Samstag, 13. Juni 2009

WHO und EFA rufen zu weltweitem Handeln bei chronischen Atemwegserkrankungen auf

Rom - Aufruf zur Reduzierung der vier Millionen jährlichen Todesfälle, die von einem Leiden verursacht werden, das weltweit mehr Todesopfer fordert als AIDS[1]

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die European Federation of Allergy and Airways Diseases (EFA/ europäischer Verband der Patientenvereine für Allergien und Krankheiten der Atemwege) gaben bekannt, dass sie über 150 internationale Delegierte zusammenbringen werden, um gemeinsam über die wachsende Epidemie chronischer Atemwegserkrankungen (CRD/chronic respiratory disease) zu diskutieren. CRD betrifft weltweit mehr als eine Milliarde Menschen[1],[2],[3] und ist jährlich für mehr als 4 Millionen Todesfälle verantwortlich[1]. Die Konferenz wird eine fünfjährige Initiative diskutieren, deren Ziel es ist, Entscheidungsträger, Versorger und Patientengruppen zu vereinigen. Sie wird am 12. und 13. Juni im italienschen Gesundheitsministerium in Rom veranstaltet.

EFA und die WHO Globale Allianz gegen chronische Atemwegserkrankungen (GARD/Global Alliance against Chronic Respiratory Diseases) kämpfen für und mit den an Atemwegserkrankungen leidenden Patienten für eine Welt, in der jeder frei atmen kann. Die Konferenz wird die Rolle der Patientenorganisationen sowie die Implementierung des GARD Aktionsplans 2008-2013, innerhalb des Plans der WHO für die Globale Strategie zur Prävention und Kontrolle von nicht übertragbaren Krankheiten 2008-2013, untersuchen. Der Aktionsplan zeigt, dass ein klares Bedürfnis für die Zusammenarbeit zwischen Entscheidungsträgern, Anbietern und Patientenorganisationen besteht, um die Pflege und das Umfeld sowie die Integration von Gesundheitsfragen in allen Strategien zu verbessern[4]. Durch die Zusammenarbeit der europäischen Patientenvereinigungen (EFA) mit GARD, wurde diese wichtige Allianz auf allen fünf Kontinenten dank eines starken, geschlossenen Mitspracherechts aller Patienten zu einem globalen Einflussfaktor.

Jean Bousquet, Professor für Lungenheilkunde an der Universität von Montpellier und Vorsitzender der WHO GARD, ist einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Atemwegserkrankungen und wird auf der Konferenz einen Vortrag halten: "Die durch Allergien, Asthma und chronische obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) verursachte Belastung für Europa und den Rest der Welt ist so gross, dass die Kosten, die durch Untätigkeit entstehen, einfach unakzeptabel sind. Die WHO hat das durch Atemwegserkrankungen entstehende menschliche Leid erkannt und diese daher zwischen 2008 und 2013 zu einem ihrer Hauptanliegen erklärt."

Marianella Salapatas,amtierende Präsidentin der EFA: "Unsere globale Botschaft an Entscheidungsträger und das neue Europaparlament bzw. die Europakommission lautet, dass chronische Atemwegerkrankungen, wie z.B. Allergien, Asthma und COPD ein öffentliches Gesundheitsproblem darstellen und wir daher innovative und umfangreiche Strategien benötigen (u.a. die Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen), um dagegen zu kämpfen und die Pflege und Umwelt zu verbessern."

Cristina Muscardini, italienisches Mitglied des Europaparlaments, wird eine der Eingangsreden halten: "Trotz der bereits vorhandenen Behandlungsoptionen und vereinzelten Präventionsstrategien, stellen Atemwegserkrankungen ein ganz entscheidendes Gesundheitsproblem dar. Die Gesundheitsstrategien der EU müssen auch die durch Atemwegserkrankungen verursachte Belastung mit in Betracht ziehen."

Zurzeit sind weltweit eine Milliarde Menschen von chronischen Atemwegserkrankungen[1],[2],[3] betroffen und jedes Jahr sterben vier Millionen von ihnen als Folge daran. Diese Ziffer ist noch höher als andere zum Tode führenden Krankheiten, wie z.B. AIDS. Der Umstand, dass diese Epidemie am Zunehmen[4] ist und jeder Mensch weltweit den Risikofaktoren von CRD[5],[6],[7],[8] ausgesetzt ist, war eine der Hauptmotivatoren, Delegierte aus aller Welt zusammenzubringen, um an dieser wichtigen Konferenz teilzunehmen.

Über EFA

Die European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients' Associations (europäischer Verband der Patientenvereine für Allergien und Krankheiten der Atemwege /EFA) ist eine Allianz von 32 Mitgliedsorganisationen in über 21 Ländern, die 1991 gegründet wurde. EFA setzt sich dafür ein, die Gesundheit und Qualität der Pflege von Patienten, die von Allergien, Asthma und COPD betroffen sind zu verbessern und Patienten in ganz Europa bezüglich der Lobbyarbeit in der EU sowie am Aufbau von ausreichenden Versorgungskapazitäten und dem Austausch der geeignetsten Behandlungen zu ermutigen. Zu EFAs Prioritäten zählen u.a.: Die in diesem Zusammenhang stehenden Strategien der EU zu stärken, die medizinische und soziale Versorgung zu verbessern und auf grösserer Ebene zugänglich zu machen, sinnvolle Forschung - gezielt auf Patienten bezogen - zu betreiben, Gesundheitsdienstleistungen für die Patienten zu autorisieren, eine gemeinsame Stimme im Bereich der Gesundheitsförderung zu haben und die Atemluft in Gebäuden und im Freien zu verbessern. http://www.efanet.org

Über GARD
Die Globale Allianz gegen chronische Atemwegserkrankungen

(GARD)unterstützt die Weltgesundheitsorganisation bei ihrer weltweiten Arbeit, Atemwegserkrankungen zu verhindern und zu kontrollieren. GARD ist eine ehrenamtliche Allianz, die sich aus nationalen und internationalen Organisationen, Einrichtungen und Agenturen in verschiedenen Ländern zusammensetzt. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, die globale Last, die durch chronische Atemwegserkrankungen verursacht wird, zu reduzieren. Ihre Vision ist es, eine Welt zu schaffen, in der alle Menschen frei durchatmen können. GARD fördert einen ganzheitlichen Ansatz, der sich Synergien chronischer Atemwegserkrankungen mit anderen chronischen Krankheiten zu Nutze macht. Sie richtet ihr grösstes Augenmerk besonders auf die Bedürfnisse der Länder mit schwachem oder mittlerem Einkommen und einer krankheitsgefährdeten Bevölkerung. Sie unterstützt länderspezifische Initiativen, die auf die Bedürfnisse und medizinische Grundversorgung vor Ort zugeschnitten sind. Mehr Informationen erhalten Sie im Internet auf GARDs Webseite: http://www.who.int/gard/en/index.html

Über CRDs

Zu den chronischen Atemwegserkrankungen gehört eine Vielzahl von Atemwegserkrankungen, die behandelbar - und in einigen Fällen sogar vermeidbar sind: Von Asthma, Atemwegsallergien und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen bis hin zu berufsbedingten Lungenerkrankungen, dem Schlafapnoesyndrom und Lungenhochdruck.

Mehrere Hundert Millionen Menschen leiden täglich unter chronischen Atemwegserkrankungen. Laut neusten WHO-Schätzungen (2007) sind derzeit 300 Millionen Menschen an Asthma und 210 Millionen an COPD erkrankt, während Millionen von ihnen von allergischer Rhinitis und anderen, häufig falsch diagnostizierten Atemwegserkrankungen betroffen sind[9].

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[1] Bousquet J, Khaltaev N. Global surveillance, prevention and control of Chronic Respiratory Diseases. A comprehensive approach. Global Alliance against Chronic Respiratory Diseases. World Health Organisation. (= Globale Überwachung, Prävention und Kontrolle von chronischen Atemwegerkrankungen. Eine umfangreiche Methode. Globale Allianz gegen Atemwegserkrankungen. Weltgesundheitsorganisation)ISBN 978 924 156346 8. 2007:148 Seiten

[2] Bousquet PJ, Leynaert B, Neukirch F, Sunyer J, Janson CM, Anto J, et al. Geographical distribution of atopic rhinitis in the European Community Respiratory Health Survey I. Allergy (Geografische Verteilung atopischer Rhinitis in der europäischen Gemeinschaft. Respiratory Health Studie I. Allergie). 2008 Okt;63(10):1301-9

[3] Weinmayr G, Forastiere F, Weiland SK, Rzehak P, Abramidze T, Annesi-Maesano I, et al. International variation in prevalence of rhinitis and its relationship with sensitisation to perennial and seasonal allergens (Internationale Abweichungen bezüglich der Sensibilisierung in der Prävalenz von Rhinitis und ihre Beziehung zur Sensibilisierung von beständigen und zeitlich bedingten Allergenen). Eur Respir J. 2008 Nov;32(5):1250-61

[4] 2008-2013 Action plan for the global strategy for the prevention and control of non communicable diseases. Prevent and control cardiovascular diseases, cancers, chronic respiratory diseases, diabetes (Aktionsplan für die globale Strategie zur Prävention und Kontrolle von nicht-kommunizierbaren Krankheiten. Die Prävention und Kontrolle von kardiovaskulären Krankheiten, Krebs, chronischen Atemwegserkrankungen und Diabetes). http://www.who.int/nmh/Actionplan-PC-NCD-2008.pdf, letzter Zugriff am 20. Mai 2009

[5] United Nation Population Fund (UNFPA). State of the world population 2007 (Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen. Aktueller Stand der Weltbevölkerung 2007). http://www.unfpaorg. 2007.

[6] Torres-Duque C, Maldonado D, Perez-Padilla R, Ezzati M, Viegi G. Biomass Fuels and Respiratory Diseases: A Review of the Evidence (Biomassebrennstoffe und Atemwegserkrankungen: Eine kritische Betrachtung der Beweise). Proc Am Thorac Soc. 2008 Juli;5(5):577-90.

[7] Esson K, Leeder S. The Millennium Development Goals and Tobacco Control. An opportunity for global partnership (Die Millennium-Entwicklungsziele und Tabakkontrolle. Eine Chance zur globalen Partnerschaft). Genf, Schweiz: Weltgesundheitsorganisation, http://www.who.int/tobacco; 2003.

[8] Balmes J, Becklake M, Blanc P, Henneberger P, Kreiss K, Mapp C, et al. American Thoracic Society Statement: Occupational contribution to the burden of airway disease (Stellungnahme der American Thoracic Society: Berufsbedingter Anteil an der durch Atemwegserkrankungen bedingten Last). Am J Respir Crit Care Med. 2003 März 1;167(5) :787-97.

[9] World Health Organisation, Chronic Respiratory Diseases (Weltgesundheitsorganisation, chronische Atemwegserkrankungen), http://www.who.int/respiratory/en/index.html, letzter Zugriff am 20. Mai 2009