Donnerstag, 9. Juli 2009

COPD beeinträchtigt kognitive Leistungen

Die COPD kann in schweren Fällen bei älteren Erwachsenen die kognitive Leistung beeinträchtigen. Das ergab eine Studie der Mount Sinai School of Medicine in New York, an der mehr als 4.150 Menschen mit oder ohne COPD teilnahmen. Die Ergebnisse werden im Fachmagazin "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" (Ausgabe vom 15. Juli) veröffentlicht.

Das Forscherteam um Dr. William W. Hung hatte die Daten der Health and Retirement Study ausgewertet, einer großen, nationalen Studie an Amerikanern der Altersgruppe 50plus. Die Teilnehmer hatten in den Jahren 1996, 1998, 2000 und 2002 an kognitiven Tests teilgenommen. Von den 4.150 Testpersonen hatten 492 COPD; bei etwa einem Drittel (153) zeigte die Erkrankung einen schweren Verlauf.

Die Datenauswertung brachte ein klares Ergebnis: Menschen mit schwerer COPD hatten bei den kognitiven Tests signifikant schlechter abgeschnitten als gesunde Studienteilnehmer. Dieser Zusammenhang war auch dann erkennbar, wenn die Forscher weitere Faktoren wie soziodemographische Parameter berücksichtigten. Eine stärkere kognitive Beeinträchtigung kann beispielsweise dazu führen, dass der Patient Probleme beim Umgang mit Geld oder Medikamenten hat.

Eine mögliche Erklärung für den entdeckten Zusammenhang: Bei COPD kann der Sauerstoffspiegel im Blut phasenweise erniedrigt sein (Hypoxie). Das könnte die Leistungsfähigkeit des Gehirns verschlechtern. Andererseits könnte der Sauerstoffmangel auch Krankheiten verursachen oder verschlimmern, die typischerweise mit kognitiven Beeinträchtigungen einhergehen, wie beispielsweise Alzheimer.

Dienstag, 7. Juli 2009

Eine gewisse Erfolg !

Erstmals zeigt eine Wirkstoffkombination Erfolge in der Therapie der Raucherkrankheit COPD: Sie soll den Verlust der Lungenfunktion aufhalten können.

Die chronisch obstruktive (verengende) Lungenerkrankung COPD stellt heute bereits weltweit die vierthäufigste Todesursache dar. Bisher gab es kein Medikament, das ein Fortschreiten der Krankheit verhindern konnte. Therapien konnten lediglich die Symptome lindern.

Die TORCH-Studie (Toward a Revolution in COPD Health) untersuchte die Wirkung der Kombination des ß-Agonisten Salmeterol mit einem inhalativen kortikoiden Steroid (Fluticasone Propionate). Es zeigte sich, dass die beiden Wirkstoffe im Zusammenspiel und jeweils auch allein einen positiven Einfluss hatten. Sie verringern die Sterblichkeit, verzögern das Voranschreiten der Krankheit, verbessern die Lebensqualität und erhalten die Lungenfunktion von COPD-Patienten.

Die Lungenfunktion bestimmen Wissenschaftler über das Volumen der ausgeatmeten Luft in einer Sekunde (FEV1 = forciertes exspiratorisches Volumen). „Eine Medikamententherapie mit Salmeterol plus Fluticasone Propionate oder deren Komponenten verbessert den Wert des FEV1 von Patienten mit mittelschwerem bis schwerem COPD und verlangsamt das Fortschreiten der Krankheit“, schreibt Studienleiter Bartolome R. Celli, Professor an der Tufts University School of Medicine. Damit sei dies die erste Medikamententherapie, die einen Effekt zeigte.

Langsameres Voranschreiten der Krankheit

Die TORCH-Studie ist eine randomisierte doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 6000 COPD-Patienten aus 42 Ländern. Nach dem Zufallsprinzip erhielten die Probanden entweder Salmeterol oder das inhalative kortikoide Steroid oder eine Kombination von beiden oder ein Placebo. Es zeigte sich, dass sich das Lungenvolumen der Versuchspersonen, die eine Kombination der beiden Wirkstoffe erhalten hatten, am wenigsten verschlechterte. „Zwar kann die Therapie die Verschlechterung der Lungenfunktion der COPD-Patienten nicht gänzlich aufhalten. Aber sie kann sie entscheidend verlangsamen“, sagt Bartolome R. Celli.

In Deutschland leiden rund fünf Millionen Menschen an COPD, weltweit etwa 600 Millionen. Von den zehn häufigsten tödlichen Krankheiten ist COPD die einzige, deren Verbreitung zunimmt. Das geht vor allem auf die wachsende Zahl der Raucherinnen zurück.

Die Studienergebnisse sind in der zweiten August-Ausgabe des American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine erschienen.

Freitag, 3. Juli 2009

Frage / Antwort Karten

Freitag, 26. Juni 2009

Soja & COPD

Soy consumption and risk of COPD and respiratory symptoms: a case-control study in Japan

Abstract

Background
To investigate the relationship between soy consumption, COPD risk and the prevalence of respiratory symptoms, a case-control study was conducted in Japan.

Methods
A total of 278 eligible patients (244 men and 34 women), aged 50-75 years with COPD diagnosed within the past four years, were referred by respiratory physicians, while 340 controls (272 men and 68 women) were recruited from the community. All participants underwent spirometric measurements of respiratory function. Information on demographics, lifestyle characteristics and habitual food consumption was obtained using a structured questionnaire.

Results
Total soy consumption was positively correlated with observed lung function measures. The mean soy intake was significantly higher among controls (59.98, SD 50.23 g/day) than cases (44.84, SD 28.5 g/day). A significant reduction in COPD risk was evident for highest versus lowest quartile of daily intake of total soybean products, with adjusted odds ratio (OR) 0.392, 95% CI 0.194-0.793, p for trend 0.001.

Similar decreases in COPD risk were associated with frequent and higher intake of soy foods such as tofu and bean sprouts, whereas respiratory symptoms were inversely associated with high consumption of soy foods, especially for breathlessness (OR 0.989, 95% CI 0.982-0.996).

Conclusions
Increasing soy consumption was associated with a decreased risk of COPD and breathlessness.


Click here for the study in English.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Roland Kaiser & COPD

Samstag, 20. Juni 2009

Tipps für den Umgang mit COPD

Hilfreiche Hinweise für Atmungspatienten, entwickelt von den Mitgliedern des Atem-Klubs am Gaylord Hospital, Wallingford, Connecticut. Geschrieben von Katherine Meek Romanik, illustriert von Natasha Lessnik. Gewidmet zu Charles Goodwin und Caroline Weiss. Übersetzt von Reiner Lüttel. Klick hier.

Samstag, 13. Juni 2009

WHO und EFA rufen zu weltweitem Handeln bei chronischen Atemwegserkrankungen auf

Rom - Aufruf zur Reduzierung der vier Millionen jährlichen Todesfälle, die von einem Leiden verursacht werden, das weltweit mehr Todesopfer fordert als AIDS[1]

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die European Federation of Allergy and Airways Diseases (EFA/ europäischer Verband der Patientenvereine für Allergien und Krankheiten der Atemwege) gaben bekannt, dass sie über 150 internationale Delegierte zusammenbringen werden, um gemeinsam über die wachsende Epidemie chronischer Atemwegserkrankungen (CRD/chronic respiratory disease) zu diskutieren. CRD betrifft weltweit mehr als eine Milliarde Menschen[1],[2],[3] und ist jährlich für mehr als 4 Millionen Todesfälle verantwortlich[1]. Die Konferenz wird eine fünfjährige Initiative diskutieren, deren Ziel es ist, Entscheidungsträger, Versorger und Patientengruppen zu vereinigen. Sie wird am 12. und 13. Juni im italienschen Gesundheitsministerium in Rom veranstaltet.

EFA und die WHO Globale Allianz gegen chronische Atemwegserkrankungen (GARD/Global Alliance against Chronic Respiratory Diseases) kämpfen für und mit den an Atemwegserkrankungen leidenden Patienten für eine Welt, in der jeder frei atmen kann. Die Konferenz wird die Rolle der Patientenorganisationen sowie die Implementierung des GARD Aktionsplans 2008-2013, innerhalb des Plans der WHO für die Globale Strategie zur Prävention und Kontrolle von nicht übertragbaren Krankheiten 2008-2013, untersuchen. Der Aktionsplan zeigt, dass ein klares Bedürfnis für die Zusammenarbeit zwischen Entscheidungsträgern, Anbietern und Patientenorganisationen besteht, um die Pflege und das Umfeld sowie die Integration von Gesundheitsfragen in allen Strategien zu verbessern[4]. Durch die Zusammenarbeit der europäischen Patientenvereinigungen (EFA) mit GARD, wurde diese wichtige Allianz auf allen fünf Kontinenten dank eines starken, geschlossenen Mitspracherechts aller Patienten zu einem globalen Einflussfaktor.

Jean Bousquet, Professor für Lungenheilkunde an der Universität von Montpellier und Vorsitzender der WHO GARD, ist einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Atemwegserkrankungen und wird auf der Konferenz einen Vortrag halten: "Die durch Allergien, Asthma und chronische obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) verursachte Belastung für Europa und den Rest der Welt ist so gross, dass die Kosten, die durch Untätigkeit entstehen, einfach unakzeptabel sind. Die WHO hat das durch Atemwegserkrankungen entstehende menschliche Leid erkannt und diese daher zwischen 2008 und 2013 zu einem ihrer Hauptanliegen erklärt."

Marianella Salapatas,amtierende Präsidentin der EFA: "Unsere globale Botschaft an Entscheidungsträger und das neue Europaparlament bzw. die Europakommission lautet, dass chronische Atemwegerkrankungen, wie z.B. Allergien, Asthma und COPD ein öffentliches Gesundheitsproblem darstellen und wir daher innovative und umfangreiche Strategien benötigen (u.a. die Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen), um dagegen zu kämpfen und die Pflege und Umwelt zu verbessern."

Cristina Muscardini, italienisches Mitglied des Europaparlaments, wird eine der Eingangsreden halten: "Trotz der bereits vorhandenen Behandlungsoptionen und vereinzelten Präventionsstrategien, stellen Atemwegserkrankungen ein ganz entscheidendes Gesundheitsproblem dar. Die Gesundheitsstrategien der EU müssen auch die durch Atemwegserkrankungen verursachte Belastung mit in Betracht ziehen."

Zurzeit sind weltweit eine Milliarde Menschen von chronischen Atemwegserkrankungen[1],[2],[3] betroffen und jedes Jahr sterben vier Millionen von ihnen als Folge daran. Diese Ziffer ist noch höher als andere zum Tode führenden Krankheiten, wie z.B. AIDS. Der Umstand, dass diese Epidemie am Zunehmen[4] ist und jeder Mensch weltweit den Risikofaktoren von CRD[5],[6],[7],[8] ausgesetzt ist, war eine der Hauptmotivatoren, Delegierte aus aller Welt zusammenzubringen, um an dieser wichtigen Konferenz teilzunehmen.

Über EFA

Die European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients' Associations (europäischer Verband der Patientenvereine für Allergien und Krankheiten der Atemwege /EFA) ist eine Allianz von 32 Mitgliedsorganisationen in über 21 Ländern, die 1991 gegründet wurde. EFA setzt sich dafür ein, die Gesundheit und Qualität der Pflege von Patienten, die von Allergien, Asthma und COPD betroffen sind zu verbessern und Patienten in ganz Europa bezüglich der Lobbyarbeit in der EU sowie am Aufbau von ausreichenden Versorgungskapazitäten und dem Austausch der geeignetsten Behandlungen zu ermutigen. Zu EFAs Prioritäten zählen u.a.: Die in diesem Zusammenhang stehenden Strategien der EU zu stärken, die medizinische und soziale Versorgung zu verbessern und auf grösserer Ebene zugänglich zu machen, sinnvolle Forschung - gezielt auf Patienten bezogen - zu betreiben, Gesundheitsdienstleistungen für die Patienten zu autorisieren, eine gemeinsame Stimme im Bereich der Gesundheitsförderung zu haben und die Atemluft in Gebäuden und im Freien zu verbessern. http://www.efanet.org

Über GARD
Die Globale Allianz gegen chronische Atemwegserkrankungen

(GARD)unterstützt die Weltgesundheitsorganisation bei ihrer weltweiten Arbeit, Atemwegserkrankungen zu verhindern und zu kontrollieren. GARD ist eine ehrenamtliche Allianz, die sich aus nationalen und internationalen Organisationen, Einrichtungen und Agenturen in verschiedenen Ländern zusammensetzt. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, die globale Last, die durch chronische Atemwegserkrankungen verursacht wird, zu reduzieren. Ihre Vision ist es, eine Welt zu schaffen, in der alle Menschen frei durchatmen können. GARD fördert einen ganzheitlichen Ansatz, der sich Synergien chronischer Atemwegserkrankungen mit anderen chronischen Krankheiten zu Nutze macht. Sie richtet ihr grösstes Augenmerk besonders auf die Bedürfnisse der Länder mit schwachem oder mittlerem Einkommen und einer krankheitsgefährdeten Bevölkerung. Sie unterstützt länderspezifische Initiativen, die auf die Bedürfnisse und medizinische Grundversorgung vor Ort zugeschnitten sind. Mehr Informationen erhalten Sie im Internet auf GARDs Webseite: http://www.who.int/gard/en/index.html

Über CRDs

Zu den chronischen Atemwegserkrankungen gehört eine Vielzahl von Atemwegserkrankungen, die behandelbar - und in einigen Fällen sogar vermeidbar sind: Von Asthma, Atemwegsallergien und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen bis hin zu berufsbedingten Lungenerkrankungen, dem Schlafapnoesyndrom und Lungenhochdruck.

Mehrere Hundert Millionen Menschen leiden täglich unter chronischen Atemwegserkrankungen. Laut neusten WHO-Schätzungen (2007) sind derzeit 300 Millionen Menschen an Asthma und 210 Millionen an COPD erkrankt, während Millionen von ihnen von allergischer Rhinitis und anderen, häufig falsch diagnostizierten Atemwegserkrankungen betroffen sind[9].

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[1] Bousquet J, Khaltaev N. Global surveillance, prevention and control of Chronic Respiratory Diseases. A comprehensive approach. Global Alliance against Chronic Respiratory Diseases. World Health Organisation. (= Globale Überwachung, Prävention und Kontrolle von chronischen Atemwegerkrankungen. Eine umfangreiche Methode. Globale Allianz gegen Atemwegserkrankungen. Weltgesundheitsorganisation)ISBN 978 924 156346 8. 2007:148 Seiten

[2] Bousquet PJ, Leynaert B, Neukirch F, Sunyer J, Janson CM, Anto J, et al. Geographical distribution of atopic rhinitis in the European Community Respiratory Health Survey I. Allergy (Geografische Verteilung atopischer Rhinitis in der europäischen Gemeinschaft. Respiratory Health Studie I. Allergie). 2008 Okt;63(10):1301-9

[3] Weinmayr G, Forastiere F, Weiland SK, Rzehak P, Abramidze T, Annesi-Maesano I, et al. International variation in prevalence of rhinitis and its relationship with sensitisation to perennial and seasonal allergens (Internationale Abweichungen bezüglich der Sensibilisierung in der Prävalenz von Rhinitis und ihre Beziehung zur Sensibilisierung von beständigen und zeitlich bedingten Allergenen). Eur Respir J. 2008 Nov;32(5):1250-61

[4] 2008-2013 Action plan for the global strategy for the prevention and control of non communicable diseases. Prevent and control cardiovascular diseases, cancers, chronic respiratory diseases, diabetes (Aktionsplan für die globale Strategie zur Prävention und Kontrolle von nicht-kommunizierbaren Krankheiten. Die Prävention und Kontrolle von kardiovaskulären Krankheiten, Krebs, chronischen Atemwegserkrankungen und Diabetes). http://www.who.int/nmh/Actionplan-PC-NCD-2008.pdf, letzter Zugriff am 20. Mai 2009

[5] United Nation Population Fund (UNFPA). State of the world population 2007 (Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen. Aktueller Stand der Weltbevölkerung 2007). http://www.unfpaorg. 2007.

[6] Torres-Duque C, Maldonado D, Perez-Padilla R, Ezzati M, Viegi G. Biomass Fuels and Respiratory Diseases: A Review of the Evidence (Biomassebrennstoffe und Atemwegserkrankungen: Eine kritische Betrachtung der Beweise). Proc Am Thorac Soc. 2008 Juli;5(5):577-90.

[7] Esson K, Leeder S. The Millennium Development Goals and Tobacco Control. An opportunity for global partnership (Die Millennium-Entwicklungsziele und Tabakkontrolle. Eine Chance zur globalen Partnerschaft). Genf, Schweiz: Weltgesundheitsorganisation, http://www.who.int/tobacco; 2003.

[8] Balmes J, Becklake M, Blanc P, Henneberger P, Kreiss K, Mapp C, et al. American Thoracic Society Statement: Occupational contribution to the burden of airway disease (Stellungnahme der American Thoracic Society: Berufsbedingter Anteil an der durch Atemwegserkrankungen bedingten Last). Am J Respir Crit Care Med. 2003 März 1;167(5) :787-97.

[9] World Health Organisation, Chronic Respiratory Diseases (Weltgesundheitsorganisation, chronische Atemwegserkrankungen), http://www.who.int/respiratory/en/index.html, letzter Zugriff am 20. Mai 2009

Mittwoch, 10. Juni 2009

Roland Kaiser - ZDF Interview

Um diese Video zu sehen - bitte klicken Sie hier.

Freitag, 5. Juni 2009

CE markierte Silikonnasenbrille

Hier ist die neueste Info über unsere 100% Silikonnasenbrille.

Die erste CE markierte Silikonnasenbrillen sind jetzt an Testpersonen ausgeliefert worden. Wir warten auf Feedback von diese Personen bevor wir es in algemein freigeben.

Mit freundlichen Grüsse

Carolyn Matherly
MIC GmbH

Sonntag, 24. Mai 2009

Novartis - Lungenmedikament QAB149 bei COPD wirksam

Zürich, 21. Mai (Reuters) - Das in der Entwicklung steckende Medikament QAB149 des Schweizer Pharmakonzerns Novartis hat in klinischen Tests vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) geliefert. Erste Resultate von drei spätklinischen Phase-III-Studien zeigten, dass die Behandlung mit dem Präparat die Lungenfunktion erheblich verbessert, teilte Novartis am Donnerstag mit. QAB149 sei gut vertragen worden und habe ein gutes Sicherheitsprofil aufgewiesen.

Novartis verglich das Medikament mit den COPD-Medikamenten Formoterol und Tiotropium. Die Studienergebnisse wurden beim Kongress der American Thoracic Society in San Diego veröffentlicht.

QAB149 hat nach Ansicht des Pharma-Entwicklungschefs von Novartis, Trevor Mundel, Blockbuster-Potenzial, also für einen Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar oder mehr. Novartis hat für das Medikament Zulassungsanträge in den USA und in Europa gestellt.

Formoterol wird unter verschiedenen Markennamen von Firmen von Novartis, Schering-Plough oder Astra vertrieben. Tiotropium ist der Wirkstoff des Medikaments Spiriva von Pfizer und Boehringer Ingelheim.

COPD ist der Sammelbegriff für verschiedene Lungeerkrankungen, die durch Husten, vermehrten Auswurf und Atemnot bei Belastung gekennzeichnet sind. Umgangssprachliche Bezeichnungen sind "Raucherlunge" und "Raucherhusten". Weltweit sind davon rund 210 Millionen Menschen betroffen.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Selbst Behandlung

ATS 2009, San Diego:

Personen leiden an chronischen obstruktiven pulmonalen Erkrankung (COPD) können erhebliche Einsparungen bei den Kosten für die medizinische Versorgung durch den Einsatz von selbst-Behandlung mit der gezielte Einsatz von Medikamenten, nach den Ergebnissen einer neuen study.

Das Selbst-Behandlung Programm erreicht diese Einsparungen durch die Reduzierung der Dauer der Anfälle.

Niederländische Forscher präsentierten ihre Ergebnisse am Sonntag, den 17. Mai an der American Thoracic Society's 105. Internationale Konferenz in San Diego. “Der Kurs der COPD ist charakterisiert durch Episoden von akuten Verschlechterungen in Gesundheit der Atemwege, der so genannte” Exazerbationen, “”, sagte führen Autor Tanja Effing, Ph.D., ein Forscher mit dem Department of Pulmonary Disease am Medisch Spectrum Twente in Enschede, Niederlande.

“Diese Exazerbationen für einen Großteil der Morbidität, Mortalität und Krankenhauseinweisungen bei COPD-Patienten.”

Die Ermittler verfolgen die Ergebnisse von 142 Patienten in zwei Gruppen eingeteilt. Die Teilnehmer der ersten Gruppe wurde beauftragt, in den einzelnen Drogen-Therapie und andere Reaktionen, die im Falle eines exacerbation. Patients in die zweite Gruppe erhielt keine Anweisung in der Selbst-Behandlung von Exazerbationen.

Exazerbationen wurden definiert als eine deutlich negative Veränderung in zwei wichtigen Symptome, oder einem Haupt-Symptom, und ein minderjähriges symptom. Major Symptome Atemnot und die Schleimhäute, die Produktion und Farbe, während kleinere, die Symptome Husten, keuchen, laufende Nase, Halsschmerzen und Fieber.

Die Patienten in beiden Gruppen wurden auch Anweisungen zur Aufrechterhaltung der Aufnahme Zeitschriften alle COPD-Veranstaltungen, sowie Medikamente Routinen. Im Vergleich der Ergebnisse der beiden Gruppen, die Forscher festgestellt, eine signifikante Abnahme der Praxis-Besuche während der Studie für die Gruppe, dass Selbst-Behandlung erhalten Ausbildung.

“Unsere Ergebnisse zeigten, dass die Selbst-Behandlung von Exazerbationen führt zu weniger Verschlimmerung Tage, in Kombination mit einem Anstieg bei der Verwendung von Medikamenten”, so Dr.Effing zur Kenntnis genommen.

“Darüber hinaus Analysen der Kosten-Nutzen-Verhältnis des Selbst-Behandlung Strategie angegeben dieser Gruppe erfahrener Kosteneinsparungen als Folge von weniger Krankenhausaufenthalte und Gesundheitswesen Kontakte.”

Forscher auch bemüht, um festzustellen, ob die Selbst-Therapie-Gruppe eher overmedicate, wenn sie die Option, aber Dr.Effing, sagte der Studie die Ergebnisse darauf hin, dass über-Medikation war kein Problem.

“Die Zahl der gemeldeten Kurse von Medikamenten in der Selbst-Behandlung wurde noch niedriger als die tatsächliche Anzahl der Exazerbationen in den Tagebüchern,” Dr.Effing zur Kenntnis genommen. “Angesichts der Zunahme der Prävalenz der COPD und die Kosten im Zusammenhang mit der Behandlung, schlagen wir vor, die Umsetzung von Programmen, die eine sorgfältige Anleitung in der Selbst-Behandlung als Teil der effektiven Selbst-Management-Programmen bei COPD-Patienten mit häufigen Exazerbationen.

Mittwoch, 8. April 2009

Roland Kaiser - COPD Patient

Hier ist ein Interview mit Roland Kaiser und seinen Umgang mit COPD. Klick Hier.

Freitag, 6. März 2009

COPD in Europa

Geht es nach aktuellen Daten der WHO, wird Europa immer atemloser: Insbesondere an schleichenden Lungenerkrankungen wie "Chronic Obstructive Pulmonary Disease" (COPD) und Emphysem leiden zwischen vier und zehn Prozent der Erwachsenen. Diese Lungenerkrankungen gehen mit einem Umbau des Lungengewebes einher, dessen zelluläre und molekulare Mechanismen in einer Woche erstmals Thema eines hochkarätigen Kongresses in Innsbruck (Tirol) sind.

Beim „International Congress Cellular and molecular biology of the pulmonary alveolar epithelium in health and disease“ treffen sich von 12. bis 15. März in der Tiroler Landeshauptstadt weltweit führende Experten der Lungenforschung.

Der Kongress ist eine wissenschaftliche Premiere, da nach Angaben der Organisatoren erstmals die Lungenbläschen (Alveolen) im Zentrum stehen. „Lungenerkrankungen haben eine steigende Tendenz und werden weltweit bald als dritthäufigste Todesursache eingestuft werden. Beispielsweise wird Husten bei COPD als normaler Raucherhusten hingenommen. Nikotinabhängige empfinden diesen sogar als Erleichterung, weil Schleim abgehustet wird. Was wirklich schon passiert ist, dass das Lungengewebe bereits abgebaut wurde, und das betrifft vor allem die Lungenbläschen“, betont Prof. Paul Dietl, Leiter der EU-Projektes Pulmo-Net. Dietl ist einer der Organisatoren der internationalen Tagung.

„Unsere Lunge ist der Umwelt stark exponiert, flächenmäßig wesentlich mehr als unsere Hautoberfläche, schließlich hat sie eine Fläche von rund hundert Quadratmetern. Der empfindlichste Teil unserer Lunge sind die 500 Millionen Alveolen. Die Lungenbläschen haben einen Durchmesser von ein bis zwei zehntel Millimetern. Das entspricht der ´Dicke` eines Blattes Papier. Diese empfindlichen Gebilde sorgen für den lebenswichtigen Austausch der Atemgase“, erklärt Dietl. Nach Angaben des Wissenschaftlers spielt das Epithel, also jene Zellschicht, die eine Barriere zwischen Luft und Gewebe bildet, eine Schlüsselrolle bei der Abwehr von schädigenden Einflüssen aus der Luft. Diese Zellen sind sozusagen die „Eintrittspforte“, damit schädigende Substanzen wie Zigarettenrauch ihre zerstörende Wirkung entfalten können. Dabei verliert die Lunge auch an Stabilität, kleine Atemwege können leichter kollabieren, und es entsteht das Gefühl von Asthma. „Eine Gefahr, die von vielen Nikotinabhängigen leider immer noch unterschätzt wird“, betont Dietl.

Einblicke in den Mikrokosmos unserer Lunge

Schädigungen der Lungenbläschen werden mit einer ganzen Reihe akuter und chronischer Erkrankungen in Verbindung gebracht. Ein Tagungsschwerpunkt sind daher Reaktionen der Alveolarzellen auf Umweltstoffe und Nanopartikel sowie auf mechanische Schädigungen (künstliche Beatmung), bestimmte Formen des Lungenödems (Atemnotsyndrom) und Lungenfibrose. Beim Kongress werden neueste physikalische, chemische und molekularbiologische Ergebnisse präsentiert. Gemeinsames Ziel der Experten aus Europa und den USA ist, zu zeigen, was in einzelnen Zellen oder Molekülen, die sich im Lungenbläschen befinden, bei der Entstehung von Krankheiten genau passiert. „Das wichtigste Medikament gegen Lungenerkrankungen wie zum Beispiel COPD ist es, einfach nicht zu rauchen. Durch ein präzises Verständnis der Vorgänge im Mikrokosmos unserer Lungen, den Alveolen, können wir als Experten zur Entwicklung neuer diagnostischer Parameter für die Früherkennung als auch spezifischer Pharmaka beitragen, die den Verlauf chronischer Lungenerkrankungen positiv beeinflussen können“, erklärt der Wissenschaftler.

Donnerstag, 19. Februar 2009

BODE Index, aussagekräftig zum Verlauf einer COPD


Die Einschätzung von Lebensqualität und Krankheitsverlauf mit Hilfe des BODE Index

Der Body-Mass Index, die Obstruktive Einschränkung der Lungenfunktion , Luftnot (Dyspnoe) und die körperliche Leistungsfähigkeit (Exercise capacity) sind im 4- dimensionalem Bewertungssystem zur Bewertung des Schweregrades einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD) im BODE Index zusammengeführt.

Im Gegensatz zu den Bewertungsmaßstäben der GOLD Guidelines, die im wesentlichen auf den Lungenfunktionswerten beruhen, basiert der BODE Index auf differenzierten Parametern, die besser die vielfältigen Erscheinungsformen der COPD abbilden können und somit eine genauere Schweregradeinteilung und Beurteilung des weiteren Krankheitsverlaufs erlauben

Die 4 folgenden einfach zu erhebenden Parameter gehen in die Berechnung des BODE Index ein:

- FEV1 (% Soll) als spirometrische Meßgröße
- Die Laufstrecke (in Metern) im 6 Minuten-Lauf-Test
- Luftnot in der Beurteilung durch die MMRC-Skala (Modified Medical Research Council).
- Der Body-Mass Index

Freitag, 2. Januar 2009

Ambulante Trainingskonzepte bei Patienten mit schwerer COPD

Kernkomponente im Reha-Prozess Gezieltes körperliches Training kann den Teufelskreis durchbrechen, Leistungsfähigkeit und ventilatorische Kapazität verbessern.

Vor dem Hintergrund eines multikausalen Geschehens zeigen Patienten mit schwergradiger chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) eine fortschreitende Limitierung ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit.

Hauptsymptome sind eine progrediente Atemnot unter Belastung sowie eine generelle körperliche Schwäche (,,fatigue"). In der Folge wird körperliche Anstrengung vermieden und damit einer weiteren Dekonditionierung der Muskulatur und des Herz-Kreislauf-Systems Vorschub geleistet. Die positiven Wirkungen körperlichen Trainings im Rahmen pulmonaler (stationärer und ambulanter) Rehabilitationsprogramme, besonders bei mittelgradiger COPD, finden sich umfassend dokumentiert. Wesentliche Effekte beinhalten eine Verbesserung der körperlichen Belastungsfähigkeit und der Lebensqualität, so dass körperliches Training als Kernkomponente des Rehabilitationsprozesses zum unerläßlichen Bestandteil der gängigen Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie chronisch-obstruktiver Lungenerkrankungen geworden ist.

Die bislang etablierten Trainingsprogramme nehmen in der Regel mehrere Wochen / Monate in Anspruch und sind für Patienten gedacht, die sich in einem stabilen Zustand befinden mit leichtem bis mittlerem Schweregrad ihrer Erkrankung. Eine im Krankenhaus Großhansdorf durchgeführte Untersuchung zeigte jedoch, dass auch Patienten mit schwergradiger COPD, die stationär aufgenommen wurden, im Rahmen ihrer Rekonvaleszenz von einem kurzen Gehtrainingsprogramm deutlich profitieren können (Kirsten 1998). Es zeigten sich signifikante Verbesserungen der körperlichen Leistungsfähigkeit, der ventilatorischen Kapazität und der Dyspnoe unter Belastung. Damit konnte belegt werden, dass bereits ein stationäres Kurzzeitprogramm (der sogenannten ,,Frührehabilitation" zugeordnet und lediglich eine einzige Facette der Rehabilitation (körperliches Training) die Erholung von schwergradig erkrankten Patienten positiv beeinflußt.

Ohne häusliches Training schwinden positive Effekte

Die Effekte körperlichen Trainings beginnen allerdings nach relativ kurzer Zeit zu schwinden, wenn keine kontinuierliche Weiterflirung des Trainings erfolgt. Die Aufrechterhaltung der Trainingseffekte ist gerade bei Patienten mit schwergradiger COPD problematisch, weil die Patienten in der häuslichen Umgebung meist wieder in ihren alten, bewegungsarmen Lebensstil zurückfallen und zudem körperliche Anstrengungen aus Angst vor der als bedrohlich erlebten Belastungsluftnot meiden.

Ziel einer Nachfolge-Untersuchung war es, die Wirkungen häuslichen Gehtrainings bei Patienten mit schwergradiger COPD in Hinblick auf die Aufrechterhaltung von Trainingseffekten zu evaluieren (Behnke 1998, 1999). Nach initialer Erholung von einer Exazerbation wurden 46 stationäre Patienten mit schwergradiger COPD randomisiert einer Trainings- und einer Kontrollgruppe zugeteilt. 26 Patienten beendeten die Studie nach 18 Monaten.

Die Patienten der Trainingsgruppe führten stationär ein zehntägiges Trainingsprogramm durch, bestehend aus einem 6-Minuten-Laufbandtest sowie fünf Gehtrainingseinheiten auf dem Flur mit 75 Prozent der erreichten Laufbandstrecke täglich. Über 18 Monate nach Entlassung aus der stationären Behandlung absolvierten diese Patienten ein individuelles häusliches Gehtraining, das sie in ihre Alltagsaktivitäten integrierten und schriftlich protokollierten. Regelmäßige Kontaktaufnahme erfolgte über Hausbesuche und Telefongespräche. Die Patienten der Kontrollgruppe nahmen weder während ihres stationären Aufenthaltes noch in den anschließenden 18 Monaten an keinem strukturierten Trainingsprogramm teil. Bei allen Patienten erfolgten regelmäßig ambulante Kontrolluntersuchungen.

Steigerung der Lebensqualität

In der Trainingsgruppe führte das ambulante Trainingsprogramm zu Stabilisierung und Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit (gemessen als 6-Minuten-Laufbandstrecke) sowie zur signifikanten Verbesserung der krankheitsbezogenen Lebensqualität. Sämtliche Lungenfunktionsparameter zeigten sich über 18 Monate stabil. Zudem gab es in der Trainingsgruppe im Vergleich zöm Kontrollkollektiv in der 18-monatigen Beobachtungszeit signifikant weniger exazerbationsbedingte Krankenhausaufenthalte; außerdem wurden inhalative Bronchodilatatoren signifikant weniger gebraucht. Die Patienten der Kontrollgruppe zeigten nach 18 Monaten eine signifikante Verminderung der körperlichen Leistungsfähigkeit in Verbindung mit einer deutlichen Zunahme der Beschwerdesymptomatik und des inhalativen Bronchodilatatoren-Gebrauches.

Die vorliegenden Daten belegen, dass unter Anwendung eines individuell dosierten, kontrollierten häuslichen Gehtrainings die während des stationären Kurzzeittrainingsprogrammes erzielten Effekte bei Patienten mit schwergradiger COPD aufrechterhalten und über einen längeren Zeitraum sogar gesteigert werden können. Den Patienten ist damit die Möglichkeit gegeben, die Anforderungen des Alltags leichter zu meistern, ihren Aktionsradius zu erweitern und dementsprechend mehr Lebensqualität zu' gewinnen. Eine übliche stationäre Therapie ohne stationäre Trainingsmaßnahmen und anschließende häusliche Betreuung führt hingegen zu einer nur vorübergehenden Verminderung der Dyspnoe, ohne die Progredienz des Krankheitsverlaufes beeinflussen zu können. Die Untersuchungsergebnisse lassen darüber hinaus auch erste Rückschlüsse auf mögliche positive sozioökonomische Wirkungen (Rückgang der krankheitsbedingten Komplikationen und Kosten) des angewendeten Trainingskonzeptes zu.

Freitag, 31. Oktober 2008

Erfolg mit Lungen-Op bei schwerer COPD

BOSTON (ikr). Patienten mit schwerer COPD (FEV1 unter 45 Prozent des Sollwertes) profitieren offenbar von einer operativen Behandlung zusätzlich zur Medikation.

In einer Studie erhielten 1204 Patienten mit schwerer COPD und ausgeprägtem Emphysem entweder nur eine optimale medikamentöse Therapie oder zusätzlich eine chirurgische Lungenvolumenreduktion (Am J Respir Crit Care Med 177, 2008, 164).

Die operierten Patienten hatten innerhalb von drei Jahren signifikant weniger Exazerbationen. Der positive Effekt könnte auf der postoperativ verbesserten Lungenfunktion beruhen, vermuten die Forscher um Dr. George R. Washko aus Boston.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Neues zu COPD: Moraxellen-Keime nisten sich trickreich in Atemwegen ein

BERLIN (eb). Wissenschaftler der Charité haben zusammen mit Kollegen die Rolle eines scheinbar unauffälligen Bakterienstamms bei der weiteren Entwicklung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) geklärt. Die Moraxellen besiedeln bei etwa 50 Prozent aller COPD-Kranken die unteren Atemwege und verändern das Zusammenspiel von Rezeptoren.

Dr. Hortense Slevogt von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie am Campus Virchow-Klinikum fanden jetzt gemeinsam mit ihren Kollegen aus Essen, München und dem schwedischen Malmö erstmals, wie die Moraxellen bei der COPD den Krankheitsverlauf beeinflussen: Sie aktivieren den Rezeptor CEACAM 1, ein Molekül, das Zellen miteinander kommunizieren lässt. So sind sie in der Lage, die Antwort des Immunsystems entscheidend zu schwächen (Nature Immunology 11, 2008, 1270).

Die Moraxellen ändern das Zusammenspiel zweier Rezeptoren zu ihren Gunsten

Rezeptoren sind als Empfangsstationen der Zellen chemisch für eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben ausgerüstet. Die Forscher um Slevogt fanden heraus, dass die Moraxellen das Zusammenspiel der beiden Rezeptoren CEACAM 1 und TLR 2 zu ihren Gunsten verändern können.

TLR 2 steht im Zentrum des körpereigenen Abwehrsystems. Aufgabe dieses Rezeptors ist es, eindringende Bakterien zu erkennen und zu bekämpfen. "Wir konnten zeigen, dass es den Moraxellen durch die Bindung an CEACAM 1 gelingt, die durch TLR 2 hervorgerufene Antwort des Immunsystems abzuschwächen. Die Bronchialschleimhaut reagiert zwar mit einer Entzündung, aber diese ist anscheinend zu schwach, um die Bakterien zu vernichten", erklärt Slevogt. Sie vermutet, dass es den Moraxellen so gelingt, längere Zeit in den Bronchien der COPD-Patienten zu bleiben und damit zu einer chronischen Belastung für die Lunge zu werden.

Die Wissenschaftler entnahmen menschliche Schleimhautzellen aus dem Bronchialtrakt und infizierten sie im Labor mit Moraxellen. Dann wiederholten sie den Vorgang mit genveränderten Moraxellen, denen die Fähigkeit, den Rezeptor CEACAM 1 zu aktivieren, genommen war. Ergebnis: Bei den veränderten Bakterien reagierte das Abwehrsystem der Zelle mit einer heftigen Entzündung, bei den "echten" Moraxellen verlief diese wesentlich schwächer. "Das könnte problematisch sein", erklärt Slevogt. "Denn die Entzündung soll eindringende Bakterien abtöten."

Die Berliner Wissenschaftler möchten weitere Untersuchungen zur Rolle der Moraxellen bei der COPD anschließen. Darüber hinaus hoffen sie auf positive Folgen ihrer Entdeckung: "Wenn es gelingt, die Wirkung der Moraxellen auf TLR 2 zu imitieren, dann wäre das vielleicht ein neuer Weg, um die Antwort des Immunsystems gezielt zu schwächen", meint Professor Norbert Suttorp, der Leiter der Klinik."Das wäre nützlich bei jeder Erkrankung, die mit einer zu starken Entzündung einhergeht."

AOK Info über COPD

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Dr. Carolyn Matherly

Donnerstag, 23. Oktober 2008

COPD-Medikamente nicht absetzen


Berlin - Patienten, die zur Behandlung ihrer chronischen Bronchitis (COPD) die Anticholinergika Tiotropium (Spiriva, Boehringer Ingelheim/Pfizer) und Ipratropium (Atrovent, Boehringer Ingelheim) einnehmen, sollten sich nicht durch die jüngsten Meldungen über mögliche unerwünschte Nebenwirkung verunsichern lassen. Darauf weist die Deutsche Lungenstiftung (DLS) hin. Die beiden Wirkstoffe seien „in der ärztlich verschriebenen Dosis selbst für schwer kranke COPD-Patienten als sicher einzustufen und allen COPD-Patienten wegen ihrer guten Wirkung zu empfehlen“, sagt Professor Dr. Adrian Gillissen, stellvertretender Vorsitzender der DLS.

In den vergangenen Monaten hatten mehrere Studien auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle hingewiesen, das mit der Einnahme von Ipratropium oder Tiotropium verbunden sein könnte. „Nach genauerer Analyse dieser Publikationen kommen wir Lungenärzte von der DLS aber zu dem Schluss, dass die bisherigen Daten nicht aussagekräftig genug sind, weil deren Erhebung mit erheblichen methodischen Mängeln behaftet ist“, kritisiert Gillissen.

So sei das Ergebnis einer im Fachjournal JAMA (Journal of the American Medical Association) veröffentlichten Metaanalyse zu 50 Prozent durch eine einzige Studie beeinflusst, monieren die Lungenärzte. Da die gefundenen Unterschiede bei der Risikoberechnung sehr gering waren, erscheint es nach Ansicht der DLS nicht gerechtfertigt, diese Medikamente nicht mehr zu nehmen. Das Risikopotential der Anticholinergika sei „im Vergleich zu den erwünschten Wirkungen verschwindend gering und daher – insbesondere im Hinblick auf das tatsächlich lebensbedrohliche Risiko bei medikamentöser Nicht-Behandlung – vernachlässigbar“, so Gillissen.

Freitag, 19. September 2008

Nahrungsergänzungsmittel ?

Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, weil sich damit beim Trainieren die Muskelkraft noch weiter steigern lässt.

Das trifft allerdings nicht für Patienten zu, die unter der chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD leiden.

Darauf weisen britische Wissenschaftler um Michael Morgan vom Institute for Lung Health an den University Hospitals of Leicester in der Fachzeitschrift American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine (2008, Band 178, Seite 233-239) hin. Das zugeführte Kreatin wird zwar von COPD-Patienten ebenso wie bei Gesunden - verstärkt in die Skelettmuskeln eingebaut, erklärt Sarah Deacon, Erstautorin der Studie. Wir können aber bei den Patienten mit COPD keinen dadurch bedingten gesteigerten Trainingseffekt erkennen.

Als Teil des Krankheitsbildes der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD ist bei den Betroffenen unter anderem ein fortschreitender Muskelschwund mit zunehmendem Verlust der Masse und Kraft in den Skelettmuskeln zu beobachten. Wie sich bereits in vielen Untersuchungen gezeigt hat, können Lungensport, Ausdauer- und Krafttraining diesen Muskelschwund aber nachweislich abbremsen, dabei auch andere gesundheitliche Beschwerden der COPD abmildern und grundsätzlich die Lebensqualität der betroffenen Patienten deutlich verbessern. Die britischen Forscher in Leicester wollten nun untersuchen, ob eine zusätzliche Nahrungsergänzung mit Kreatin den COPD-Patienten dabei helfen könnte, diese Trainingseffekte schneller zu erreichen als durch körperliches Training allein.

Von hundert Studienteilnehmern, die alle unter COPD litten und ein siebenwöchiges Trainingsprogramm absolvierten, bekam die eine Hälfte Kreatin, die andere Hälfte ein Scheinmedikament (Plazebo). Wie zu erwarten, hatte sich die körperliche Leistungsfähigkeit nach den sieben Wochen Training bei allen Teilnehmern verbessert, berichtet Deacon. So fiel ein Gehtest, den wir am Ende des Trainingsprogramms durchführten, in der Kreatin-Gruppe um durchschnittlich 36,8 Meter besser aus und in der Pazebo-Gruppe um 24,3 Meter. Dieser scheinbare Unterscheid zwischen den beiden Gruppen war allerdings statistisch gesehen nicht relevant. Warum das Kreatin bei unseren COPD-Patienten offenbar keine messbaren Effekte bewirkte, können wir bisher nicht erklären. Möglicherweise haben die deutlicheren Effekte des körperlichen Trainings die geringeren Effekte des Kreatins überdeckt. Jedenfalls macht unsere Studie - wie viele andere Untersuchungen zuvor auch schon - noch einmal ganz deutlich, dass Lungensport, Ausdauer und Krafttraining einen wichtigen Teil der Therapie bei Lungenerkrankungen darstellen und den betroffenen Patienten enorme Vorteile bringen, betont Deacon.


Mittwoch, 17. September 2008

Broccoli & COPD

Eine in enthaltene Substanz dürfte die Schäden limitieren, die zu einer ernsthaften Lungenerkrankung führen können. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung () wird häufig durch verursacht.

Allein in Großbritannien sterben rund 30.000 jährlich an dieser Krankheit. der Johns Hopkins School of Medicine www.hopkinsmedicine.org haben nachgewiesen, dass die Aktivität des Gens NRF2 in menschlichen Lungenzellen erhöht. Dadurch werden die Zellen vor Schädigungen durch Toxine geschützt. Details der aktuellen wurden im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine ajrccm.atsjournals.org veröffentlicht.

Jetzt wurde eine deutlich geringere Aktivität des Gens NRF2 bei Rauchern mit einer fortgeschrittenen chronisch obstruktiven Lungenerkrankung nachgewiesen. Dieses Gen soll für das Auslösen verschiedener Mechanismen zur Entfernung von Toxinen und Schadstoffen verantwortlich sein, die die Zellen schädigen können. Frühere Studien mit Mäusen hatten gezeigt, dass eine Störung des Gens zu einem frühen Einsetzen von schweren führte. Dabei handelt es sich um einen Teil des Krankheitsbildes von , der den Betroffenen besonders zu schaffen macht. Die Erhöhung der Aktivität des Gens sollte zu wirksamen Behandlungsansätzen führen, die auch das Fortschreiten der Krankheit verhindern können.

Die aktuelle wies nach, dass in der Lage war, die verringerten NRF2-Werte in Zellen wiederherzustellen, die mit Zigarettenrauch in Kontakt gekommen waren. Der gleiche -Bestandteil schützt laut neuen Studien auch gegen die durch verursachte Schädigung der Blutgefäße. Kreuzblütengewächse wie wurden ebenfalls mit einem verringerten eines und eines Schlaganfalls in Zusammenhang gebracht.

Freitag, 12. September 2008

Handyprogramm verbessert Lungenfunktion

Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) profitieren von Ausdauersport. Ein speziell entwickeltes Handyprogramm kann die Patienten beim regelmäßigen Training zu Hause unterstützen.

Viele Studienergebnisse zeigen deutlich, dass sich Lungenfunktion und Lebensqualität von COPD-Patienten durch überwachtes Ausdauertraining verbessern lassen. Schwierig ist es allerdings, die betroffenen Menschen zu motivieren, regelmäßig an entsprechenden Übungsstunden teilzunehmen. Um dieses Problem zu lösen, führten Forscher aus Taiwan eine Pilotstudie mit 48 Betroffenen durch.

Jeder Patient wurde zu Beginn in ein Trainingsprogramm entsprechend seiner Leistungsfähigkeit eingewiesen. Dauer und Intensität des Trainings passten die Wissenschaftler im Laufe der Studie regelmäßig individuell an. Alle Teilnehmer wurden aufgefordert, ihr spezielles Trainingsprogramm zu Hause durchzuführen.

Ein individuelles Musikprogramm auf einem Handy unterstützte eine Hälfte der Studienteilnehmer während der ersten drei Monate. Das Tempo der Musik war dabei auf die Laufgeschwindigkeit des jeweiligen Patienten abgestimmt. Der Rest der Probanden sollte das Ausdauertraining ohne Überwachung selbstständig durchführen.

Die Ärzte überprüften regelmäßig Lungenfunktion und Trainingszustand der Studienteilnehmer. Dabei stellten sie fest, dass Patienten, deren Training per Mobiltelefon überwacht wurde, schon nach acht Wochen deutliche Verbesserungen hinsichtlich ihrer Ausdauer und ihrer Lungenfunktion zeigten. Diese positive Entwicklung ließ sich auch noch nach Ablauf eines Jahres feststellen. Teilnehmer, die ohne Handyüberwachung trainierten, wiesen diese Fortschritte nicht auf.

Die Forscher schließen aus ihren Ergebnissen, dass sich mit dem kontrollierten Ausdauertraining die Beschwerden von Patienten mit chronischer Lungenkrankheit optimal bessern lassen. Die Trainingsüberwachung durch Mobiltelefone sei einfach, zuverlässig und zeitsparend, betonten sie.

Sonntag, 7. September 2008

COPD und Fliegen

Fliegen stellt für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen eine erhöhte Belastung des Herzens dar und verursacht einen höheren Sauerstoffbedarf als bei Gesunden, was eine zusätzliche Sauerstoffgabe während der Flugreise erforderlich machen kann.

Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Werne hin. In der Flugzeugkabine herrscht ein ähnlicher Luftdruck wie im Hochgebirge im Airbus A380 zum Beispiel entspricht der Kabinendruck einer Höhe von etwa 2300 Metern über dem Meeresspiegel, erklärt Prof. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Rat der DGP und Leiter der Lungenklinik Kloster Grafschaft im nordrhein-westfälischen Schmallenberg.

Das ist für Gesunde unproblematisch, kann aber für Patienten mit einer Lungenfibrose oder Raucherbronchitis (COPD) zum Problem werden, da mit zunehmender Höhe die Sauerstoffsättigung in der Kabine abnimmt bei einer Flughöhe von zum Beispiel 2100 bis 2400 Metern sinkt sie um circa vier Prozent.

In der Folge reduziert sich sowohl bei den Patienten als auch bei Gesunden der Sauerstoffgehalt des Blutes. Um das auszugleichen, wird dann die Atemfrequenz gesteigert, um mehr Sauerstoff aufzunehmen. Dies allerdings verursacht für Lungenkranke viel mehr physiologischen Stress als für Gesunde, der mit einem zusätzlich erhöhten Sauerstoffbedarf einhergeht. Insgesamt müssen diese Patienten mehr Arbeit leisten und benötigen dazu mehr Sauerstoff, um ihre Herz-, Lungen- und Hirnfunktion unter Flugbedingungen aufrecht zu erhalten. Die Betroffenen sollten daher vor der Flugreise sicherstellen, dass für sie bei Bedarf ein Sauerstoffgerät im Flugzeug zur Verfügung steht.

Nicht im Flugzeug umherlaufen

Patienten mit chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sollten nicht im Flugzeug umherlaufen, weil körperliche Belastung den Sauerstoffverbrauch und damit den Abfall der Sauerstoffsättigung zusätzlich steigert, was bei diesen Patienten kritisch werden kann. Die Sauerstoffspannung, die beim Aufsteigen des Flugzeugs beträchtlich abnimmt, kann nach dem Erreichen der maximalen Flughöhe nur dann stabil bleiben, wenn der COPD-Patient keine unnötigen körperlichen Anstrengungen unternimmt, die den Sauerstoffverbrauch zusätzlich antreiben, erläutert Köhler. B

Betroffene sollten deshalb während des Fluges möglichst sitzen bleiben ganz entgegen der bekannten Ratschläge zur Vermeidung von Thrombosen. Schließlich lassen sich auch im Sitzen bestimmte Bewegungen durchführen, mit denen sich das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln in den Gefäßen verringern lässt, die für die Patienten aber weniger anstrengend sind.

Vor dem Abflug zum Lungenfacharzt gehen

Um besser abschätzen zu können, ob eine zusätzliche Sauerstoffgabe beim Fliegen erforderlich ist, sollten Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen sich vor der Reise lungenfachärztlich untersuchen lassen. Vor einer Flugreise sollte der betreffende Patient sich vorzugsweise in einem stabilen Zustand befinden, betont Köhler.

Das heißt, er sollte mindestens 50 Meter gehen können, ohne kurzatmig zu werden, und einen möglichst guten Lungenfunktionswert und Sauerstoffgehalt im Blut aufweisen. Wer demgegenüber am Flugtag eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands (eine so genannte Exazerbation) mit schwerer Atemnot erleidet, muss auf jeden Fall mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden.

Es gibt auch Lungenärzte, die vor dem Flug - mit dem so genannten hypoxia inhalation test - eine bestimmte Höhenexposition simulieren können, um festzustellen, wie stark der Sauerstoffdruckabfall beim Patienten ausfällt und welches Ausmaß insofern auch beim Flug zu erwarten sein dürfte. Dabei ist ab einem arteriellen Sauerstoffpartialdruck von weniger als 50 mm Hg bereits eine kontinuierliche Sauerstoffgabe zu empfehlen.

Samstag, 30. August 2008

Lungenemphysem

Das Lungenemphysem ist eine krankhafte Überblähung der Lunge. Man unterscheidet das plötzliche (akute), heilbare Lungenemphysem beim Asthmaanfall und das chronische Emphysem.

Letzteres tritt meist als Folge einer chronischen Bronchitis oder einer chronisch obstruktiven Bronchitis bei Rauchern ab dem 50. Lebensjahr auf. Sehr selten handelt es sich um einen angeborenen Enzymdefekt (Alpha-1-Proteinase-Inhibitor-Mangel), der bei Menschen unter 40 Jahren zum Emphysem führt.

Daneben gibt es aber auch berufsbedingte Ursachen. So können Staubbelastungen, eine Reihe von chemischen Substanzen sowie Druckbelastungen zu einem Emphysem führen. Zumindest bei Stäuben und chemischen Substanzen geht der Entstehung eines Emphysems eine chronische Bronchitis voraus, welche durch Fremdkörperreaktion (Stäube) oder den direkten Reiz (Chemikalien) ausgelöst wurde. Bei Druckbelastungen der Lunge werden die Lungenbläschen (Alveolen) überdehnt, bis sie platzen und ein Emphysem entsteht.

Ein Lungenemphysem zählt daher zu den so genannten COPD (chronic obstructive pulmonary disease = chronisch obstruktive Lungenerkrankungen). Außerdem gehören hierzu die chronisch obstruktive Bronchitis und das Asthma bronchale.

Lungenemphysem: Definition

Charakteristisch für das Lungenemphysem ist eine Überblähung des Lungengewebes infolge einer Überdehnung, die zum Platzen der Lungenbläschen (Alveolen) führen kann.

Bronchie
Aufbau der Lunge

Das Lungenemphysem gehört zu den so genannten COPD (chronic obstructive pulmonary disease = chronisch obstruktive Lungenerkrankungen). Als ihre Vorstufe gelten die einfache chronische Bronchitis und die chronisch obstruktive Bronchitis.

Lungenemphysem: Ursachen

Je nach Ursache können eine akute und eine chronische Form des Lungenemphysems unterschieden werden.

Das akute Lungenemphysem ist eine rückbildungsfähige Lungenblähung, die entsteht, wenn sich bei einem Asthmaanfall kleinere Bronchien verengt haben.

Als Ursache des chronischen Lungenemphysems wird ein Ungleichgewicht zwischen zerstörenden und schützenden Enzymen in den Alveolen angenommen. Bei entzündlichen Prozessen in der Lunge werden aus Granulozyten (der Abwehr dienenden weißen Blutkörperchen) Gewebe spaltende Enzyme freigesetzt. Überschießende Reaktionen werden durch ein im Blut zirkulierendes neutralisierendes Enzym, den α1-Proteinase-Inhibitor (früher als α1-Antitrypsin bezeichnet) verhindert. Menschen mit angeborenem α1- Proteinase-Inhibitor-Mangel entwickeln daher ein schweres Lungenemphysem. Dieser erbliche Enzymmangel ist jedoch sehr selten (ca. 1–2% aller Fälle).

Häufigste Ursache des chronischen Lungenemphysems ist Rauchen. Im Zigarettenrauch sind Substanzen enthalten, die den α1- Proteinase-Inhibitors inaktivieren. Hinzu kommt eine erhöhte Infektanfälligkeit bei Rauchern. Häufige Entzündungen der Bronchien führen zu chronischer Bronchitis. Typisch ist auch der morgendliche Husten nach dem Aufstehen, bei dem übelriechender Schleim abgesondert wird, der so genannte “Raucherhusten”. Als Folge der Erweiterung der Lufträume verringert sich über mehrere Jahre fortschreitend die Lungenelastizität, was zu einer Überdehnung der Lunge mit Minderdurchblutung und einem nicht rückbildungsfähigem Schwund von Lungengewebe führt.

Berufsbedingte Ursachen können ebenfalls zur Entstehung eines Lungenemphysems beitragen. So können Staubbelastungen, eine Reihe von chemischen Substanzen und Druckbelastungen zu einem Emphysem führen. Feinstäube treten u.a. im Steinkohlebergbau, in Steinbrüchen, Erzgruben oder als organische Mischstäube wie Futtermittel, Rohbaumwolle oder Flachs auf. Als chemische Ursachen für die Erkrankung zählen Aluminium, Beryllium, Cadmium, Lost, u.a.

Druckbelastungen der Lunge können durch eine Überdehnung der Alveolen ebenfalls zu einem Emphysem führen. Derartige Druckbelastungen treten z.B. bei Berufsmusikern (Bläser) oder Glasbläsern auf. Unter der besonderen Bedingung, dass ein Emphysem im Einzelfall nachweislich auf die Wirkung der genannten Ursachen zurückgeführt werden kann, ist eine Anerkennung als Berufskrankheit möglich.

Lungenemphysem: Symptome

Je nach Ausprägung der Veränderungen kommt es bei einem Lungenemphysem zu Leistungsminderung und schwerer Atemnot. Die Betroffenen leiden außerdem unter Husten und Auswurf. Der Brustkorb ist oft fassförmig gebläht. Die Ausatmungsphase ist deutlich verlängert. Meist setzen die Patienten die so genannte Lippenbremse ein, d.h. sie atmen gegen den gespitzten Mund aus, um ein Kollabieren der kleineren Bronchien zu vermeiden.

Nach dem äußeren Erscheinungsbild der Erkrankten können grob zwei Typen unterschieden werden, wobei zwischen beiden Typen fließende Übergänge möglich sind.

“pink puffer”: Unter dem so genannten “rosa Keucher” versteht man den reinen Emphysemtyp. Er ist eher mager, und leidet meist unter schwerer Atemnot mit niedrigem Sauerstoff-, aber normalem Kohlendioxidgehalt im Blut, jedoch ohne die Kennzeichen einer Zyanose (Blauverfärbung infolge einer Sauerstoffuntersättigung). Gelegentlich tritt Reizhusten auf. Diese Patienten versterben häufig, weil ihre Atmung versagt.

“blue bloater”: Der “blaue Huster” ist eher übergewichtig und zyanotisch, d.h. mit blauroter Verfärbung an Lippen und Nägeln aufgrund des Sauerstoffmangels. Er leidet unter geringerer Luftnot als der “pink puffer”, hat jedoch häufig Husten mit Auswurf. Tödlich kann hier eine Rechtsherzschwäche sein.

Lungenemphysem: Diagnose

Die Diagnose des Lungenemphysems beruht in erster Linie auf der Befragung des Erkrankten, d.h. der Anamnese (Rauchgewohnheiten, familiäre Häufung), sowie dem körperlichen Untersuchungsbefund. Beim Abhören der Lunge hört der Arzt z.B. ein Brummen. Das Atemgeräusch ist abgeschwächt, der “Klopfschall” laut und hohlklingend. Die Patienten atmen mit gespitztem Mund aus (”Lippenbremse”).

In der Röntgenaufnahme der Lunge finden sich indirekte Emphysemzeichen wie

  • horizontal verlaufende Rippen
  • verbreiterte Zwischenrippenräume
  • eine Abflachung des Zwerchfells mit verminderter Atembeweglichkeit
  • eine vermehrte Röntgenstrahlentransparenz der Lunge.

Im fortgeschrittenen Stadium erscheint das Lungengerüst durch Fibrose (krankhafte Bindegewebsvermehrung) verdickt. Außerdem können sich luftgefüllte Hohlräume bilden, so genannte Emphysemblasen.

Mit der Spirometrie (Bestimmung des geatmeten Gasvolumens) werden Lungenfunktionswerte bestimmt, welche die Diagnose festigen bzw. eine genaue Einteilung ermöglichen.

Lungenemphysem: Therapie

Bereits eingetretene Veränderungen des Lungengewebes aufgrund eines Lungenemphysems sind endgültig. Die Therapie beschränkt sich also darauf, den Krankheitsverlauf zu verzögern und die noch vorhandenen Reserven bestmöglich zu nutzen. Zunächst gilt es, die Inhalation krankmachender Substanzen zu vermeiden. Infekte der Luftwege müssen früh und konsequent behandelt werden. Physiotherapeutisch kann die Atemmuskulatur gestärkt werden. Bei schwerem Enzymmangel steht seit einiger Zeit ein humaner α1- Proteinase-Inhibitor zur Verfügung. Große Emphysemblasen können operativ entfernt werden.

In fortgeschrittenen Fällen ist eine ständige zusätzliche Sauerstoffzufuhr notwendig. Bei Erkrankten in einem sehr weit fortgeschrittenen Erkrankungsstadium bleibt als einzige Möglichkeit nur eine Lungentransplantation.

Lungenemphysem: Verlauf

Komplikationen

Bei einem Lungenemphysem können sowohl akute als auch chronische Komplikationen auftreten. Zu den akuten Komplikationen gehört die Ausbildung eines Spontanpneumothorax: Dabei kommt es zu einem Kollaps der Lunge, wenn Emphysemblasen platzen und Luft in den Pleuraspalt entweicht. Infekte der Luftwege können ein Lungenemphysem ebenfalls komplizieren, da sie die Leistungsreserve des Atemsystems schnell überfordern. Die chronischen Komplikationen führen über die Ausbildung eines Hochdrucks im Lungenkreislauf zu einer Überlastung der rechten Herzkammern (Cor pulmonale, Rechtsherzschwäche).

Prognose

Die Prognose eines Lungenemphysems ist schlecht, weil die Veränderungen der Lungenstruktur auch bei Behandlung nicht rückbildungsfähig sind. Menschen mit angeborenen α1- Proteinase-Inhibitor-Mangel entwickeln die Symptome eines Lungenemphysems meist zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Zusätzlich aufgetretene Erkrankungen wie das Cor pulmonale komplizieren die Erkrankung und verschlechtern die Prognose deutlich.

Lungenemphysem: Vorbeugen

Krankmachende Substanzen wie Tabakrauch zu vermeiden ist die beste Möglichkeit, einem Lungenemphysem vorzubeugen. Komplikationen während einer COPD können durch zwei Impfungen vermieden werden:

Grippe-Schutzimpfung

Diese Impfung wird jedes Jahr aufs Neue notwendig, weil die Grippeerreger jährlich wechseln. Sie ist ausschließlich gegen die Grippe (Influenza) wirksam und nicht gegen einfache Erkältungskrankheiten.

Pneumokokken-Schutzimpfung

Von gleicher Wichtigkeit wie die Impfung gegen Influenza ist die Impfung gegen Pneumokokken. Dies sind weit verbreitete Bakterien, die Lungenentzündungen hervorrufen können. Die Impfung sollte alle sechs Jahre aufgefrischt werden. Kürzere Abstände sind wegen der höheren Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen nicht zu empfehlen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut fordert in ihren aktuellen Impfempfehlungen explizit die Pneumokokken-Impfung für Asthmatiker und Menschen mit COPD.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Lungenemphysem”:

Selbsthilfegruppen / Beratungsstellen:

Deutsche Emphysemgruppe e.V.
Dipl.-Psych. Heide Schwick
1. Vorsitzende
Bundesgeschäftsstelle
Steinbrecherstr. 9
38106 Braunschweig
Telefon: 0531-234 90 45
http://www.emphysem.de

Emphysem-Mailingliste
http://www.emphysemliste.de/

Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.
Berliner Straße 84
D-55276 Dienheim
Telefon: +49 (6133) 35 43
Fax: +49 (6133) 92 45 57
http://www.patientenliga-atemwegserkrankungen.de/index.html

COPD - Deutschland e.V.
Fabrikstrasse 33
D-47119 Duisburg
Telefon: +49 (0203) - 71 88 742
Fax: +49 (0203) - 71 88 743
http://www.copd-deutschland.de

Koordinationsstelle der Selbsthilfegruppen Lungenemphysem-COPD
Lindstockstrasse 30
D-45527 Hattingen
Telefon: +49 (02324) - 99 90 00
Fax: +49 (02324) - 68 76 82
SHG-mailingliste@lungenemphysem-copd.de
http://www.lungenemphysem-copd.de

Linktipps:

www.emphysem-info.de
Dies ist eine umfangreiche Seite zum Thema Lungenemphysem und COPD. Sie finden u.a. Grundlagen zur Krankheit, aktuelle Informationen und FAQ´s.

www.deutsche-emphysemgruppe.de
Tipp: Liste nationaler wie internationaler Emphysem-Selbsthilfegruppen bzw. Vereinigungen

www.lungenemphysem-copd.de
Mailingliste für Lungenemphysem-Betroffene, um Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig Tipps zu geben

www.copd-deutschland.de
Der Verein COPD - Deutschland e.V. will Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Auf der Seite finden Sie u.a. Termine zu Informationsveranstaltungen des Vereins.

Montag, 4. August 2008

BODE Index

COPD - diese vier Buchstaben stehen für eine Krankheit, die aller Wahrscheinlichkeit nach in wenigen Jahren auf Platz 3 der häufigsten Todesursachen weltweit stehen wird. Im Jahr 1990 nahm sie noch Platz 6 ein. Weltweit beträgt die Prävalenz der COPD 18,5 Prozent. Wichtigste Ursachen sind Rauchen und Feinstaub.

Frauen holen stark auf: In manchen Ländern - zum Beispiel USA - übersteigt die Zahl von Frauen mit COPD bereits die der Männer.

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist sehr viel häufiger als bisher angenommen. Das belegen neue Daten aus der BOLD*-Studie. So konnte in Österreich bei über einem Viertel der zufällig ausgewählten über Vierzigjährigen eine COPD im Stadium I (FEV1 über 80 Prozent) oder höher nachgewiesen werden. Eine COPD im Stadium II - IV hatten 10,7 Prozent (II: FEV1 50 bis 80 Prozent; III / IV: FEV1 < 50 Prozent). Bereits diagnostiziert war die Erkrankung nur bei 5,6 Prozent der Teilnehmer (Chest 131, 2007, 29).

Dabei kann man einer COPD durchaus früh auf die Spur kommen. Nach Meinung von Professor Tobias Welte aus Hannover können drei einfache Fragen in der Hausarztpraxis klären, ob eine Spirometrie notwendig ist: Sind Sie über 40 Jahre alt? Sind Sie Raucher oder Exraucher? Haben sie Atemnot oder Husten?

In einem Pilotprojekt hatten 2200 von 13 000 Patienten alle drei Fragen mit "ja" beantwortet und wurden daher für eine Spirometrie ausgewählt. Bei 47 Prozent wurde eine COPD diagnostiziert. Das bedeutet: Nur zwei Patienten müssen untersucht werden, um eine COPD zu entdecken.
Für alle Patienten gilt: Risikofaktoren vermeiden

Die Therapie orientiert sich am Stufenschema der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. Für alle Patienten (Stadium I - IV) gilt: Risikofaktoren vermeiden, Grippe- und Pneumokokkenimpfung und bei Bedarf kurzwirksame Bronchodilatatoren. Hierzu zählen die Beta-2-Mimetika Fenoterol, Salbutamol und Terbutalin sowie das Anticholinergikum Ipratropium. Ipratropium gibt es auch als Fixkombi mit Fenoterol. Zugelassen für die Bedarfsmedikation bei COPD ist auch das rasch und zugleich lang wirksame Beta-2-Mimetikum Formoterol.

Ab Stadium II wird die zusätzliche Dauertherapie mit langwirksamen Bronchodilatatoren empfohlen. Zu ihnen zählen das Anticholinergikum Tiotropium (Spiriva®) und die beiden Beta-2-Mimetika Formoterol (etwa Foradil®) und Salmeterol (aeromax®, Serevent®). Ab Stadium III ist - bei wiederkehrenden Exazerbationen - die zusätzliche Dauertherapie mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS) indiziert.

Verfügbar sind ICS wie Beclometason (etwa Sanasthmyl®), Budesonid (etwa Pulmicort®) und Fluticason (etwa Flutide®). Fixkombinationen mit einem langwirksamen Beta-2-Mimetikum und einem ICS sind weitere Optionen. Es gibt die Kombinationen Formoterol / Budesonid (Symbicort®) und Salmeterol / Fluticason (Viani®, atmadisc®).

Bezüglich der Symptome und der Häufigkeit der Anwendung von Bedarfsmedikation waren in Studien die Fixkombinationen den Einzelsubstanzen überlegen.
BODE-Index erleichtert Einschätzung der Erkrankung

Um Patienten mit COPD künftig noch gezielter behandeln zu können, ist es notwendig, den Schweregrad so genau wie möglich zu bestimmen. Um sich hierbei nicht nur auf den FEV1-Wert - und damit auf den Grad der Obstruktion - verlassen zu müssen, wurde der BODE-Index entwickelt und in die aktuelle COPD-Leitlinie aufgenommen.

Das B in BODE steht für "Body Mass Index", das O für "Obstruction", das D für "Dys-pnoea" und das E für "Exercise Capacity". Bei dieser Schweregrad-Einteilung werden außer der Obstruktion das Körpergewicht, die Atemnot und die körperliche Belastbarkeit der Patienten berücksichtigt. Der BODE-Index trägt den Erkenntnissen Rechnung, dass es sich bei der COPD um eine Systemerkrankung handelt, die sich nicht nur in der Lunge manifestiert. Die chronischen Entzündungsvorgänge und die gesteigerte Atemarbeit führen zu einem erhöhten Energie- und Proteinumsatz mit Folgen für den gesamten Organismus. Hierzu zählen Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Osteoporose und kardiovaskuläre Erkrankungen. (otc)

*BOLD: Burden of Obstructive Lung Disease

COPD und Ernährung

Ungewollter Gewichtsverlust und die meist daraus resultierende Mangelernährung sind negative Prognosefaktoren bei COPD. Bei den betroffenen Patienten ist unter anderem sowohl die Lungenfunktion eingeschränkt als auch die maximale Sauerstoffaufnahme.

Angaben zur Häufigkeit eines ungewollten Gewichtsverlustes bei COPD- Patienten schwanken zwischen 22 und 52 Prozent. Charakterisiert ist der Gewichtsverlust vor allem durch die Abnahme der Magermasse, vorwiegend der Skelettmuskelmasse und der Fettmasse. In einer französischen Untersuchung mit etwa 300 COPD-Patienten war bei 38 Prozent die Körpermagermasse vermindert. Der BMI als Maß für die Fettmasse war dabei nur bei 17 Prozent der Patienten erniedrigt (< 20 kg/m2).

Die Abnahme der Skelettmuskelmasse führt zu verminderter peripherer Muskelfunktion und zu eingeschränkter Beweglichkeit. Zudem ist eine beeinträchtigte T-Zell-Immunität nachgewiesen, was die Anfälligkeit für Bakterien erhöht.

Ursachen für die Mangelernährung gibt es viele - erhöhter Energiebedarf, unzureichende Energie- und Nährstoffzufuhr sowie chronisch entzündliche Prozesse sind einige.

Mit einer Ernährungstherapie sollte bei chronischer Ateminsuffizienz früh begonnen werden, empfiehlt Dr. Gudrun Zürcher aus Freiburg. Sie rät zu häufigen kleinen Mahlzeiten. Der Eiweißbedarf sollte bei mindestens 1,5 g / kg / Tag liegen, der Fettanteil an der Gesamtenergiezufuhr zwischen 25 und 35 Prozent. Empfehlenswert sind auch mehrere kleine Portionen von Trinknahrung über den Tag verteilt zwischen den Mahlzeiten.

Kann die orale Ernährung nicht optimiert werden, ist eine enterale Ernährung indiziert. Diese kann als nächtliche Sondennahrung erfolgen.

Am effektivsten sind die Ernährungsmaßnahmen kombiniert mit körperlichem Training.

Samstag, 2. August 2008

COPD und Pneumonie: Moxifloxacin erfüllt die Anforderungen an ein schnell wirksames Antibiotikum

COPD und Pneumonie - Bei einer chronischen Bronchitis, einer ambulant erworbenen Pneumonie oder der Exazerbation einer diagnostizerten COPD ist eine schnelle und effiziente Antibiotikatherapie zur Hilfe des Patenten unabdingbar. Die Anforderungen an das Antibiotikum steigen mit der Dringlichkeit der Diagnose: hochwirksam und schnell in der Wirkung muß das Antibiotikum sein und zudem gut verträglich. Der Einsatz von Moxifloxacin hat sich bei diesen Patientengruppen in Klinik und Praxis als prognoseorientierte und wirtschaftliche Antibiotikatherapie bewährt.

Krankheitssituation in Deutschland bei bakteriell bedingten Atemwegsinfektionen
In Deutschland versterben jährlich nahezu 21.000 Menschen an einer akuten Exazerbation einer chronischen Bronchitis. 19.000 Todesfälle resultieren durch eine ambulant erworbene Pneumonie. Unter COPD leiden keineswegs nur Raucher. Rund 60 Prozent der Patienten haben früher einmal geraucht, jedoch nur 20 Prozent der Erkrankten rauchen noch aktuell. Leider gehen viele Patienten erst zu ihrem Arzt, wenn bereits ein hartnäckiger Infekt aufgetreten ist und die Diagnose COPD als Grunderkrankung gestellt werden muss.

Die bakteriell bedingten Atemwegsinfektionen stellen einen hohen Risikofaktor für die Patienten dar, da sie vor der Ersttherapie richtig erkannt und schnell therapiert werden müssen. Diese Aussage mag banal erscheinen. Wenn aber fast 50% aller COPD-Erkrankungen zunächst nicht richtig diagnostiziert und demnach auch falsch oder gar nicht therapiert werden, gewinnt die Aussage für jeden neuen Patienten mit einer Lungenerkrankung an Bedeutung. Bedingt durch unnötige Falschtherapien und vermeidbare Arbeitsunfähigkeiten stellt die Behandlung von ambulant erworbenen Pneumonien zudem einen wichtigen volkswirtschaftlichen Faktor dar.

Antibiotikum senkt Sterblichkeitsrate bei Pneumonie - Sterblichkeit ist abhängig von der Primärtherapie
'Bereits in den 30iger Jahren konnten Studien belegen, dass eine Behandlung mit Antibiotika die Prognose von Patienten mit Pneumonie nachhaltig bessert. Ohne eine Antibiotikatherapie verstarb nahezu jeder dritte Patient an Pneumonie. Durch die Verabreichung von Antibiotika lag die Letalität bei etwa zehn Prozent' so Professor Dr. Tobias Welte, Hannover.

Nach jüngsten Erkenntnissen hängt der Erfolg einer riskoorientierten Behandlung weniger von der Kenntnis des Erregers ab, weniger vom Alter oder Geschlecht des Patienten sondern vielmehr vom Status seines Immunsystems und vor allem von der Kürze der Zeit bis zur Diagnose und Primärtherapie.

Bei der Behandlung mit Antibiotika kommt es ferner auf das Risiko der ambulant erworbenen Pneumonie an. Liegt ein geringes Mortalitätsrisiko vor, kann ein Antibiotikum mit schmalem Wirkspektrum verordnet werden. Hingegen sollte bei älteren, multimorbiden Menschen und auch bei Patienten mit hoher Atemfrequenz ein breit wirksames hocheffektives Antibiotikum verabreicht werden. Besondere Risikofaktoren sind die chronische Herzinsuffizienz, chronische Leber- und/oder chronische Nierenerkrankungen sowie neurologische Erkrankungen. Laut Prof. Welte konnte die Sterblichkeit in Alten- und Pflegeheimen durch eine hochwirksame Antibiotikatherapie um etwa die Hälfte gesenkt werden.

Antibiotische Behandlung hat Sterblichkeit reduziert
Die antibiotische Behandlung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Sterblichkeit und ebenso auf die Langzeitprognose bei bakteriell bedingten Infektionen genommen. Sie gilt heute auch bei der bakteriellen Pneumonie als Standardtherapie. Die Überwindung von Infektionen hängt laut Prof. Welte wesentlich von der richtigen Antibiotikatherapie sowie von der Pathogenität der Erreger und der Abwehrfunktion des Wirtes ab.

Kombinationstherapie oder Monotherapie mit Atemwegs-Chinolon
Hierbei empfehlen sich nach Welte entweder ein Betalaktamantibiotikum in Kombination mit einem Makrolid oder eine Monotherapie mit einem Fluorchinolon wie Moxifloxacin.

'Chinolon ist eine effektive Behandlungsoption bei der Pneumonie', so Mitfessel. Zahlreiche Studien wie TARGET, MOXIRAPID oder CAPRIE, in denen Moxifloxacin mit Standardtherapien verglichen wurde, konnten dies belegen. Eine CAPNETZ-Analyse zeigte, dass insbesondere bei älteren Patienten mit ausgedehntem Erregerspektrum eine Sterblichkeitsreduktion bei einer Behandlung mit Moxifloxacin im Vergleich zu Betalaktamantibiotika einhergeht.

Länger exazerbationsfrei durch Moxifloxacin
Moxifloxacin kann ebenso effektiv bei der Therapie von COPD eingesetzt werden. Die exazerbationsfreien Intervalle werden deutlich verlängert. 'Die MOSAIC-Studie (Multicentre randOmised Study vs standard Antibiotic regimen In outpatients with acute exacerbation of Chronic bronchitis), an der sich 730 Patienten mit akuter Exazerbation einer chronischen Bronchitis (AECB) beteiligten, konnte dies belegen. Der klinische Heilungsprozess unter Moxifloxacin verlief signifikant besser und führte zu einer Keimeradikation, erklärte Dr. Mitfessel.

Hierbei fiel die Verlängerung der Zeit bis zur nächsten AECB von durchschnittlich 118 Tagen unter der Standardtherapie auf im Mittel 133 Tage unter Moxifloxacin als sehr herausragend auf. Das bedeutet für den Patienten 37 exazerbationsfreie Tage mehr pro Jahr, so Mitfessel.

Pharmaökonomie in der COPD - mit Antibiotika sparen
Die Prävalenz für COPD nimmt auf der Welt kontinuierlich zu. Besonders stark betroffen sind Frauen. Im Hinblick auf die Pharmaökonomie deutet Professor Dr. Dennis Nowak aus München anlässlich des 49. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. in Lübeck darauf hin, dass Patienten bei einer Verhinderung von akuten Exazerbationen, seltener stationär aufgenommen werden müssen. Den größten Kostenfaktor im Krankenhaus stellt die Pflege des Patienten dar. Nachgeordnet kommen die Medikamente. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf nahezu 12 Milliarden Euro pro Jahr.

Eine insgesamte Verlängerung des exazerbationsfreien Intervalls kann laut Prof. Nowak nur durch eine adäquate Behandlung der COPD erreicht werden. Eine effiziente Basistherapie der COPD muss vorausgesetzt werden und im Falle von Exazerbationen eine hocheffektive Antibiotikatherapie, wie sie z.B. mit Moxifloxacin, gewährleistet werden.

Samstag, 21. Juni 2008

Frauen und COPD

Frauen haben jetzt häufiger COPD als Männer

Zahl der rauchenden Frauen steigt stark / Ihre Atemwege reagieren empfindlicher und sie erkranken früher

HEIDELBERG (bd). Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist längst keine typische Männererkrankung mehr. Spezialisten empfehlen, auch bei Frauen an die Diagnose einer COPD denken.

Aufgrund ihres stärkeren Rauchkonsums war die Prävalenz von COPD bei Männern weltweit früher generell höher als bei Frauen. "Dieser Trend ist gerade einem raschen Wandel unterworfen", sagte die Lungenspezialistin Dr. Maria Cordina aus Malta beim Gender Medicine Congress in Heidelberg. Die Zahl der Raucherinnen, die bereits in jungen Jahren zur Zigarette greifen, steige weltweit beträchtlich. "Deshalb treten auch die Lungenerkrankungen bei ihnen in einer früheren Lebensphase auf", sagte Cordina bei der Veranstaltung des Deutschen Ärztinnenbundes - Regionalgruppe Baden-Württemberg und des Deutschen Pharmazeutinnenverbandes. Nach Berechnungen werde ein erheblicher Anstieg der COPD-Kranken zwischen 1994 und 2015 prognostiziert. Frauen seien wesentlich stärker betroffen als Männer.

Mit der Zunahme der Lungenerkrankung bei Frauen steigt auch die Zahl der Studien, die sich mit geschlechtsspezifischen Unterschieden beschäftigen.

Cordina verwies etwa auf eine US-amerikanische Untersuchung aus dem Jahre 2000, wonach die Zahl der Frauen mit COPD die der Männer in den USA sogar übersteigt. Der Schweregrad der COPD sei im Geschlechtervergleich bei den untersuchten Frauen und Männern vergleichbar gewesen, obwohl die Frauen nicht so lange geraucht hatten wie die Männer. Die Forscher gehen davon aus, dass die Lungenfunktion bei Frauen stärker durch das Rauchen beeinträchtigt wird als bei Männern, weil die Atemwege der Frauen wohl empfindlicher auf die Noxen reagierten, so Cordina. Keine Rolle scheinen indes das geringere Lungenvolumen oder der kleinere Durchmesser der Atemwege zu spielen.

Nach bislang verfügbaren Daten bedürfen Frauen mit einer COPD eher einer stationären Behandlung als Männer. Andererseits hätten sie eine höhere Überlebensrate. Die Wissenschaftlerin riet zu geschlechtsspezifischen Präventionsstrategien, um Frauen gezielt vom Rauchen abzuhalten.

Montag, 24. März 2008

Viagra für COPD ?


Was Viagra alles kann

Zufallsfund im Höhenrausch

Von Sonja Kastilan

23. März 2008 Wenn das Jahr 1998 eine Farbe hätte, wäre es Blau. Und zwar in jener Nuance, die jenseits von politischer Farbenlehre und Kunstdoktrin unmissverständlich verspricht, männliche Sehnsüchte mit Chemie zu erfüllen. Nicht die nach romantischer Liebe: Viagra-Blau bedient den Wunsch nach Sex. Im hohen Alter, wenn der Körper nicht mehr das nötige Stehvermögen besitzt. Oder wenn Krankheiten wie Diabetes, Arteriosklerose und Hormonstörungen die Leidenschaft in den Lenden zügeln.

Nicht nur im Penis wirkt Viagra, wie es sich bereits mehr als 35 Millionen Anwender ersehnten: „Wir setzen den Wirkstoff bei Lungenhochdruck ein und retten damit Leben“, sagt Friedrich Grimminger. Profitieren können Patienten mit Lungenfibrose, COPD und vermutlich mit Schistosomiasis, einer Parasitenkrankheit. Das Potenzmittel Viagra ist für den Direktor des Zentrums für Innere Medizin der Universität Gießen lediglich ein Türöffner: „Ein Schlüssel zum System des körpereigenen Botenstoffs Stickstoffmonoxid“, sagt Grimminger, „und ein Prototyp einer ganzen Substanzfamilie, die uns das Therapiekonzept einer intelligenten Gefäßweitung ermöglicht.“ Kurzum: Blut soll fließen, nach Bedarf und nicht überall.

Der „kleine blaue Diamant“ ersetzt Pumpen und Spritzen

Mit der Zulassung von Viagra am 27. März 1998 in den Vereinigten Staaten beginnt ein globaler Siegeszug, der sechs Monate später auch Deutschland erfasst und in Spam-E-Mails seither das Internet zur virtuellen Apotheke erklärt. Es ist die erste Pille, die Männer von Erektionsstörungen befreit und so von ihrer Urangst Impotenz. Wo vorher Vakuumpumpen und Spritzen zum Einsatz kamen, kann fortan ein kleiner „blauer Diamant“ - auf Rezept - rund vier Stunden lang wirken und eine erektile Dysfunktion beheben.

Diese Aufgabe übernimmt ein Wirkstoff namens Sildenafil, dessen Entwicklungsgeschichte Mitte der achtziger Jahre beginnt und heute als klassisches Beispiel eines Zufallsfunds gilt, entdeckt an der südostenglischen Küste im Pfizer-Forschungszentrum Sandwich. Dort suchten Chemiker eine Substanz, die ein bestimmtes Enzym, die Phosphodiesterase 5 (PDE5), blockieren sollte, um so die Herzkranzgefäße zu erweitern. Das von ihnen als UK-92480 entwickelte Sildenafil wurde nach vielversprechenden Tierversuchen schließlich klinisch getestet, im Jahr 1991 noch mit dem ursprünglichen Ziel, Angina pectoris zu behandeln. Eine dabei beobachtete Nebenwirkung bestimmt jedoch drei Jahre später das Testregime: Die Folgestudien konzentrieren sich auf das Erektionsvermögen der Probanden.

Es wirkt wie ein Restlichtverstärker

Sildenafil weckt kein Begehren, das nicht vorhanden ist, sondern unterstützt den natürlichen Blutfluss. Die Substanz wirkt, weil sie in das komplexe Geschehen im Schwellkörper des Mannes eingreift und für die nötige Entspannung sorgt. Bei sexueller Erregung wird hier im Unterkörper Stickstoffmonoxid freigesetzt: Dieses NO vermittelt lustvolle Botschaften des Gehirns an die Muskelzellen, die sich daraufhin entspannen und so zugleich die Arterien weiten - Blut kann einfließen und den Schwellkörper härten. Wie gut das gelingt, hängt außerdem von einem weiteren Botenstoff ab, dem cGMP. Werden davon zu wenig Signalmoleküle gebildet und schon enzymatisch abgebaut, bevor ihr NO-Auftrag erfüllt ist, bleibt es beim Wunsch nach praller Form.

Fülle kann jedoch entstehen, wenn schon etwa 30 Minuten zuvor Viagra eingenommen wurde. Der Inhaltsstoff Sildenafil blockiert das Enzym Phosphodiesterase 5 (PDE5), um den cGMP-Abbau zu verhindern, und wirkt auf diese Weise ähnlich einem Restlichtverstärker. „Eine Erektionsstörung ist meist eine Art Indikator, dass etwas im Gefäßsystem nicht stimmt“, sagt Friedrich Grimminger. Kranke können profitieren, müssen aber das Medikament wie vorgeschrieben und nicht in Kombination mit Blutdrucksenkern und Nitraten einnehmen, da sie sonst Komplikationen oder wie in einigen Fällen Herzinfarkte riskieren. Die amerikanische Zulassungsbehörde warnt auch vor seltenen Sehstörungen.

Ein Tabu wird zum Thema - und zum Geschäft

Gesunde Männer merken praktisch kaum Unterschiede. Das macht Sildenafil auch für Grimminger zum sicheren Medikament mit geringen Nebenwirkungen, weil es die Blutgefäße nur weiten kann, wo sein Angriffsziel in der Muskulatur vorhanden ist - in den Alveolen der Lunge zum Beispiel.

Das Problem der Impotenz ist durch Viagra keineswegs verschwunden, nur vertuscht. Manche Sexualmediziner wie Hartmut Bosinski von der Universität Kiel sprechen durchaus von Symptomkosmetik, aber nicht ohne Viagra und entsprechende Konkurrenzprodukte als „wichtige und geniale Medikamente“ zu würdigen. Die Potenzmittel erlösen viele Männer von ihren Versagensängsten und lassen sie nicht erst lange Jahre warten, bevor der Leidensdruck sie zum Arzt zwingt. Ihr neu erwachtes Sexualleben stärkt laut Studien das Selbstbewusstein und rettet nicht selten eine im Schweigen erstarrte Partnerschaft. Nach Schätzungen sind 190 Millionen Männer betroffen. Viagra macht ein Tabu zum Thema - und zum Geschäft.

Für den vom Jetlag gestressten Hamster

Aber lange bevor Pfizer die ersten Dollar mit den rautenförmigen Tabletten verdiente, legten drei Forscher den Grundstein für diese neuartige Therapie. Die amerikanischen Wissenschaftler Robert F. Furchgott, Ferid Murad und Louis J. Ignarro entdeckten, welche Rolle das Stickstoffmonoxid im Körper besitzt. Sie enttarnten das als Luftschadstoff geächtete Molekül NO als wichtigen Neurotransmitter im Herz-Kreislauf-System und zeigten dessen entspannende Wirkung auf die Gefäßmuskulatur. Im Jahr 1998 wurden Furchgott, Murad und Ignarro mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt.

Welches enorme Potential ihre Forschung besitzt, lässt bereits die Zulassung von Viagra ein halbes Jahr davor erahnen, das als Medikament in die von NO ausgelöste Signalkaskade eingreift. Gerade kuriose Untersuchungen zeigen, in welchem Ausmaß Sildenafil Einfluss nimmt: Bei Schnittblumen verlängert Viagra im Wasser die Haltbarkeit, und Hamster erholen sich schneller vom Jetlag. Letzteres veröffentlichte eine argentinische Forschungsgruppe 2007 in PNAS und erhielt dafür prompt den satirisch gemeinten Ig-Nobelpreis in der Kategorie Luftfahrt. Ein Spaß mit ernstem Kern, wenn Sildenafil, wie von den Forschern vermutet, die innere Uhr im Gehirn beeinflusst. Sicher ist, dass Viagra auch Hamstern zu Erektionen verhilft.

Ohne Not - aber mit roten Ohren

Von Anfang an hat das Medikament die Phantasie beflügelt. Auffallend koloriert und in Rautenform gepresst, gerät Viagra zum Inbegriff einer zweiten sexuellen Revolution. Gerüchte kursierten über wilde Orgien dank dieser modernen „Poppers“-Variante und einen neuen Leistungsdruck in der Pornoindustrie. Selbst in seriösen Studien finden sich Hinweise, dass der Wirkstoff den penilen Härtegrad erhöht, riskantes Sexualverhalten fördert, die Erholungsphase zwischen Erektionen verkürzt und dass zunehmend jüngere Männer zwischen 18 und 45 das Medikament schlucken. Ohne medizinische Not nehmen sie dabei Kopfschmerzen und rote Ohren als häufigste Nebenwirkung in Kauf.

Dass sich mit dieser Pille ein Milliardenmarkt erschließen lässt, erkannten nicht nur die Forscher und Produktmanager des Pharmaunternehmens Pfizer schnell. Neben Viagra konkurrieren heute vor allem die PDE5-hemmenden Pillen von Eli Lilly und Bayer um die Gunst der Patienten mit erektiler Dysfunktion, die nur in Ausnahmefällen finanzielle Beihilfen von den Krankenkassen erhalten. Je nach Dosis und Packungsgröße kostet sie das blaue Medikament durchschnittlich elf Euro - bei weltweitem Einsatz summierte sich das 2007 für Pfizer zum Jahresumsatz von 1,7 Milliarden Dollar. Cialis, das leuchtend orange Lilly-Präparat, erzielte im gleichen Jahr 346 Millionen Dollar und ist in Deutschland inzwischen gar Marktführer.

Zum Test auf den Mount Everest

Die Wirkung von „Le Weekender“, wie Cialis in den Vereinigten Staaten genannt wird, hält etwa 36 Stunden an. Wohl ein ebenso reizvoller wie beruhigender Gedanke, der den Wirkstoff Tadalafil in einer aktuellen Studie der Universität Cairo bei „Honeymoon“-Impotenz zur Anwendung bringt. Und das ist nur eines der zahlreichen Beispiele, in denen Männer von den bunten Potenzpillen profitieren. Die weibliche Lust scheint komplizierter, eine bessere Durchblutung der Genitalien genügt offenbar nicht. Pfizer hat nach einigen Studien entsprechende Tests abgebrochen.

Trotzdem schlucken Tausende Frauen regelmäßig den Wirkstoff Sildenafil. Dreimal täglich, jeden Tag. Am Lungenzentrum in Gießen werden auf diese Weise 2300 Patienten behandelt. „Die Therapie hält 420 von ihnen überhaupt am Leben“, sagt Direktor Friedrich Grimminger. Ihnen droht sonst Herzversagen. Statt Viagra schlucken sie meist runde Tabletten in unschuldigem Weiß: Revatio, für das Pfizer im Jahr 2005 die Zulassung erhalten hat. Im Eilverfahren, weil Sildenafil Leben rettete. Auch „blue babies“ mit angeborenem Herzfehler lassen sich damit stabilisieren bis zur nötigen Operation. Bevor das Unternehmen den Antrag für Revatio stellte, musste Grimminger allerdings erst den Mount Everest erklimmen.

„Bei einem längeren Aufenthalt in großen Höhen führt der Sauerstoffmangel bei Gesunden zum Lungenhochdruck wie sonst bei unseren Patienten mit chronisch verengten Lungengefäßen“, sagt Grimminger. Für die entsprechende Studie kletterten fünf Mediziner und neun Profibergsteiger im Himalaja, um bei den über 5000 Metern herrschenden Extremen zu erleben, wie Viagra im Selbstversuch die Leistung verbessert. „Eine große Chance für Patienten mit Lungenhochdruck und bei Rettungseinsätzen, aber kein Doping-Mittel für Bergsteiger“, warnt Grimminger. Der Lungenspezialist hofft, dass Sildenafil und neue Weiterentwicklungen auch HIV-Infizierten und den rund 300 Millionen Schistosomiasis-Patienten helfen können. Infektionen mit Schistosoma-Parasiten, den Pärchenegeln, hält Grimminger für die weltweite Hauptursache von Lungenhochdruck. Studien des internationalen Pulmonary Vascular Research Institute laufen bereits. Für viele Betroffene ist der Zufallsfund Sildenafil ein Lebensretter - und keine Lifestyle-Droge.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Ein Silikonnasenbrille


Für mehr Info - rufen Sie MIC GmbH an - Tel: 05221 / 68 99 26

Danke!

Freitag, 19. Oktober 2007

Patientenseminar: Chronische Atemwegserkrankungen (COPD)

Zwei Vorträge am 24. Oktober 2007, ab 18 Uhr in Geb. 40, Hörsaal der Inneren Medizin des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) in Homburg

(lifepr) Homburg/Saar, 18.10.2007 - Eine Veranstaltungsreihe der Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V. und der Deutschen Lungenstiftung e.V. in Kooperation mit der Klinik für Innere Medizin V - Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin (Direktor: Prof. Dr. Gerhard W. Sybrecht) für Patienten mit chronischen Lungen- und Atemwegserkrankungen.

Der informierte Patient kommt besser mit seiner Krankheit zurecht und gewinnt Lebensqualität zurück – deshalb wollen wir Sie in einer Reihe abendlicher Veranstaltungen informieren:

- Jeden Abend widmen wir dabei einem bestimmten Thema
- Zuerst referieren Ärztinnen oder Ärzte zu dem jeweiligen Thema
- Dann beginnt eine Frage-Antwort-Runde: Sie fragen und die Experten antworten Ihnen

Erster Vortrag ab 18 Uhr: Einsatz von Cortison bei COPD - Freund oder Feind?

Der Einsatz von Cortison bei der Behandlung von chronisch entzündlichen Atemwegserkankungen wird zwischen Ärzten und Patienten immer wieder diskutiert. Aus Angst vor möglichen Nebenwirkungen nehmen Patienten oft das verordnete Cortison nicht ein. Bei einem Asthma bronchiale gilt das inhalierbare Cortison als Basismedikament der Therapie.

- Welchen Stellenwert hat Cortison bei der Behandlung einer COPD?
- Soll auch bei einer COPD regelmäßig Cortison inhaliert werden?
- Wann ist bei einer COPD die Einnahme von Cortison-Tabletten zwingend?
Herr Dr. Frantz wird Sie umfassend über Pro und Kontra beim Einsatz von Cortison informieren.

Im Anschluss: COPD und Schlaf

Patienten mit einer COPD haben häufig auch Schlafstörungen. Sie schnarchen heftig und laut, schlafen schlecht und fühlen sich tagsüber müde und wenig leistungsfähig. Sauerstoffmangel während des Schlafes stellt für Patienten mit COPD ein zusätzliches gesundheitliches Problem dar.

Frau Dr. Ploner wird Ihnen erläutern, welche Ursachen Schlafstörungen haben, wie sie erkannt und diagnostiziert werden können. Vor allem aber werden Sie erfahren, welche Möglichkeiten der Therapie bestehen.

Ansprechpartner:
Herr Prof. Dr. Gerhard W. Sybrecht
Klinik für Innere Medizin V - Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin des UKS
E-Mail: gerhard.sybrecht@uks.eu
Telefon: +49 (6841) 16-23600

Frau Dr. Sigrid Reicke
Telefon: +49 (6133) 35-43
Fax: +49 (6133) 9245-57
Zuständigkeitsbereich: Geschäftsstelle der Patientenliga Atemwegserkrankungen e. V

Donnerstag, 18. Oktober 2007

COPD und Lungenkrebs


Lungenkrebs auf dem Vormarsch


«Schwere Lungenerkrankungen sind auf dem Vormarsch. In rund fünf Jahren werden sie Todesursache Nummer eins sein», erklärt Professor Dr. Wolfgang Krawietz, Chefarzt am Klinikum Rosenheim. «Dann werden sie Herz-/Kreislauferkrankungen auf die zweite Stelle verdrängt haben.» Deshalb wurde am Klinikum Rosenheim das Lungenzentrum «Netzwerk Lunge» gegründet.


Rosenheim/Landkreis - Mit dabei in diesem Netzwerk sind neben den verschiedenen Fachdisziplinen des Klinikums wie Thoraxchirurgie, Strahlentherapie, Pneumologie, Radiologie und Onkologie auch die Triamed-Kliniken und niedergelassene Ärzte mit pneumologischen Praxen. «Die Erkrankungen der Atmungsorgane gehören zu den großen Volkskrankheiten. Auch in unserer Region steigen die Zahlen der Betroffenen», so Krawietz.


Neben Lungenkrebs drohen den Patienten schweres Bronchialasthma, chronische Bronchitis und Emphyseme (Überblähung der Lunge), alles Krankheiten, die unter Fachleuten mit dem Begriff COPD (chronische obstruktive Atmungserkrankungen) zusammengefasst werden.
Laut Fachleuten erkranken rund fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung an schwerem Asthma mit großer Atemnot und bereits zehn Prozent der Kinder. Und die Zahlen seien am Steigen, so der Rosenheimer Pneumologe Dr. Georg Lueg. Vielfach gehen Patienten erst sehr spät zum Arzt, wenn die Krankheitsbilder voll ausgeprägt seien. «Wer länger als acht Wochen an Husten oder gar Auswurf leidet, sollte sich unbedingt bei einem Lungenfacharzt vorstellen», rät Krawietz. Denn bei einem Emphysem etwa seien den Medizinern die Hände gebunden. «Der Patient kann zwar noch einatmen, aber er bringt die Atemluft nicht mehr aus der Lunge. Sie ist regelrecht überbläht.»


«Das Risiko, an Heuschnupfen oder Asthma zu erkranken, hat sich heutzutage erhöht, weil viele neuartige Substanzen in der Umwelt zu finden sind.» Neben veränderten Essgewohnheiten sind auch die Lebensumstände anders geworden. «Kinder halten sich Meerschweinchen, Hasen, Ratten, Hunde und Katzen in der Wohnung. Der Kontakt zu diesen Haustieren ist sehr eng, das bleibt nicht ohne Folgen», sagtLueg.

Aber auch die beliebten Kiwi-Früchte lösen Allergien aus. Daneben seien verschiedene Kunststoffe wie Zweikomponentenkleber und Schimmelpilze wahrscheinliche Auslöser für Bronchialerkrankungen.
«Hinzu kommt, dass diese COPD-Patienten bis zu 90 Prozent auch Raucher sind. Ihr Risiko, an einem Lungenkarzinom zu sterben, ist extrem hoch», sagt Lueg.
Besonders in der westlichen Welt nimmt die Rate der an Lungenkrebs Erkrankten stark zu. «Hauptursache dafür ist das Rauchen», so Krawietz. Zwar nehme die Zahl der männlichen Raucher ab, doch die Gesamtzahl bleibe konstant, da Frauen und Jugendliche verstärkt zur Zigarette greifen, macht der Mediziner deutlich. «Wenn Jugendliche bereits mit zwölf Jahren zu rauchen beginnen, hat das für sie gravierende Folgen. Je jünger der Raucher, umso schlimmer die Konsequenzen», so Lueg.
Doch gebe es auch eine gute Nachricht. «Mit dem Rauchen aufzuhören, lohnt sich immer», so der Fachmann. Allerdings müsse der Raucher völlig von seiner Sucht lassen. «Nur die Zahl der Zigaretten zu reduzieren, bewirkt nichts.»

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Therapie bei COPD wird jetzt leichter

Mechanischer Inhalator für Tiotropium lässt viel Zeit zum Inhalieren / Hohe Wirkstoffdeposition in der Lunge

DORTMUND (djb). Der langwirksame Bronchodilatator Tiotropium wird für Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) jetzt in einem neuen Inhaliergerät (Spiriva® Respimat®) angeboten. Es erleichtert Patienten die Inhalation des Wirkstoffs. Experten wie Dr. Thomas Voshaar aus Moers versprechen sich von dem neuen Gerät Fortschritte in der Langzeitbehandlung von COPD-Kranken.

Der sogenannte Doppelstrahl-Impaktionsinhalator ist ein handbetriebenes, treibgasfreies, mechanisches Inhalationsgerät, erläuterte Voshaar bei der Einführungs-Pressekonferenz in Dortmund. Das Gerät gibt den Wirkstoff in einer langsamen, lang anhaltenden Sprühwolke ab, die den Patienten mehr Zeit zum Inhalieren lässt als Dosieraerosole. Das erleichtert die für die bestmögliche Aufnahme des Wirkstoffs in der Lunge wichtige Koordination zwischen Sprühvorgang und Einatmung, so Voshaar bei der Veranstaltung von Boehringer Ingelheim und Pfizer.

Der flüssige Wirkstoff wird durch die mechanische Kraft einer gespannten Feder durch ein spezielles Fein-Filtersystem und eine Zweistrahldüse, den sogenannten Uniblock, gedrückt, berichtete Dr. Gerhard Scheuch aus Gemünden. Aus dem Uniblock tritt der Wirkstoff über zwei Kanäle so aus, dass sich die beiden Strahlen treffen und einen Sprühnebel erzeugen. Durch die geringe Austrittsgeschwindigkeit der sehr kleinen Wirkstoffpartikel hält der Sprühnebel lange an und lässt Zeit für eine langsame und tiefe Inhalation. Dies gewährleiste eine hohe Lungendeposition. Im Vergleich zu Dosieraerosolen verbleibt weniger Substanz im Mund-Rachen-Raum.

Das langwirksame Anticholinergikum Tiotropium erweitert die Bronchien anhaltend über 24 Stunden. Die Substanz verringert die Atemnot und Lungenüberblähung sowie die Zahl der Exazerbationen und Krankenhauseinweisungen bei COPD-Patienten signifikant, haben klinische Studien ergeben. Und die Patienten werden wieder belastbarer. Empfohlen wird das Medikament in Leitlinien für die Basistherapie bei mittelschwerer bis schwerer COPD, also einer Einsekundenkapazität (FEV1) von unter 80 Prozent des Sollwertes.

Mittwoch, 22. August 2007

Dynamic Hyperinflation - 4 von 14

Dienstag, 14. August 2007















































Montag, 13. August 2007

Shortness of Breath (kurz Atmigkeit) - 3 von 14

Sonntag, 12. August 2007

Video 2 von 14

Donnerstag, 9. August 2007

Measuring COPD

How Do I Know How Much Lung Disease I Have?

If you have lung disease, there are a number of tests that will help you and your doctor determine the severity of your disease. Some of the most common tests that provide these measurements are chest x-rays, CT scans, pulmonary function tests, blood gas (oxygen and carbon dioxide) studies and exercise studies. We will review how some of these tests work, and what information can be gathered from them.

The Chest X-Ray

The chest x-ray can reveal clues about the presence of chronic lung disease (COPD), especially if the amount of disease in the lung is moderate or severe. But it does not provide an accurate measure of disease, and in fact, the x-ray can appear normal even in a significantly diseased lung. The signs of COPD that we look for in an x-ray are:

* Increased lung size.
* Decreased normal lung blood vessels and other markings (both of these findings are more common in emphysema).
* Flattening of the diaphragm (long muscle separating the chest and abdomen).
* Increased air between the front part of the chest and the heart.

In most cases, a diagnosis of COPD should not be made from a chest x-ray. If COPD is suspected on the basis of an x-ray, further studies should be done.

Pulmonary Or Lung Function Studies

Lung function studies are used to better clarify the state of disease in the lungs. The most common of these tests is spirometry.

Spirometry
Spirometry is designed to measure the amount of air you can move in and out of your lungs and how quickly you can move it. You do this test by breathing through a tube connected to a machine that measures volumes and flows. First you take several normal breaths (called tidal breaths) after which you take in as big a breath as you can and blow it out as fast as you can. Recording the volumes and flow rates of these breaths provides a measurement of the maximum volume, or amount, of air you can move in and out of your lungs (vital capacity, or FVC) and how rapidly you can breathe it out of your lungs (forced expiratory volume or FEV).

Normal people can blow most of the air out of their lungs in one second, so the standard measure of how well people move air out of the lungs is FEV1. This measurement is the number most often found to be abnormally low in people who have COPD, but it does not establish the exact nature of the disease - it could be emphysema, chronic bronchitis or some other cause of COPD. These measurements can never be interpreted properly in isolation. In order to make meaningful judgments about these measurements several things must be done.

* The FEV1 must be compared to the FVC and only if the ratio of these two (FEV1/FVC, or flow rate of exhaling to volume of breath exhaled) is less than normal can we say that airway obstruction, which is characteristic of COPD, is present.
* Second, to make a judgment about whether or not these measures are abnormal, they must be compared to measurements taken from people without lung disease who are the same age, sex and height since lung capacities vary depending on these factors. Normal values for different races may also vary by as much as 10-15 percent.
* Third, it is critical that the test be done properly and meets the standards of the American Thoracic Society Guidelines or it will be impossible to interpret accurately.

Lung Volumes

Spirometry measures volume in the lung, but only the volume you can voluntarily move in and out of the lung. You can never empty your lungs of air completely or they would collapse and it would be very hard to take another breath. The amount of air left in your lungs after you blow out as much air as you can is called the residual volume. This amount of air, like the spirometry values, varies from person to person depending on age, sex, height and, in some cases, race. The residual volume is harder to measure and is only measured under certain circumstances. While there are several ways to indirectly measure the residual volume, usually the most accurate way in people with COPD is with a body plethysmograph or body box. This is a small enclosed "box" in which a person must sit for a few minutes with the doors closed while measurements are made. The volume of air remaining in the lung is measured by pressure changes recorded when you breathe against a pressure-sensitive valve. Some people feel a little claustrophobic during the body-box measurement; however, it can be done relatively quickly and most modern "boxes" are almost entirely glass (usually plexiglass), so you can always see out of it.

If you have COPD, your doctor may want to measure your residual volume, which can be used to calculate the total volume of air that your lungs will hold. This is called total lung capacity and is often greater than normal in people with emphysema and some other forms of COPD. It is found by adding together the residual volume (measured in the body box) and the vital capacity (measured by spirometry) described above.

What Is The Diffusing Capacity?

The surface area of the lung where oxygen can 'get in' to the body is very limited in people with COPD. For example, in patients with emphysema, both the small air sacs (alveoli) and the small blood vessels (capillaries) that run past them are destroyed, leaving a smaller area for oxygen to come in contact with the oxygen-carrying proteins in the blood (hemoglobin).

"Diffusing capacity" refers to the capacity of the lung to release carbon dioxide and take in fresh oxygen. This lung function test measures the amount of area of the lung where oxygen can move into the blood vessels. It is performed much like the spirometry test, except that during this test, you breathe in a small amount of carbon monoxide gas. Carbon monoxide is used because it binds very quickly and well with hemoglobin and the amount is easily measured.

The test is usually performed during a single breath. To measure the diffusing capacity, you have to have certain minimal lung volumes and be able to hold your breath for a brief period of time. Also since diffusing capacity varies with the concentration of hemoglobin in the blood, the values obtained need to be revised if your hemoglobin level is not normal.

Are There Any Other Lung Function Tests I Might Have To Take?

We have only covered the most commonly used lung function tests that are performed to help in the diagnosis and management of COPD. A number of other tests exist and are done in special circumstances. There are tests, for example, that measure the elasticity of the lung tissue, the air-flow through just the smallest of the airways, and the strength of the muscles participating in breathing. If you require a specialized test like this, you should ask your doctor for a full explanation of the test goals and procedure.

Arterial Blood Gases
If your spirometry shows moderate or more severe disease, your doctor may want to measure the levels of oxygen and carbon dioxide in your blood. Normal oxygen levels are pressures of oxygen of more than 80 mmHg (sea level) and normal carbon dioxide pressures are in the low 40's mmHg. The oxygen pressure varies with altitude so that in areas of high altitude where the barometric pressure is lower, the normal values are also lower. In people with COPD, oxygen levels may fall below normal and carbon dioxide levels can rise above normal. Usually, oxygen levels fall before carbon dioxide levels rise. If the carbon dioxide levels rise and stay elevated, the patient is said to be in chronic respiratory failure; this is a sign of advanced lung disease.

The most accurate way to test the levels of these gases in the blood is to take blood from an artery, usually the radial artery at the wrist, and directly measure the pressures of oxygen and carbon dioxide in the drawn blood. It is important to take the blood from an artery, as arterial blood represents blood that has passed through the lungs where it has picked up oxygen and is being pumped to the body by the heart. Therefore, it more accurately represents the amount of oxygen that is being delivered to the tissues. It is also possible to get an estimate of blood oxygen levels without taking blood, by measuring hemoglobin saturations with a finger probe, a small device placed on the finger.

Computerized Tomography, or CT Scans
A CT scan is an imaging tool that provides radiographic images of the body. This scan is not necessary to diagnose COPD, but the images help doctors to distinguish between types of COPD. CT scans can also sometimes pick up unsuspected things like small lung cancers or areas of bronchiectasis (abnormally widened airways).

CT scans can be perfomed in several ways. Different from a chest x-ray, which provides a two-dimensional view of the chest, CT scans offer a more three-dimensional picture. CT scans really look at individual slices of the chest taken at varying intervals from your neck to your waist. New high resolution CT's look at slices of the body as thin as 2 millimeters or less, or slightly larger than a sixteenth of an inch, and this allows the structure of the lung tissue to be seen in fine detail. For example, high resolution CT scans can usually distinguish emphysema very clearly from other diseases, and can give doctors a good idea how the emphysema is distributed in the lung. These scans also offer very sensitive and clear images of bronchiectasis. New spiral CT technology makes it possible to complete a scan in less than a minute and with no more radiation than a chest x-ray. Another benefit of CT scans is their ability to pick up small lung nodules which are not visible on a chest x-ray and which sometimes represent early cancers.

Exercise Studies
There are two major categories of exercise studies: graded exercise studies and non-graded studies.

Graded exercise studies: In graded exercise studies, you usually walk on a treadmill or an exercise bicycle at a determined work-load. Your work-load is progressively increased and various breathing and heart measurements are recorded as you exercise. These tests are not done routinely in patients with COPD.

The test may be done if:

* the diagnosis is uncertain.
* you are participating in a clinical trial where specific improvements in exercise capacity are important outcomes.

This type of exercise test is similar to the ones done by internists and cardiologists to determine if you have coronary artery disease, but in those situations the doctors are primarily interested in the EKG changes during exercise.

Non-graded exercise: Non-graded exercise studies can be very useful in determining how much exercise capacity you have. In a non-graded study, you walk on level ground for a determined period of time (often six minutes). You should walk as fast as you can manage, with stops if necessary. During this test you will likely wear an oxygen saturation probe on your finger or ear to detect whether your blood oxygen value falls below acceptable values, an indication that your lungs do not supply adequate oxygen to your blood when you exercise. Successive six-minute walking tests may be done at intervals to assess the functional benefits of pulmonary rehabilitation programs, or sometimes to assess the functional impact of the progression of your disease. A second type of test is one in which you walk a set distance, usually at your own pace, again with a saturation probe in place to determine if you need supplemental oxygen. This would be done if the six minute walk test revealed falls in blood oxygen values (desaturation) to unacceptable levels.

Conclusion
COPD is a common disease which can be measured with a variety of tests. Chest x-rays may suggest the presence of COPD, but lung measurements are necessary to confirm airway obstruction. CT scans are helpful in distinguishing one type of COPD from another. Exercise tests and other studies may also be used to help make a difficult diagnosis or to get specific about a person's exercise capability. The simpler tests, like spirometry, are often repeated at intervals to get an idea of the progression of disease.

Mittwoch, 8. August 2007

Breath Training for COPD - 1 von 14

Mittwoch, 25. Juli 2007

OxyMask als Alternative

OxyArm als Alternative zu einer Nasenbrille

OxyChin, falls Sie Probleme haben mit einer Nasenbrille

Sonntag, 15. Juli 2007

COPD

PD Dr. Susanne Lang, Chefärztin der Karl-Hansen-Klinik, Bad LippspringeJens Lingemann, Selbsthilfegruppen Lungenemphysem-COPD

Während viele chronische Krankheiten durch die Fortschritte der Medizin heute schon früh erkannt und behandelt werden können, wird die chronisch obstruktive Bronchitis (COPD) - mit oder ohne Emphysem - häufig auf die leichte Schulter genommen und erst spät einer fachärztlichen Behandlung zugeführt. Das Wissen über diese Volkskrankheit, über deren Ursachen, Verlauf, Diagnosestellung und Behandlung ist sowohl bei den Patienten als auch bei Risikopersonen (Rauchern, Menschen mit familiärer Belastung) nicht sehr groß. Häufig sind Arzt und Patient der Meinung dass Frühsymptome wie Husten und Auswurf beim Raucher „einfach dazugehören“. Der sogenannte AHA Effekt – Auswurf - Husten - Atemnot – zeigt dann erst spät ein Stadium der Erkrankung an, in dem schon viele funktionelle Defizite bestehen.

Die COPD ist durch eine Enge der Atemwege charakterisiert, die durch die chronische Bronchitis und den Verlust an Lungengewebe (Zerstörung der Lungenbläschen, Emphysem) bedingt ist. Anders als bei Asthma kommt es nicht zu typischen Atemnotsanfällen, z.B. während der Allergiesaison, sondern zu einem Fortschreiten der Krankheit mit zunehmender Atemnot, Husten und Auswurf. Auslöser ist neben häufigen Infekten meist das Zigarettenrauchen, es können aber auch Nichtraucher betroffen sein. Als Risikofaktoren werden in solchen Fällen die genetische Veranlagung, Störungen des Lungenwachstums, berufsbedingte Belastungen durch Stäube, die allgemeine Luftverschmutzung sowie häufige Atemwegsinfektionen in der Kindheit angesehen. Viele Patienten berichten, dass sie im Laufe ihrer „Krankheitskarriere“ erst keinen Sport mehr machen wollten, dann sei Trainingsmangel hinzugekommen und erst bei Einschränkungen im täglichen Leben (z.B. Treppensteigen) hätten sie den Ernst der Lage verstanden.

Weltweit ist die COPD eine der häufigsten Krankheiten und die Anzahl der Betroffenen wird in Deutschland auf 4 bis 7% der Bevölkerung geschätzt; entsprechend rund 4 bis 5 Millionen Bundesbürgern. Man schätzt, dass die COPD im Jahr 2020 vom siebten Platz (2002) auf den dritten Platz der Todesursachen vorrücken wird.

Eine COPD kann nicht geheilt werden, deshalb muss in jedem Krankheitsstadium versucht werden ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, mindestens aber zu verlangsamen. Sobald die Diagnose feststeht, wird mit einer auf das jeweilige Stadium der Krankheit abgestellten medikamentösen Therapie begonnen. Als wichtige Säulen der Therapie werden neben den Medikamenten ein angepasstes körperliches Training, Schulung, Atemphysiotherapie, Ernährung und Hilfsmittel angesehen. Körperliches Training führt bei COPD-Patienten zur Verbesserung der Lebensqualität und Belastbarkeit und zur Verringerung der Exazerbationsrate und sollte daher Teil der Langzeittherapie sein. Sinnvoll erscheint insbesondere die Kombination der Ernährungstherapie mit körperlichem Training, z. B. im Rahmen eines Rehabilitationsprogrammes.Jeder Patient mit COPD sollte außerdem Zugang zu einem spezifischen Schulungsprogramm erhalten. In den letzten Jahren hat man erkannt wie wichtig die Aufklärung und Schulung von Patienten sind. Letztlich kann ein geschulter Patient zum Experten seiner Krankheit werden und rechtzeitig bei Problemen eingreifen.

Hauptziele der Atemphysiotherapie sind eine Erleichterung der erschwerten Atmung in Ruhe und unter Belastung sowie eine Verbesserung der Hustentechnik. Dazu gehören Selbsthilfetechniken bei Atemnot - vor allem die „atemerleichternden Körperstellungen“ (z. B. Kutschersitz) und die „dosierte Lippenbremse“, aber auch Geh- und Treppensteig-Training, Hustentechniken und die Anwendung von Hilfsmitteln (Cornet, Flutter, PEP-Maske) um das Abhusten zu erleichtern.

Nur sehr eingeschränkte medikamentöse Möglichkeiten der Behandlung bestehen für das Lungenemphysem. Bei dieser chronischen Atemwegserkrankung hat ein Umbau der Lungenbläschen zu größeren Blasen stattgefunden. Als Folge dieser Veränderung ist die Oberfläche kleiner geworden an der der Austausch des Sauerstoffs und Kohlendioxids ins Blut stattfindet. Durch die veränderten Lungenbläschen ist auch eine Art Barriere für den Austausch des Sauerstoffs entstanden (Diffusionsstörung), die man in der Lungenfunktion messen kann. Bei gesteigertem Sauerstoffbedarf unter körperlicher Belastung kann so nicht mehr genug Sauerstoff an die Muskulatur geliefert werden und es kommt zur Atemnot. Je nach dem Ausmaß eines Lungenemphysems entsteht Atemnot schon bei leichter körperlicher Belastung. Häufig hilft dann nur noch eine Langzeit- Sauerstofftherapie, um den Sauerstoffmangel auszugleichen.

Man sollte nie vergessen, dass das wirksamste Prinzip zur Behandlung der COPD und des Lungenemphysems der Verzicht auf das Rauchen ist! Trotzdem nützt der erhobene Zeigefinger nichts, sondern es muss quasi ein Klick den Motivationshebel umlegen, um Nichtraucher zu werden. Die Behandlung einer COPD oder eines Lungenemphysems kann auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn es zu einer regelmäßigen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient kommt. Dazu gehört für den Patienten – nachdem er einen aus seiner Sicht kompetenten Arzt gefunden hat – die Bereitschaft eine Mitverantwortung für den Erfolg seiner Behandlung zu übernehmen. Damit der Patient dies auch tatsächlich kann, braucht er ein Basiswissen über die Art, den Schweregrad und die derzeit verfügbaren Therapiemöglichkeiten und spätestens hier sollten auch die Selbsthilfegruppen genannt werden.

Aufklärung tut also not. Wer könnte das besser als Patientenorganisationen. Sie werden jeden Tag von uninformierten Patienten angerufen, die häufig nach der Diagnose ihres Arztes „Sie haben COPD!“ hilflos und ratsuchend sind, weil ihnen niemand gesagt hat, dass sie eine schwere Erkrankung haben und sie nicht wissen, wie sie mit der Krankheit umgehen sollen. Eine dieser Organisationen ist die seit 6 Jahren bestehende Selbsthilfegruppe Lungenemphysem-COPD, die Betroffenen und deren Angehörigen die Möglichkeit gibt, sich in regionalen Gruppen zu informieren und auszutauschen. Außerdem betreibt die Gruppe eine Mailingliste, auf der sich alle Betroffenen aber auch deren Angehörige per E-Mailkontakt austauschen können. Dies ist für viele Patienten umso wichtiger, da es in vielen Gegenden Deutschlands und den Nachbarländern keine regional tätigen Selbsthilfegruppen gibt.

Das Symposium Lunge 2007 ist eine gemeinsame Veranstaltung von drei Patientenorganisationen, nämlich der
- Selbsthilfegruppen Lungenemphysem-COPD
- COPD - Deutschland e.V.
- Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Diese Patientenorganisationen sehen den Schwerpunkt ihrer Arbeit in einem breiten Angebot von Informationen für Patienten mit einer COPD oder einem Lungenemphysem. Sie unterhalten zurzeit fast 50 lokale und regionale Selbsthilfegruppen, in denen regelmäßig Vorträge zu Themen im Zusammenhang mit der Bewältigung einer COPD oder einem Lungenemphysem angeboten werden. Auf ihren Internet-Seiten bieten sie eine Fülle von wichtigen Informationen für den Umgang mit chronischen Atemwegserkrankungen.

Die Zusammenarbeit der drei oben genannten Patientenorganisationen wird geprägt von der Erkenntnis, dass vor allem die Situation der Menschen mit einer COPD und einem Lungenemphysem vor Ort verbessert werden muß.

Symposium Lunge 2007„COPD und Lungenemphysem“
- Krankheit und Herausforderung -
Samstag, 8. September 2007 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Westfälisches Industriemuseum – GebläsehalleHattingen-Ruhr/NRW

Sämtliche Informationen erhalten Sie außerdem unter:
http://www.copd-deutschland.de/
http://www.lungenemphysem-copd.de/
http://www.patientenliga-atemwegserkrankungen.de/

Zweite „Sauerstoff-Tankstelle“ in Deutschland

Werner und Müller Medizintechnik, Clever Apotheke Kaiserslautern und die Selbsthilfegruppe Lungenemphysem-COPD Region Westpfalz-Kaiserslautern initiieren eine zweite Sauerstoff-Tankstelle in Kaiserslautern für Patienten mit Langzeittherapie für FlüssigsauerstoffNachdem erst vor wenigen Monaten - im April 2007 - in Zusammenarbeit mit der Liebig-Apotheke in Kaiserslautern die erste Sauerstoff-Tankstelle in Deutschland für Patienten mit Atemwegserkrankungen eröffnet hat, wurde jetzt eine zweite „Station“ in Kaiserslautern in der Clever Apotheke am Bahnhof errichtet, um den Menschen, die mit Flüssigsauerstoff mobil unterwegs sein wollen und müssen, das Leben wenigstens etwas zu erleichtern.

Hier können kostenlos fast alle mobile Systeme gefüllt werden, die Patienten mit ständigem Sauerstoffbedarf mit sich führen. Eine Betankungsmöglichkeit besteht während der gesamten Öffnungszeiten. Da es immer mehr Menschen gibt, die an schweren Atemwegserkrankungen leiden und viele davon rund um die Uhr auf Sauerstoff angewiesen sind, ist dies ein ganz wichtiger Schritt für ihre Versorgung, bei der sie ein Stückchen ihrer Unabhängigkeit wiedergewinnen.Wünschens- und begrüßenswert wäre es natürlich, wenn weitere Apotheken und andere medizinische Anlaufstellen in vielen Städten Deutschlands diesen ersten Schritten folgen und damit auch für mehr Lebensqualität der Betroffenen sorgen würden. Gerade heute, wo die Krankenkassen immer mehr an Mitteln und somit auch am Patienten sparen, ist es umso lobenswerter, dass es auch Firmen und Institutionen gibt, die weiterhin für kranke Menschen nicht nur da sein wollen und ihre Dienste anbieten, sondern auch einen wirklichen Beitrag zum Fortschritt und der Unabhängigkeit Betroffener leisten.

Sämtliche Informationen erhalten Sie außerdem unter:www.lungenemphysem-copd.de/pages/oeffentlich/pages/selbsthilfegruppen/selbsthilfegruppen.phpwww.lungenemphysem-copd.de

Koordinationsstelle der Selbsthilfegruppen Lungenemphysem-COPD
Jens Lingemann
Lindstockstrasse 30
45527 Hattingen
Tel: 02324- 999 959
Fax: 02324-687682
E Mail: shg@lungenemphysem-copd.de
Internet: www.Lungenemphysem-COPD.de

Selbsthilfegruppen Lungenemphysem-COPDZiele: „Was wollen wir?“

* Unsere regionalen Selbsthilfegruppen und unsere international nutzbare Mailingliste sollen all jenen, die an Lungenemphysem, Alpha-1-Antitrypsinmangel, COPD, Bronchiektasen oder/und Asthma bronchiale erkrankt sind, aber auch jenen, die sich einer Sauerstoff-Langzeit-Therapie unterziehen müssen, die Möglichkeit bieten, den Wissensstand um die Erkrankung und die damit verbundene Therapie zu verbessern.

* Wir wollen sowohl über die regionalen Selbsthilfegruppen als auch über Information und Dialoge im Internet Erfahrungen austauschen und Tipps weitergeben. Damit wollen wir:

einen verbesserten Umgang mit der Erkrankung und die Verbesserung der Compliance bewirken.

über Operationsverfahren wie Lungentransplantation (LTX), Lungenvolumenreduktion (LVR) oder Bullektomie informieren.

über gerätetechnische Innovationen aufklären.

Neuigkeiten und Innovationen aus der medizinischen Forschung und die damit verbundenen Studien darstellen.

* Wir wollen Kontakte herstellen zuo Ärzten aus Klinik und Praxis sowie zu Physiotherapeuteno Rehakliniken und Transplantationszentreno andere Selbsthilfevereinigungeno anderen Betroffenen.

* Mit allen Maßnahmen wollen wiro Patienten aber auch Angehörige, die ihre erkrankten Familienmitglieder unterstützend begleiten oder pflegen, helfen.

* Wir wollen die allgemeine Öffentlichkeit über Presse/Rundfunk und Fernsehen über die Erkrankungen und die Probleme der Betroffenen aufklären.

* Wir wollen Betroffene und ihre Angehörigen beim Umgang mit Ärzten und Behörden unterstützen und die Interessen dieser Patientengruppe nach außen hin vertreten.


Schwerpunkt-Aktivitäten: „Was machen wir?“

* Wir bieten den Betroffenen und ihren Angehörigen Rat und Hilfe in allen krankheitsbezogenen Bereichen durch:

Austausch von Informationen über unsere Mailingliste
Informationen an die Abonnenten unseres/unserer Infobriefes/Mailingliste
Patientenveranstaltungen mit Fachärzten und Physiotherapeuten und anschließenden Fragestunden monatliche Treffen in unseren regionalen Selbsthilfegruppen
ein jährliches Treffen auf Bundesebene
schriftliche Beratung per E-Mail oder telefonische BeratungKontaktadresse bundesweit:

Koordinationsstelle der Selbsthilfegruppen Lungenemphysem - COPD
Jens Lingemann
Lindstockstr. 30
45527 Hattingen
Tel.: 02324 / 999 959
E-Mail:SHG@Lungenemphysem-COPD.com
Internet:www.Lungenemphysem-COPD.de

Asthmakranke in Delmenhorst können jetzt sportlich aufatmen

Die Behinderten-Sportgemeinschaft gründet eine Sportgruppe Asthmabetroffener
Die Übungsleiterin Margit Selle (li.) und BSG-Pressewartin Magret Querl stellen in der Praxis des begleitenden Facharztes Dr. Uwe Bülow das Konzept der neuen Asthma-Sportgruppe vor.

Voraussetzung für eine Erleichterung im Umgang mit der Krankheit und Erhöhung der Lebensqualität ist der Wille, das Heft selbst in die Hand zu nehmen.Von Dieter Freese Delmenhorst. „Viele Behinderte haben Angst, sich sportlich zu betätigen“, sagt Lungenfacharzt Dr. Uwe Bülow, „das gilt auch für Asthmakranke.“ Um diesen Menschen, die oft wegen mehrerer anderer Krankheiten behindert sind, eine Möglichkeit zu bieten, diese Hemmschwelle zu überschreiten und sich durch sportliche Betätigung wieder eine bessere Lebensqualität zu erarbeiten, erweckt die Behinderten-Sportgemeinschaft Delmenhorst eine Sportgruppe für Asthma- und COPD-Betroffene wieder zum Leben.

COPD steht für „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“ – Sammelbegriff für die chronisch obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem. Die Leitung der Gruppe, die vor anderthalb Jahren wegen Erkrankung der damaligen Übungsleiterin geschlossen werden musste, wird Margrit Stelle übernehmen.„Viele Asthmakranke sind in einem Stadium, wo sie kaum noch mobil sind“, spricht Dr. Bülow aus Erfahrung, „durch wohl proportionierte sportliche Betätigung können sie ihren Aktionsradius und damit ihre Lebensqualität wieder steigern.“

Der Facharzt appelliert an die Betroffenen aber vor allem, Eigeninitiative zu ergreifen und selbst etwas für ihre Gesundheit zu tun.Dafür bietet sich ab dem 6. September in der Sporthalle der Parkschule Gelegenheit. Jeweils donnerstags von 17 bis 18 Uhr steht der neuen Gruppe die Halle zur Verfügung. „Wir werden zunächst einmal mit einer Gruppe starten“, berichtet Margit Selle von ihren Planungen. Je nach Krankheitsbild kann sie sich auch vorstellen, die Gruppe später zu teilen. Fachärztlich begleitet wird die Gruppe intensiv von Dr. Bülow.

„Es ist schon ein großer Unterschied, ob Gesunde oder Kranke Sport betreiben“, warnt der Arzt, „Gesunde können ganz an ihre Grenzen gehen, unsere Asthmatiker müssen vor dem Erreichen dieser Grenzen aufhören...“Selle, die aus dem Gesundheitswesen kommt, hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Aktiven in ihrer Gruppe trotzt ihrer Erkrankung Spaß an Bewegung bekommen und vielfältige Möglichkeiten finden, die den Umgang mit der Krankheit erleichtern.

Die Sportstunden sollen sporttherapeutische Elemente wie Gymnastik und kleine Spiele enthalten. Dazu kommen Atemschulung und Atemgymnastik. Entspannungstechniken und Wissenvermittlung werden das Programm abrunden.„Eine zentrale Betreuung dieser Kranken fehlt in Delmenhorst zur Zeit.“ Dr. Bülow freut sich, dass sich die BSG der Lungenkranken annimmt – und dass alles nur den Vereinsbeitrag kostet. „Es ist natürlich freiwillig, aber eine große Chance zur Eigeninitiative“, noch einmal ruft der Arzt dazu auf, selbst das Heft in die Hand zu nehmen.

Dienstag, 10. Juli 2007

Das war der letzte Zug!

Es ist nie zu spät: Das war der letzte Zug!

Weg mit dem Glimmstängel: Denn es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören. Herz, Lunge und Immunsystem werden Ihnen den Verzicht umgehend danken.

Johannes Heesters hat im Alter von 103 Jahren den Entschluss gefasst hat, seinem Laster - dem Rauchen - endgültig zu entsagen. Seitdem erhitzen die Gemüter der Patienten auch in meinem Wartezimmer: Also doch. Man kann trotz Rauchen 100 Jahre alt werden. Bringt Aufhören überhaupt noch etwas in diesem Alter? Ja, denn ein Rauchstopp wirkt sich sehr schnell auf die Gesundheit aus:

Bereits nach 20 Minuten beginnen sich Durchblutung und Körpertemperatur zu normalisieren.
Nach einem Tag steigt der Sauerstoffgehalt im Blut deutlich an: Das Kohlenmonoxid, das die roten Blutkörperchen vom Sauerstofftransport abhält, wird abgebaut.

  • Nach zwei Tagen verbessern sich Geruch und Geschmack.
    Nach etwa sieben Tagen ist der körperliche Entzug vom Nikotin geschafft.
    Nach drei Monaten hat sich die Lungenkapazität um bis zu 30 Prozent vergrößert.
    Nach neun Monaten verschwinden Raucherhusten und Kurzatmigkeit, die Lungenhärchen sind weitgehend nachgewachsen.
    Nach zwei Jahren hat sich das Herzinfarktrisiko halbiert.
    Nach zehn Jahren ist die Lungenkrebsgefahr quasi so gering wie bei einem Nichtraucher.
    Nach fünfzehn Jahren ist das Herzinfarktrisiko nur unwesentlich höher als bei einem Nichtraucher.

Jeder zweite Raucher stirbt an den Zigaretten


Um es ganz deutlich zu sagen: Johannes Heesters gehört zu den Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Denn im Vergleich zu Nichtrauchern verlieren Raucher bis zu 25 Jahre ihrer Lebenserwartung. Und ein Viertel der Raucher, die als Teenager mit dem Rauchen begonnen haben, sterben im Alter von 35 bis 69 Jahren, ein weiteres Viertel im Alter von etwa 70 Jahren an den direkten Folgen des Tabakkonsums.

Rauchen ist Auslöser von über 40 Krankheiten. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO stirbt jeder zweite Raucher an Krankheiten, die auf Zigarettenkonsum zurückzuführen sind. Zu den schwerwiegendsten gesundheitlichen Folgen gehören Lungenkrebs - über 90 Prozent aller Lungenkrebsfälle sind auf Rauchen zurückzuführen - und Arteriosklerose mit den oft tödlichen Auswirkungen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Außerdem leiden fast alle chronischen Raucher irgendwann unter chronischer Bronchitis, der gefürchteten COPD. Eine Krankheit, die zwar behandelt werden kann, für die es aber noch keine Heilung gibt. Und die Lebensqualität wird durch die COPD ganz erheblich eingeschränkt. Nicht unerwähnt bleiben darf auch, dass laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum Tabakrauch in Innenräumen keine Belästigung, sondern eine Gesundheitsgefährdung mit möglicher Todesfolge ist.

Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören, gibt es also viele. Das Problem ist oft nur das Wie. An erster Stelle steht zunächst einmal der feste Wille und Entschluss: „Ich will aufhören zu rauchen!“ Wenn dieser Entschluss im Gehirn festzementiert ist, dann ist zunächst einmal das Gröbste geschafft. Jetzt gibt es durchaus Menschen, die entschließen sich, mit dem Rauchen aufzuhören – und hören dann ganz einfach auf. Das ist die sogenannte „Punkt-Schluss-Methode“. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache.

Aber es gibt auch kleine Hilfsmittel, die den festen Entschluss leichter in die Tat umsetzen lassen. Dazu zählen beispielsweise verhaltenstherapeutische Methoden. Hier wird das Nichtrauchen neu eingeübt, indem das Rauchverhalten bewusst wahrgenommen und verstanden wird.

In der Praxis habe ich auch sehr gute Erfahrungen mit der Akupunktur gemacht – ein Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin, das das Verlangen nach Zigaretten dämpft – sowie mit der Hypnose, in der der Raucher in die Situation zurückversetzt wird, in der er seine erste Zigarette rauchte.

Wie aufhören?

Medikamentöse Verfahren, die auch gut mit den nicht-medikamentösen zu kombinieren sind, sind etwa das Nikotinkaugummi, das Nikotinpflaster und das entsprechende Spray. Das Nikotinkaugummi bietet sich besonders bei jenem Drittel der Raucher an, die weniger rauchen möchten, aber noch nicht ganz aufhören wollen. Das Vorgehen ist ganz einfach: In den Rauchpausen wird ein Kaugummi gekaut, um so das Rauchverlangen auf die nächste Zigarette zu senken. Wird dieses Weniger-rauchen erfolgreich in die Tat umgesetzt, erhöht sich fast automatisch das Interesse am kompletten Ausstieg.

Außerdem gibt es noch ein ganz neues, nikotinfreies Medikament mit der Wirksubstanz Vareniclin. Damit werden die Entzugsbeschwerden reduziert und das Verlangen nach einer Zigarette verringert. Auch wenn der Raucher mal rückfällig wird, dämpft das Medikament das durch den Zug an der Zigarette normalerweise ausgelöste Belohnungsgefühl – das Rauchen erscheint dadurch weniger attraktiv. Das Medikament muss vom Arzt auf Privatrezept verordnet werden.

Lobenswert finde ich es, dass sich die Politik jetzt doch verstärkt Gedanken macht, wie schädlich Rauchen und auch Mitrauchen sind. Meines Erachtens kommt man an Rauchverboten nicht vorbei – zeigen doch neue Forschungen des Deutschen Krebsforschungszentrums, dass gerade das Rauchen in Gaststätten und Fernreisezügen sehr gesundheitsschädlich ist. Und zwar nicht nur für Raucher, sondern auch für Nichtraucher.