wie sonst bei unseren Patienten mit chronisch verengten Lungengefäßen“, sagt Grimminger. Für die entsprechende Studie kletterten fünf Mediziner und neun Profibergsteiger im Himalaja, um bei den über 5000 Metern herrschenden Extremen zu erleben, wie Viagra im Selbstversuch die Leistung verbessert. „Eine große Chance für Patienten mit Lungenhochdruck und bei Rettungseinsätzen, aber kein Doping-Mittel für Bergsteiger“, warnt Grimminger. Der Lungenspezialist hofft, dass Sildenafil und neue Weiterentwicklungen auch HIV-Infizierten und den rund 300 Millionen Schistosomiasis-Patienten helfen können. Infektionen mit Schistosoma-Parasiten, den Pärchenegeln, hält Grimminger für die weltweite Hauptursache von Lungenhochdruck. Studien des internationalen Pulmonary Vascular Research Institute laufen bereits. Für viele Betroffene ist der Zufallsfund Sildenafil ein Lebensretter - und keine Lifestyle-Droge.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Ein Silikonnasenbrille


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Danke!

Freitag, 19. Oktober 2007

Patientenseminar: Chronische Atemwegserkrankungen (COPD)

Zwei Vorträge am 24. Oktober 2007, ab 18 Uhr in Geb. 40, Hörsaal der Inneren Medizin des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) in Homburg

(lifepr) Homburg/Saar, 18.10.2007 - Eine Veranstaltungsreihe der Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V. und der Deutschen Lungenstiftung e.V. in Kooperation mit der Klinik für Innere Medizin V - Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin (Direktor: Prof. Dr. Gerhard W. Sybrecht) für Patienten mit chronischen Lungen- und Atemwegserkrankungen.

Der informierte Patient kommt besser mit seiner Krankheit zurecht und gewinnt Lebensqualität zurück – deshalb wollen wir Sie in einer Reihe abendlicher Veranstaltungen informieren:

- Jeden Abend widmen wir dabei einem bestimmten Thema
- Zuerst referieren Ärztinnen oder Ärzte zu dem jeweiligen Thema
- Dann beginnt eine Frage-Antwort-Runde: Sie fragen und die Experten antworten Ihnen

Erster Vortrag ab 18 Uhr: Einsatz von Cortison bei COPD - Freund oder Feind?

Der Einsatz von Cortison bei der Behandlung von chronisch entzündlichen Atemwegserkankungen wird zwischen Ärzten und Patienten immer wieder diskutiert. Aus Angst vor möglichen Nebenwirkungen nehmen Patienten oft das verordnete Cortison nicht ein. Bei einem Asthma bronchiale gilt das inhalierbare Cortison als Basismedikament der Therapie.

- Welchen Stellenwert hat Cortison bei der Behandlung einer COPD?
- Soll auch bei einer COPD regelmäßig Cortison inhaliert werden?
- Wann ist bei einer COPD die Einnahme von Cortison-Tabletten zwingend?
Herr Dr. Frantz wird Sie umfassend über Pro und Kontra beim Einsatz von Cortison informieren.

Im Anschluss: COPD und Schlaf

Patienten mit einer COPD haben häufig auch Schlafstörungen. Sie schnarchen heftig und laut, schlafen schlecht und fühlen sich tagsüber müde und wenig leistungsfähig. Sauerstoffmangel während des Schlafes stellt für Patienten mit COPD ein zusätzliches gesundheitliches Problem dar.

Frau Dr. Ploner wird Ihnen erläutern, welche Ursachen Schlafstörungen haben, wie sie erkannt und diagnostiziert werden können. Vor allem aber werden Sie erfahren, welche Möglichkeiten der Therapie bestehen.

Ansprechpartner:
Herr Prof. Dr. Gerhard W. Sybrecht
Klinik für Innere Medizin V - Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin des UKS
E-Mail: gerhard.sybrecht@uks.eu
Telefon: +49 (6841) 16-23600

Frau Dr. Sigrid Reicke
Telefon: +49 (6133) 35-43
Fax: +49 (6133) 9245-57
Zuständigkeitsbereich: Geschäftsstelle der Patientenliga Atemwegserkrankungen e. V

Donnerstag, 18. Oktober 2007

COPD und Lungenkrebs


Lungenkrebs auf dem Vormarsch


«Schwere Lungenerkrankungen sind auf dem Vormarsch. In rund fünf Jahren werden sie Todesursache Nummer eins sein», erklärt Professor Dr. Wolfgang Krawietz, Chefarzt am Klinikum Rosenheim. «Dann werden sie Herz-/Kreislauferkrankungen auf die zweite Stelle verdrängt haben.» Deshalb wurde am Klinikum Rosenheim das Lungenzentrum «Netzwerk Lunge» gegründet.


Rosenheim/Landkreis - Mit dabei in diesem Netzwerk sind neben den verschiedenen Fachdisziplinen des Klinikums wie Thoraxchirurgie, Strahlentherapie, Pneumologie, Radiologie und Onkologie auch die Triamed-Kliniken und niedergelassene Ärzte mit pneumologischen Praxen. «Die Erkrankungen der Atmungsorgane gehören zu den großen Volkskrankheiten. Auch in unserer Region steigen die Zahlen der Betroffenen», so Krawietz.


Neben Lungenkrebs drohen den Patienten schweres Bronchialasthma, chronische Bronchitis und Emphyseme (Überblähung der Lunge), alles Krankheiten, die unter Fachleuten mit dem Begriff COPD (chronische obstruktive Atmungserkrankungen) zusammengefasst werden.
Laut Fachleuten erkranken rund fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung an schwerem Asthma mit großer Atemnot und bereits zehn Prozent der Kinder. Und die Zahlen seien am Steigen, so der Rosenheimer Pneumologe Dr. Georg Lueg. Vielfach gehen Patienten erst sehr spät zum Arzt, wenn die Krankheitsbilder voll ausgeprägt seien. «Wer länger als acht Wochen an Husten oder gar Auswurf leidet, sollte sich unbedingt bei einem Lungenfacharzt vorstellen», rät Krawietz. Denn bei einem Emphysem etwa seien den Medizinern die Hände gebunden. «Der Patient kann zwar noch einatmen, aber er bringt die Atemluft nicht mehr aus der Lunge. Sie ist regelrecht überbläht.»


«Das Risiko, an Heuschnupfen oder Asthma zu erkranken, hat sich heutzutage erhöht, weil viele neuartige Substanzen in der Umwelt zu finden sind.» Neben veränderten Essgewohnheiten sind auch die Lebensumstände anders geworden. «Kinder halten sich Meerschweinchen, Hasen, Ratten, Hunde und Katzen in der Wohnung. Der Kontakt zu diesen Haustieren ist sehr eng, das bleibt nicht ohne Folgen», sagtLueg.

Aber auch die beliebten Kiwi-Früchte lösen Allergien aus. Daneben seien verschiedene Kunststoffe wie Zweikomponentenkleber und Schimmelpilze wahrscheinliche Auslöser für Bronchialerkrankungen.
«Hinzu kommt, dass diese COPD-Patienten bis zu 90 Prozent auch Raucher sind. Ihr Risiko, an einem Lungenkarzinom zu sterben, ist extrem hoch», sagt Lueg.
Besonders in der westlichen Welt nimmt die Rate der an Lungenkrebs Erkrankten stark zu. «Hauptursache dafür ist das Rauchen», so Krawietz. Zwar nehme die Zahl der männlichen Raucher ab, doch die Gesamtzahl bleibe konstant, da Frauen und Jugendliche verstärkt zur Zigarette greifen, macht der Mediziner deutlich. «Wenn Jugendliche bereits mit zwölf Jahren zu rauchen beginnen, hat das für sie gravierende Folgen. Je jünger der Raucher, umso schlimmer die Konsequenzen», so Lueg.
Doch gebe es auch eine gute Nachricht. «Mit dem Rauchen aufzuhören, lohnt sich immer», so der Fachmann. Allerdings müsse der Raucher völlig von seiner Sucht lassen. «Nur die Zahl der Zigaretten zu reduzieren, bewirkt nichts.»

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Therapie bei COPD wird jetzt leichter

Mechanischer Inhalator für Tiotropium lässt viel Zeit zum Inhalieren / Hohe Wirkstoffdeposition in der Lunge

DORTMUND (djb). Der langwirksame Bronchodilatator Tiotropium wird für Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) jetzt in einem neuen Inhaliergerät (Spiriva® Respimat®) angeboten. Es erleichtert Patienten die Inhalation des Wirkstoffs. Experten wie Dr. Thomas Voshaar aus Moers versprechen sich von dem neuen Gerät Fortschritte in der Langzeitbehandlung von COPD-Kranken.

Der sogenannte Doppelstrahl-Impaktionsinhalator ist ein handbetriebenes, treibgasfreies, mechanisches Inhalationsgerät, erläuterte Voshaar bei der Einführungs-Pressekonferenz in Dortmund. Das Gerät gibt den Wirkstoff in einer langsamen, lang anhaltenden Sprühwolke ab, die den Patienten mehr Zeit zum Inhalieren lässt als Dosieraerosole. Das erleichtert die für die bestmögliche Aufnahme des Wirkstoffs in der Lunge wichtige Koordination zwischen Sprühvorgang und Einatmung, so Voshaar bei der Veranstaltung von Boehringer Ingelheim und Pfizer.

Der flüssige Wirkstoff wird durch die mechanische Kraft einer gespannten Feder durch ein spezielles Fein-Filtersystem und eine Zweistrahldüse, den sogenannten Uniblock, gedrückt, berichtete Dr. Gerhard Scheuch aus Gemünden. Aus dem Uniblock tritt der Wirkstoff über zwei Kanäle so aus, dass sich die beiden Strahlen treffen und einen Sprühnebel erzeugen. Durch die geringe Austrittsgeschwindigkeit der sehr kleinen Wirkstoffpartikel hält der Sprühnebel lange an und lässt Zeit für eine langsame und tiefe Inhalation. Dies gewährleiste eine hohe Lungendeposition. Im Vergleich zu Dosieraerosolen verbleibt weniger Substanz im Mund-Rachen-Raum.

Das langwirksame Anticholinergikum Tiotropium erweitert die Bronchien anhaltend über 24 Stunden. Die Substanz verringert die Atemnot und Lungenüberblähung sowie die Zahl der Exazerbationen und Krankenhauseinweisungen bei COPD-Patienten signifikant, haben klinische Studien ergeben. Und die Patienten werden wieder belastbarer. Empfohlen wird das Medikament in Leitlinien für die Basistherapie bei mittelschwerer bis schwerer COPD, also einer Einsekundenkapazität (FEV1) von unter 80 Prozent des Sollwertes.

Mittwoch, 22. August 2007

Dynamic Hyperinflation - 4 von 14

Dienstag, 14. August 2007