Donnerstag, 9. Juli 2009

COPD beeinträchtigt kognitive Leistungen

Die COPD kann in schweren Fällen bei älteren Erwachsenen die kognitive Leistung beeinträchtigen. Das ergab eine Studie der Mount Sinai School of Medicine in New York, an der mehr als 4.150 Menschen mit oder ohne COPD teilnahmen. Die Ergebnisse werden im Fachmagazin "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" (Ausgabe vom 15. Juli) veröffentlicht.

Das Forscherteam um Dr. William W. Hung hatte die Daten der Health and Retirement Study ausgewertet, einer großen, nationalen Studie an Amerikanern der Altersgruppe 50plus. Die Teilnehmer hatten in den Jahren 1996, 1998, 2000 und 2002 an kognitiven Tests teilgenommen. Von den 4.150 Testpersonen hatten 492 COPD; bei etwa einem Drittel (153) zeigte die Erkrankung einen schweren Verlauf.

Die Datenauswertung brachte ein klares Ergebnis: Menschen mit schwerer COPD hatten bei den kognitiven Tests signifikant schlechter abgeschnitten als gesunde Studienteilnehmer. Dieser Zusammenhang war auch dann erkennbar, wenn die Forscher weitere Faktoren wie soziodemographische Parameter berücksichtigten. Eine stärkere kognitive Beeinträchtigung kann beispielsweise dazu führen, dass der Patient Probleme beim Umgang mit Geld oder Medikamenten hat.

Eine mögliche Erklärung für den entdeckten Zusammenhang: Bei COPD kann der Sauerstoffspiegel im Blut phasenweise erniedrigt sein (Hypoxie). Das könnte die Leistungsfähigkeit des Gehirns verschlechtern. Andererseits könnte der Sauerstoffmangel auch Krankheiten verursachen oder verschlimmern, die typischerweise mit kognitiven Beeinträchtigungen einhergehen, wie beispielsweise Alzheimer.